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Volatilität

Risiko einer Kapitalanlage bewerten

In Immobilien zu investieren gilt in Österreich als relativ sichere Anlage mit guten Aussichten auf Wertsteigerung. Wer sich für ein Immobilieninvestment interessiert, wird mit dem Begriff der Volatilität konfrontiert werden. Was wird darunter verstanden? Und wie kann sie die Entscheidung für eine Immobilie beeinflussen?

Was versteht man unter Volatilität?

Unter Volatilität wird der Schwankungsbereich verstanden, dem Fonds, Rohstoffe, Wertpapiere oder Zinsen innerhalb eines bestimmten Zeitraums unterliegen. Sie bezeichnet das Risiko einer Kapitalanlage, wobei bei den meisten Anlageformen der monatliche Durchschnittswert als Maßstab herangezogen wird. Je größer die Schwankungsbreite ist, umso risikoreicher ist die Wertanlage.

Warum lohnt es sich, in Immobilien zu investieren?

In Zeiten ungewisser wirtschaftlicher Entwicklung wünschen sich österreichische Anleger risikoarme Anlageformen, die trotzdem eine hohe Rendite versprechen. Ein Vergleich der Anlagen der letzten fünf Jahre zeigt, dass Immobilien insgesamt die höchste Gesamtrendite erzielen konnten, etwa ein Drittel weniger brachten Anleihen ein, Aktien waren hingegen deutlich abgeschlagen. Unter einer langfristigen Betrachtung von zehn Jahren zeigt sich, dass der Aktienmarkt insgesamt einen enormen Wertverlust erlitten hat, während die Rendite bei Immobilien relativ konstant geblieben ist. Die Schwankungsbreite ist bei Immobilien erheblich niedriger als bei Aktien.

Wie wird die Schwankungsbreite von Immobilien ermittelt?

Wie hoch das Risiko bei Immobilieninvestments ist, hängt von den aktuellen Marktpreisen und der Marktentwicklung ab. Der Durchschnittswert wird jeden Monat oder jedes Jahr aufs Neue ermittelt und im Immobilienpreisspiegel vermerkt.

Wie wird sich der Wert von Immobilien entwickeln?

Insbesondere für die österreichischen Städte und Tourismusgebiete ist zu erwarten, dass die Immobilienpreise weiter konstant steigen werden, jedoch nicht mehr so schnell wie bisher. Teure Immobilien haben hingegen ihr Limit annähernd erreicht, hier sind in den nächsten Jahren keine großen Preisänderungen zu erwarten. Dementsprechend ist nicht garantiert, dass die Rendite auf dem hohen Stand wie bisher bleiben wird.

Welche Vorteile hat die geringe Schwankungsbreite?

Immobilien sind aktuell eine sehr teure Wertanlage. Objekte, die vor 20 Jahren gekauft wurden, haben eine enorme Wertsteigerung erfahren, die heutzutage nicht mehr in diesem Ausmaß erwartet werden kann. Trotzdem lohnt es sich weiterhin, in Immobilien zu investieren, da umgekehrt auch kein oder je nach Lage nur ein geringer Wertverlust zu erwarten ist.

Welche Aspekte beeinflussen die Wertenwicklung?

Abgesehen von der allgemeinen Volatilität müssen bei Immobilienanlagen auch individuelle Gegebenheiten berücksichtigt werden. So sind etwa bei Objekten in beliebten Wohngegenden nur geringe Schwankungen zu erwarten, während sie in ländlichen Regionen besonders im Osten Österreichs sehr stark sein können.

Um die zu erwartende Rendite zu ermitteln, müssen neben Ausstattung und Größe objektebezogene Einflussgrößen wie Infrastruktur oder die demographische Entwicklung bei der Entscheidung für ein Investment berücksichtigt werden.

Bei Aktien oder Optionsscheinen wird zwischen einer historischen und einer impliziten Volatilität unterschieden. Die historische Schwankungsbreite wird anhand der historischen Kurse des Basiswertes ermittelt. Die implizite Schwankung bezeichnet die aktuell gültige Schwankungsbreite für den Optionsschein. Liegt die implizite über der historischen Schwankung, ist der Optionsschein vergleichsweise riskant. Um die wahrscheinliche Entwicklung des Aktienwerts zu ermitteln, kann der VDAX als Orientierungshilfe dienen. Er gibt die Erwartungen bezüglich der Schwankungen an.

Wie wird die Schwankungsbreite berechnet?

Die historische Breite der Preisschwankungen basiert auf der statistischen Normalverteilung. Sie gibt nicht die günstigsten und die teuersten Preise an, sondern die im Durchschnitt günstigsten und teuersten, also die Standardabweichungen vom Durchschnittswert. Dabei ist zu berücksichtigen, welche Werte die Grundlage für die Berechnung des Durchschnitts sind. So kann die Preisschwankung etwa anhand der Tagesrenditen, aber auch der Quartalsrenditen ermittelt werden.