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Häuslbauerstudie 2016

Die wichtigsten Erkenntnisse für den zukünftigen Immobilienmarkt

Die Häuslbauer-Studie von „market Institut“ gibt seit mehr als 20 Jahren Auskunft über die Trends österreichischer Bauherren und Renovierer. Makler können daraus wertvolle Rückschlüsse auf die Entwicklung des Immobilienmarktes ziehen. Wir haben für Sie die wichtigsten aktuellen Ergebnisse zusammengefasst.

Wie gestalten Häuslbauer ihre Finanzplanung?

Insgesamt 1.126 Bauinvolvierte – gegenwärtige und zukünftige Häuslbauer und Renovierer – wurden von dem österreichischen Marktforschungsinstitut zwischen dem 15. Juli und 5. September 2016 zu ihren Bauvorhaben befragt. Eine wesentliche Erkenntnis der Häuslbauerstudie 2016: Eine akribische Planung ist für die Mehrheit der Österreicher unerlässlich, bevor es zum ersten Spatenstich kommt.

Das gilt insbesondere bei der Finanzierung:

  • Planung: 78 Prozent der Befragten halten einen Finanzplan für unerlässlich
  • Eigenmittel: Knapp 70 Prozent achten darauf, möglichst viele Eigenmittel einzubringen, um Schulden zu minimieren
  • Vergleiche: Vier Fünftel vergleichen verschiedene Angebote und Preise
  • Förderungen: 60 Prozent prüfen die Möglichkeiten für Förderungen und Steuereinsparungen

Auch bei der Durchführung der Maßnahmen gehen die Österreicher gewissenhaft vor. Baumängel werden von rund zwei Dritteln der Befragten direkt reklamiert, immerhin knapp 48 Prozent bringen sich mit möglichst viel Eigenarbeit in den Bau- und Modernisierungsprozess ein. Häuslbauer versuchen dadurch, etwa ein Drittel der Kosten für den Bau einzusparen – stattdessen investieren sie unter anderem in Materialqualität. Immerhin 57 Prozent entscheiden sich beim Bau oder bei Renovierungsmaßnahmen für die Verwendung hochwertiger Materialien.

Die Beliebtheit energieeffizienter Häuser

Konventionelle Häuser mit einem Heizwärmbedarf (HWB) von über 50 KWh pro Quadratmeter werden zunehmend zu Auslaufmodellen: Aktuell bauen noch 17 Prozent der Befragten an solch einem Zuhause. In Planung sind diese Häuser dagegen nur noch bei jedem zehnten Häuslbauer.

28 Prozent der rezenten oder zukünftigen Häuslbauer bauen oder planen derweil ein Niedrigenergiehaus. Lediglich ein Fünftel entscheidet sich dagegen für ein Niedrigstenergiehaus oder Passivhaus – ein nahezu unveränderter Wert zu 2015. Laut "market Institut" könnten dafür möglicherweise die höheren Anforderungen an die Planung des Hauses und an den Bauvorgang ausschlaggebend sein.

Das Energiethema gestalte sich schließlich für viele Häuslbauer und Sanierer nach wie vor als komplex und teils undurchschaubar: Der Großteil der Befragten (37 Prozent) konnte keine Auskunft über die Energiekennzahlen ihres (geplanten) Hauses geben.

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Wohlfühlfaktoren: Was am meisten zählt

Ein gutes Raumklima, angenehme Wohnatmosphäre und Gemütlichkeit sind für über 50 Prozent der Befragten die zentralen Wohlfühlfaktoren bei ihrem neuen Zuhause. Weiters sind Eigenschaften wie „viel Platz, großzügige Zimmer und genug Wohnfläche“ sowie „eine ruhige Lage und eine schöne Aussicht“ wichtig.

Was bedeutet das für den Immobilienmarkt der Zukunft?

Häuslbauer vertreten hierzulande hinsichtlich der Bauplanung und Umsetzung weiterhin traditionelle Werte: Eine große Wohnfläche und eine ruhige Lage sind für Österreicher zentrale Wohlfühlfaktoren. Gemütlichkeit hat einen hohen Stellenwert – bei der Vermittlung von Objekten kann deshalb Homestaging eine sinnvolle Verkaufsstrategie sein, um Interessenten unmittelbar von der Wohnlichkeit des Objekts zu überzeugen.

Gleichzeitig ist für die Befragten eine möglichst günstige Finanzierung das A und O. Dies kann auch auf Kosten der Energieeffizienz gehen. Der Trend zum umweltbewussten Bauen etabliert sich so zwar zunehmend – allerdings nur schleppend. Mehr als jeder dritte Häuslbauer kennt den Heizwärmebedarf seiner Immobilie nicht. Die Häuser in naher Zukunft werden zwar vermehrt einen Niedrigenergiehausstandard aufweisen. Ein umfassender Umstieg auf hocheffiziente Niedrigstenergiehäuser oder Passivhäuser lässt hingegen vorerst auf sich warten.

Für Makler kann deshalb mehr Überzeugungs- und Aufklärungsarbeit anfallen: Wenn die höheren Anschaffungspreise von Passivhäusern beispielsweise abschrecken, sollten Sie auf die geringen Energiekosten hinweisen und über Finanzierungsmöglichkeiten informieren. So können Sie Interessenten von der Wirtschaftlichkeit energieeffizienter Häuser überzeugen.