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Sachkundenachweis

Sachkundenachweis, Befähigungsprüfung, Weiterbildung: Welche Anforderungen müssen Makler erfüllen?

Wer in Österreich als selbstständiger Makler tätig sein möchte, muss die entsprechenden Fähigkeiten nachweisen. Welche Bedingungen an den Erhalt eines Befähigungsprüfungszeugnis geknüpft sind, erklärt dieser Artikel.

Das Wichtigste in Kürze

  • Statt eines Sachkundenachweises müssen Makler in Österreich ein sogenannten Befähigungsnachweis vorlegen.
  • Für den Erhalt des Nachweises müssen eine entsprechende theoretische und praktische Erfahrung und Ausbildung vorhanden sein.
  • Eine Pflicht zur Weiterbildung gibt es nicht.

Gibt es einen Sachkundenachweis für Makler?

Die Voraussetzungen, die Makler erfüllen müssen, um ihr Gewerbe ausführen zu dürfen, unterscheiden sich von Land zu Land. Während in Deutschland der Vorschlag, einen Sachkundenachweis für Immobilienmakler zu verlangen, gescheitert ist und stattdessen lediglich eine Pflicht zur Fort- und Weiterbildung als Kriterium festgelegt wurde, sind die Regeln in Österreich etwas strenger und sind in der Gewerbeordnung von 1994 festgelegt.

Das Gewerbe des Immobilienmaklers gehört hier zu den sogenannten reglementierten Gewerben. Das bedeutet, dass angehende Makler, die selbstständig arbeiten möchten, statt eines Sachkundenachweises einen Befähigungsnachweis erbringen müssen, der sie zur Ausübung des Gewerbes berechtigt.

Dieser Befähigungsnachweis kann durch einen entsprechenden Abschluss in einem passenden Fach an einer Universität oder Fachhochschule sowie einer mindestens ein Jahr andauernden wirtschaftlichen Tätigkeit erworben werden. Wer diese Bedingungen erfüllt, kann seine Gewerbeberechtigung direkt bei der Wirtschaftskammer beantragen.

Wer muss eine Befähigungsprüfung ablegen?

Wer keine facheinschlägige Ausbildung an einer Universität oder Fachhochschule absolviert hat, muss zusätzlich eine Befähigungsprüfung ablegen, bevor die Gewerbeberechtigung erteilt werden kann. Hierbei sind verschiedene Variante möglich:

Art der Ausbildung Dauer der fachlichen Tätigkeit Befähigungsprüfung ja/nein
Facheinschlägiger Abschluss Ein Jahr Nein

Wirtschaftswissenschaftlicher/

rechtswissenschaftlicher Abschluss

Ein Jahr Ja
Abschluss einer berufsbildenden höheren Schule  Eineinhalb Jahre Ja
Abschluss einer allgemein höheren Schule  Zwei Jahre Ja
Abschluss einer mindestens dreijährigen berufsbildenden Schule mit spezifischem Schwerpunkt  Zwei Jahre Ja
Abgeschlossene Lehre als Immobilien- oder Bürokaufmann/-frau Zwei Jahre  Ja

Welche Tätigkeiten als „fachlich“ angesehen werden, ist der „58. Verordnung des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit über die Zugangsvoraussetzungen für das reglementierte Gewerbe der Immobilien-Treuhänder (Immobilientreuhänder-Verordnung)“ zu entnehmen.

Wie ist die Befähigungsprüfung aufgebaut?

Die Befähigungsprüfung wird von der für das jeweilige Bundesland zuständigen Meisterprüfungsstelle abgenommen und besteht aus vier Modulen, die getrennt voneinander bewertet werden:

  • Fachliche schriftliche Prüfung

  • Fachliche mündliche Prüfung

  • Unternehmerprüfung

  • Ausbilderprüfung

 

Bei den fachlichen Prüfungen werden Aufgaben aus diversen Themenbereichen gestellt. Dazu gehören

  • Vertrags- und Gewerberecht

  • Steuer- und Sozialrecht,

  • Facility Management,

  • Bautechnik sowie

  • Vermessungswesen.

 

Für Angestellte in Maklerbüros gibt es keine rechtlichen Vorgaben hinsichtlich der Ausbildung. Allerdings sind offizielle Nachweise oder Zertifizierungen hilfreich bei der Akquise von Kunden und Objekten – schließlich gelten diese als Beweis Ihrer Expertise und helfen somit, Vertrauen auf Kundenseite aufzubauen. So verpflichten sich Mitglieder des Österreichischen Verbands der Immobilienwirtschaft (ÖVI) beispielweise einem Ehrenkodex, der unter anderem regelmäßige Weiterbildungen vorsieht.

Muss ich mich als Immobilienmakler weiterbilden?

Die von der Insurance Distribution Directive (IDD) festgelegte Weiterbildungspflicht betrifft lediglich Makler aus dem Finanz- und Versicherungssektor. Immobilienmakler in Österreich sind nicht dazu verpflichtet, regelmäßig an fachlichen Weiterbildungen teilzunehmen, um ihren Befähigungsnachweis behalten zu dürfen.

Aber: Freiwillige Weiterbildungen sorgen jedoch dafür, dass Sie hinsichtlich aktueller Trends in der Vermarktung, dem Immobilienmarkt im Allgemeinen und relevanter Gesetze und Rechtsprechungen immer auf dem neuesten Stand bleiben und somit Ihre Aufgaben zur Zufriedenheit Ihrer Kunden noch besser erfüllen können.