Ab 1. Juli 2022 werden in Österreich strengere Regeln für die Vergabe von Wohnkrediten gelten. Was konkret geschehen soll und was dies für dich bedeutet, liest du hier.

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Welche Regelungen werden gelten?
  • Du musst mindestens 20 % des Kaufpreises deiner Wohnimmobilie als Eigenkapital einbringen.

     

  • Der Kredit darf maximal über einen Zeitraum von 35 Jahren laufen. 

     

  • Die Kreditrate darf maximal 40 % deines monatlichen Nettoeinkommens betragen. 

Nachdem im Dezember 2021 schon über neue Vorschriften zur Vergabe von Wohnkrediten diskutiert wurde, scheint dies nun bald Realität zu werden. Künftig sollen sämtliche Kredite zur Finanzierung von Wohnimmobilien nur ausgestellt werden, wenn Kreditnehmer:innen mindestens 20 Prozent Eigenkapital einbringen können. Dies war bisher nur eine Empfehlung, soll ab 1. Juli 2022 jedoch verpflichtend gelten. Der Grund? Der Vergabeprozess für Kredite sei in Österreich zu locker, meinen die österreichische Nationalbank und die Finanzmarktaufsicht (FMA). Die Maßnahmen sollen gesetzt werden, um die starken Preissteigerungen von Wohnimmobilien zu bremsen und die Erhaltung eines stabilen Immobilienmarktes sicherzustellen. Wer aber aktuell einen Immobilienkauf plant und die kommenden Regeln nicht erfüllen kann, sollte sich jetzt rasch um einen Kredit bemühen.

Welche konkreten Maßnahmen sollen kommen?

Wenn du ab Juli 2022 einen Kredit für den Kauf einer Wohnimmobilie brauchst, musst du mindestens 20 % des Kaufpreises (inkl. Nebenkosten) als Eigenkapital einbringen. Weiters darf die Laufzeit eines Wohnkredites die 35-Jahresmarke nicht mehr übersteigen. Die Kreditrate darf zudem maximal 40 % des monatlichen Haushaltsnettoeinkommens betragen.

Deine mögliche Kreditrate, Eigenmittel und Kreditbedarf kannst du einfach mit dem Finanzierungsrechner von ImmoScout24 berechnen.   

hint
Mehr als 50 % aller Kreditnehmer:innen erfüllen Standards nicht vollständig.

In Österreich wäre laut Angaben der österreichischen Nationalbank (OeNB) mehr als jede:r zweite:r Kreditnehmer:in aufgrund dieser neuen Auflagen nicht mehr kreditwürdig. Zurzeit kann die Hälfte aller Kreditnehmer:innen nicht die nötigen 20 % Eigenkapital aufbringen und rund ein Fünftel zahlt mehr als 40 % des monatlichen Nettoeinkommens als Kreditrate.

Wieso kommen neue Regeln?

Die Maßnahmen werden gesetzt, um potenziell schwierige Situationen am Immobilienmarkt zu verhindern. Nach Angaben der OeNB steht Österreich jedoch nicht vor dem Platzen einer Immobilienblase. Der heimische Immobilienmarkt gilt weiterhin als stabil. Die Dynamik der steigenden Preise sowie die Möglichkeit eines Systemrisikos sollen jedoch durch diese rechtlichen Schritte gebremst werden.

Was bedeutet das für dich als Kreditnehmer:in?

Künftig bedeutet dies für dich, dass es schwieriger wird, einen Wohnkredit in Anspruch zu nehmen – vor allem wenn du die neuen Voraussetzungen zur Kreditvergabe nicht erfüllst. Zwar wird es wahrscheinlich weiterhin Möglichkeiten geben, einen Kredit durch die Option der Vollfinanzierung zu erlangen, dies ist aber mit viel höheren Zinsen, höheren Nebenkosten sowie einem höheren Risiko verbunden.

Reinhard Rosenstatter, Geschäftsführer von schlau-finanziert, einem Finanzierungspartner von ImmoScout24, dazu:

„Die kommende verpflichtende Eigenmittelquote stellt vor allem Normalverdiener ohne nennenswerte Ersparnisse vor eine Herausforderung. Eigentum wird damit nur für jene möglich sein, die über eine entsprechende Erbschaft oder Schenkung verfügen bzw. Eigenmittel in der Höhe dieser Quote ansparen konnten. Andernfalls bleiben nur kostenintensive Alternativen. Es ist also überaus wichtig, die Finanzierung vor Gültigkeit der verpflichtenden Eigenmittelquote auf Schiene zu bringen.“

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Tipp:

Nutze den Finanzierungsrechner von ImmoScout24, um verschiedene Szenarien durchzuspielen und so einen guten ersten Eindruck deines Budgets für deine Immobilienfinanzierung zu erhalten!