Jetzt Käufer, Mieter oder Nachmieter findenInserat aufgebenInserat aufgeben

Jugendstil und andere Baustile

Von Gegenwart zur Postmoderne

Einerseits vernünftiger, andererseits wagemutiger gibt sich die neueste Architektur der Gegenwart. Bauhaus ist die Grundlage der ästhetischen Bekenntnisse geblieben und wird inzwischen sensibler und intelligenter angewandt. In Mitteleuropa entstand seit den 90ern zudem ein wachsendes Interesse am ökologischen Bauen, das Gesichtspunkte des Energiesparens, ökologische Verträglichkeit sowie gesundheitliche Aspekte berücksichtigt.

Immobilien suchen in Österreich

Die Postmoderne ist eine Reaktion auf die Moderne. Jean-François Lyotard bezeichnete sie in einem vielbeachteten Aufsatz als Ende der großen Erzählungen. Zeitlich gibt es verschiedene Einordnungen, von ersten Anfängen in den 1960er Jahren, bis hin zum Beginn der 1980er Jahre, wo sich die Postmoderne in allen möglichen Alltagsphänomenen (z. B. Mode, Popkultur, Kunst, postmoderne Architektur) offen zu zeigen begann.

Architektur der Postmoderne

  • Es gibt nichts generell neues
  • Man nutzt altes Material/alte Formen und bringt diese spielerisch zusammen
  • Man kombiniert Elemente aller bisherigen Baustile
  • Oftmals provozierende, bunte Farben

Die Wiener Postmoderne definiert sich als extrem radikalisierte Form der Aufklärung (politisch wie künstlerisch) im Sinn der Dekonstruktion (vgl. d. Artikel dazu) Jacques Derridas. Die Formation (in Form künstlerischer Faktizitäten) "Wiener Postmoderne" tritt vermehrt seit den 90er Jahren des 20. Jh. in Erscheinung. Klassische Moderne - 20er-70er Die technische, damals neue, Grundlage für die Architektur der Klassischen Moderne ist die Verwendung der Baumaterialien Spannbeton, Stahl und Glas.Die Architektur wirkt streng, einfach, nüchtern; kubistische Grundformen prägen das Bild. Das Programm der umfangreichen Architekturtheorie lässt sich (verkürzt) in drei pointierten Leitsätzen zusammenfassen:

Form follows function (Louis Sullivan), Less is more (Ludwig Mies van der Rohe) und den schon 1908 von Adolf Loos hergestellten Zusammenhang zwischen Ornament und Verbrechen. Ein Teil der Klassischen Moderne ist Bauhaus und die Neue Sachlichkeit.  

Jugendstil - Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert

Im Jugendstil entwickelten sich zwei völlig gegensätzliche Ausdrucksformen: eine plastisch verschleifende und eine kubisch kristalline Richtung. Die erstere üppig plastische Form fand ihre Verbreitung hauptsächlich in den romanischen Ländern. Den kubisch geometrischen Gegenpol bildet nach Anregungen der Glasgow School of Arts für sowohl Außen- als auch Innenarchitektur der Wiener Jugendstil mit den führenden Architekten Otto Wagner, Joseph Maria Olbrich und Joseph Hoffmann. Die Wiener Architekten übernahmen Prinzipien des schottischen Baumeisters und Innenarchitekten C. R. Mackintosh, aus denen sie eine Formenwelt aus Quadrat und Kubus entwickelten, die für das 20.Jahrhundert typisch werden sollten.  

Gründerzeit - 19. Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg

Typisch für den Baustil, der sogenannten Gründerzeitarchitektur, ist die meist von privaten Wohnungsbaugesellschaften errichtete etwa vier- bis sechsgeschossige Blockrandbebauung mit ihren reich dekorierten Fassaden. Sie sollten nicht nur in ihrer Größe und ihrem jeweiligen Reichtum, sondern bei Mehrfamilienhäusern auch in ihrem geschossigen Aufbau die soziale Stellung ihrer Bewohner spiegeln. So etwa wurde die erste Etage bzw. das Hochparterre meist "Bel Etage" genannt und war mit ihren besonders hohen Decken und ihren reichen Stuckverzierungen dem wohlhabenderen Bürgertum vorbehalten. Nach oben wurde die soziale Stellung der Bewohner mit abnehmender Geschosshöhe meist immer geringer. Eine Besonderheit der Gründerzeitarchitektur sind nach einem Gesamtkonzept angelegte repräsentative Villenkolonien.

Historismus - ausgehendes 19. Jahrhundert

Der Romantische Historismus zeichnet sich durch eine langsame Ablösung vom Klassizismus aus. Bevorzugter Stil sind Neugotik und Neorenaissance, allerdings werden immer wieder "stilfremde" Elemente kombiniert, so dass es sich um keine einfache Nachahmung der historischen Stile sondern um subjektive Interpretationen handelt. Auch Elemente aus nicht-westeuropäischen Stilen (etwa maurisch oder byzantinisch) werden kombiniert. Der Strenge Historismus dagegen versucht "reine Elemente" des vergangenen Formvokabulars kunsthistorisch korrekt zu kombinieren. Der Subjektivismus des romantischen Historismus wird abgelehnt, versucht wird einen lehrbaren und objektiv richtigen Stil zu finden, der sich aus den Formendetails ableitet. Bevorzugter Stil ist die Neorenaissance.

Im Späthistorismus wird die Orientierung an die Renaissance durch eine Orientierung an den Barockstil (Neobarock) abgelöst. Die strenge Orthographie der vorhergehenden Phase löst sich zugunsten einer freieren Interpretation der Dekorelemente, die auch nicht mehr streng linear angeordnet werden. Ausbuchtende Erker, Risalite, Kuppeln und ausladende Balkone werden beliebt. In Österreich ist der Historismus nach wie vor der dominierende Stil der größeren Städte, vor allem in Wien, wo nach diesem Muster ganze Stadtviertel gebaut wurden. Es gab zwei Höhepunkte der Bautätigkeit: beim Bau der Ringstraße, der in den 1860er-Jahren begonnen wurde und bei der Regulierung des Wienflusses um 1900, bei der allerdings teilweise auch schon im Jugendstil gebaut wurde. Der Historismus lebte in der Donaumonarchie, wo er sozusagen zum "Reichsstil" wurde, bis 1914 weiter. Um 1900 war Neobarock der häufigste Baustil.

Klassizismus - 1750 und 1830

Die Architektur des Klassizismus folgte der griechisch-römischen Antike besonders deutlich. Im 18. Jahrhundert wuchs das Interesse am Altertum, nachdem die archäologischen Ausgrabungen in Herculaneum 1738 und Pompeji 1748 neue Erkenntnisse über die antike Kunst erbracht hatten. Die Rom-Euphorie des 17. Jahrhunderts wurde von einer neuen Griechenland-Begeisterung überlagert.

Rokoko - 1735 bis 1790

In Österreich gibt es nur vereinzelte Beispiele für den Rokoko, etwa die Inneneinrichtung von Schönbrunn sowie Schloss Leopoldskron in Salzburg. Hier geht der Barock um 1765 fast ohne Zwischenstufen in den Klassizismus über. Das Rokoko (französisch rocaille: kleine Steine, Muscheln) bildete keinen gänzlich eigenen Architektur- bzw. Baustil heraus. Der zierliche, beschwingte, gelegentlich überladen wirkende Dekorationsstil wurde vor allem in Privaträumen, dann auch in Repräsentationsräumen umgesetzt. Das Rokoko hob die während des Barock noch übliche Trennung von öffentlichem und privatem Bereich ästhetisch auf. Von Paris aus wurden die neu in Mode gekommenen Ornamente, Verzierungen und Dekorationselemente recht schnell von venezianischen Dekorateuren übernommen. Eine Entwicklung neuer Bautechniken oder -typen aber blieb aus. Lediglich die Innenräume wurden durch Ornamentstiche, gemalte Girlanden und Grotesken neu gestaltet. Wandgemälde wurden um Stuckleisten und Deckenskulpturen erweitert, wobei zu den bislang üblichen Materialien wie Marmor und Holz nun Gips und Blattgold kamen.

Barock - 1600 bis 1760

Die Barockarchitektur umfasste in ihrem Ursprungsland Italien einen Zeitraum von etwa 1600 bis 1760. Für Sakral- wie Profanbauten des Barock waren ähnliche Gesichtspunkte maßgeblich: Repräsentation, Monumentalität sowie die Integration von Architektur und Landschaft. Kennzeichnen für die Barock-Architektur ist der häufige Gebrauch von plastischen Zierelementen (z.B. Girlanden, Putten aus (vergoldetem) Holz, Gips oder Marmor sowie großflächige Deckengemälde, illusionistische Effekte (z.B. Scheinarchitektur oder Verschmelzung von Malerei und Architektur) und eine generell sehr symmetrische Bauweise.

Renaissance - 15. Jahrhundert

Das neue Bauen der Renaissance beanspruchte eine gewisse Leichtigkeit, ohne jedoch auf Materialität gänzlich zu verzichten. Im Gegensatz zum gotischen Stil wurden wieder geschlossene Flächen betont. Alle Elemente, sogar Pfeiler, wurden plastisch ausgebildet. Der römische Rundbogen und das Tonnengewölbe verdrängten den gotischen Spitzbogen und das Kreuzrippengewölbe. Mit Fensterreihen und Gesimsen, Pilastern und Halbsäulen gliederten Renaissancebaumeister die Wandflächen waagrecht und senkrecht. Die Fenster sind - wie die Portale - rechteckig oder sie enden oben in einem Rundbogen; nicht selten sind sie mit Segment- oder Dreiecksgiebeln verziert. Typisch ist auch das Zwillingsfenster: Eine Säule teilt die beiden oben bogenförmigen Hälften, die von einem gemeinsamen Rundbogen überspannt werden.

Gotik - 1140 bis 1500

In deutlichem Gegensatz zur Romanik mit ihren Stilmerkmalen des Rundbogens, der massiven Bauweise und der kleinen Fensterpartien ist die Architektur der Gotik durch Spitzbögen, hoch aufragende (spitze) Türme, reiche Fassadenverzierung (Fialen, Kreuzblumen, Wimperge etc.) und große, mit Maßwerk versehene Buntglasfensterfronten charakterisiert.