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Ökologisch bauen

Massiv oder Holz: Welche Bauweise ist ökologischer?

Aus welchen Baustoffen soll mein Eigenheim bestehen? Dieses stellt private Bauherren vor eine grundlegende, aber auch schwierige Entscheidung.

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Die Massivbauweise steht für Stabilität, lange Lebensdauer und Sicherheit. Die Holzbauweise dagegen nimmt für sich die bessere Ökologie in Anspruch, ohne dieses wissenschaftlich zu beweisen. Jetzt ließ das Informationszentrum Massiv Mein Haus e.V. die TU Darmstadt mit wissenschaftlich anerkannten Methoden untersuchen, ob die Holzbauweise tatsächlich ökologischer ist. Prof. Graubner und seine Mitarbeiter erstellten dazu für ein fiktives, alternativ in Massivbauweise und in Holz-Ständer-Bauweise geplantes Einfamilienhaus eine Ökobilanz. Sie bilanziert alle Umweltbelastungen über den Lebendzyklus eines Gebäudes. Dadurch erfasst sie auch die erforderlichen Instandhaltungsarbeiten. Unabhängig von der Bauweise sollte das Gebäude den hohen Energiesparstandard eines KfW-60-Hauses erfüllen.

Die Studie ergab: Über die Lebensdauer eines Hauses gesehen - und das versteht man unter nachhaltigem Bauen - ist die Ökobilanz eines Massivhauses zwar besser als die der Holzständerbauweise. Die Unterschiede sind jedoch so gering, dass beide Bauweisen ökologisch als gleichwertig bezeichnet werden können.

Baumaterialien

  • Baustoffen und -elementen mit langer Lebensdauer sollte der Vorzug gegeben werden. Ideal ist, wenn sie aus der Region stammen. Damit kann viel "graue Energie" gespart werden, die bei der Herstellung und beim Transport verloren geht.
  • Erneuerbare, giftfreie Rohstoffe wie Holz eignen sich am besten für ökologisches Bauen.
  • Als Isolation bietet sich bei mittleren und grösseren Bauprojekten das Recyclingprodukt Zellulose an. Besonders bei der Nachisolation von bestehenden Gebäuden ist dieses Material sehr effizient und günstig.

Während des Baus

  • Ökologie beginnt bei der Planung: Beim Auswahlverfahren der Unternehmer zählen auch energetische und ökologische Kriterien.
  • Zum ökologischen Bauen gehört, dass Bauabfälle getrennt entsorgt werden.
  • Ein Bauverkehrs- und Entsorgungskonzept ist empfehlenswert.

Gebäudekonstruktion

  • Kompakte, mehrgeschossige Baukörper haben weniger Wärmeverluste als stark gegliederte und lang gestreckte.
  • Vorbauten wie Balkone oder Loggien verringern die Sonneneinstrahlung. Vorteilhaft sind hingegen Laubbäume, weil sie im Sommer stark beschatten, im Winter nur schwach.
  • Wichtig ist die Winddichtheit der Fugen, Fenster und Gebäudeanschlüsse, vor allem bei Holzbauweise und bei ausgebauten Dachgeschossen. Ein Luftdichtheitstest kann Klarheit verschaffen.
  • Auch das Innere der Konstruktionen muss winddicht sein. Wenn kalte Luft durch die Wärmedämmung fliesst, reduziert sich die Dämmwirkung.
  • Wärmebrücken, d.h. Flächen mit erhöhtem Wärmedurchgang, müssen vermieden werden. Sie treten z.B. bei Fenstern, bei Balkonplatten oder bei Stellen auf, wo statische Elemente die Wärmedämmung durchbrechen.
  • Je flexibler die Nutzungsmöglichkeiten sind, desto kleiner ist die Chance, dass das Gebäude bei einer Umnutzung abgerissen wird.
  • Spar-WCs und die Trennung von Trink- und Brauchwasser helfen, den Wasserverbrauch zu minimieren.

Energie

  • Eine gute Wärmedämmung ist Pflicht beim ökologischen Bauen.
  • Die Sonnenenergie kann passiv (Südverglasung) oder aktiv (Solarzellen, Kollektoren) genutzt werden. Ebenso bieten sich Wärmepumpen oder eine Beheizung mit Erdwärme an.
  • Zwischenzonen wie Wintergärten oder Atrien dienen als Sonnenenergiespeicher.
  • Eine kleine Anzahl Warmwasseranschlüsse und ein auf 60° C beschränkter Warmwasserspeicher reduzieren den Energieverbrauch.

Standortwahl

  • Ideale Lagen sind Südhänge mit einer ganzjährigen und ganztägigen Besonnung.
  • Lagen im Tal oder in Waldnähe sind öfter neblig, wodurch die Sonneneinstrahlung reduziert wird.
  • Wasserflächen wirken zwar einerseits wie ein Wärmespeicher, sie begünstigen aber auch Nebel.
  • Beim Planen der Nord-Süd-Ausrichtung wird oft die Wintersonne vergessen. So kann es geschehen, dass sich Gebäude untereinander im Winter verschatten.
  • Mit zunehmender Höhe und an exponierten Lagen ist die Windgeschwindigkeit und damit der Wärmeverlust höher.
  • Eine optimale Anbindung an den öffentlichen Verkehr ist erstrebenswert.
  • Lärm- und andere Immissionen sollten im Bauperimeter möglichst gering sein.