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Wohnbauprojekt

Seestadt Aspern: Vorzeigeprojekt?

Wien wächst seit Jahren kontinuierlich. Bis 2030 wird die österreichische Bundeshauptstadt wieder die Schwelle von zwei Millionen Einwohnern überschreiten.

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Bereits jetzt übersteigt die Nachfrage nach Wohnraum das Angebot. Einerseits liegt das am starken Zuzug, andererseits an veränderten Lebensgewohnheiten, wie etwa der Anstieg der Singlehaushalte. Bisher waren die Gegensteuerungsmaßnahmen der Stadt Wien nur von mäßigem Erfolg gekrönt. Wien liegt zwar international bei den Wohnungspreisen, insbesondere bei der Miete, relativ günstig. Diesen Vorsprung, durch den hohen Anteil an Sozialwohnungen, verdanken die Wienerinnen und Wiener aber längst vergangenen Generationen von Politikern. Aktuelle Ideen wie die "Smart-Wohnungen" von Wohnbaustadtrat Ludwig und Großbauprojekte gibt es. Ob diese funktionieren bleibt aber abzuwarten.  

Reißbrett in der grünen Wiese

Das größte Wohnbauprojekt wird derzeit in der Seestadt Aspern, im Osten von Wien verwirklicht. Bis 2028 sollen etwa 240 Hektar verbaut werden. 8.500 Wohnungen für ungefähr 20.000 Menschen sollen geschaffen werden, aber auch Betriebsstätten für 20.000 Menschen. Auf braunen Äckern und grünen Wiesen soll also eine eigene, neue und moderne Stadt entstehen. Vom Kopf auf den Bauplan direkt ins flache Land über der Donau. Sogar eine U-Bahn wurde schon bis an die Grenzen des Entwicklungsgebiets gebaut. Qualitätsprinzipien für die künftige Stadtteilentwicklung wurden entwickelt. "Qualitätsvoller öffentlicher Raum" mit "lebendigen Erdgeschoßen" in "Kleinteiligkeit und Vielfalt" mit "Funktionsmischung und Innovation" soll den neuen Stadtteil prägen. Die Begeisterung der politischen Stadtplaner ist beim Lesen dieser Prinzipien beinahe körperlich zu spüren. Ob der Wunschtraum aus den Köpfen aber genauso Realität wird, darf bezweifelt werden.

Natürliches Wachstum funktioniert besser

Kritiker befürchten, dass in Aspern eine Satellitenstadt entstehen wird. Eine in sich geschlossene Wohnregion, die mit den umliegenden Bezirksteilen möglicherweise nicht harmonieren wird. Moderne, ökologische, aber auch hochpreisige Neubauten treffen auf Wohnlagen die bisher nicht durch ihre hohe Anziehungskraft aufgefallen sind. Sehr unterschiedliche Wohn-Zielgruppen mit sehr unterschiedlichen Lebensstilen und -bedürfnissen werden aufeinandertreffen. Viel sinnvoller wäre es, Geld und Energie in die natürliche Erweiterung der Stadt zu stecken. Die Aufstockung von bereits bestehenden Gebäuden etwa. In Wien gibt es immer noch jede Menge ein- und zweistöckige Gebäude. Bürokratische Hürden die Stellplatzverpflichtung gehören abgeschafft. Ganz allgemein sollten private Investoren, Hausbesitzer wie bauwillige Privatpersonen unterstützt werden. Denn natürliches städtisches Wachstum, das durch die Bevölkerung geschieht, ist immer noch am effizientesten.