Der erste Schritt in Richtung Eigenheim

Die Berechnung der Einnahmen und Ausgaben eines Haushaltes bilden die Grundlage für ein Finanzierungskonzept. Informiere dich hier.

einnahmen-ausgaben-rechnung

Wer ein Haus bauen oder kaufen möchte, muss in der Regel einen Kredit aufnehmen. Wie viel Geld Sie monatlich für die Darlehensraten aufbringen können, lässt sich am besten durch eine Auflistung aller Einnahmen und Ausgaben einschätzen. Auch eine Reserve für unvorhergesehene Kosten sollten Sie einplanen.

Je detaillierter die Auflistung, desto realistischer die Kreditraten

Die monatlichen Raten sollten so berechnet sein, dass Sie die Kreditraten abbezahlen können, ohne sich dabei zu sehr einzuschränken oder zu verschulden. Je genauer Sie sich Ihre Einnahmen und Ausgaben ansehen, desto realistischer fallen die monatlichen Kreditraten aus. Die Kontoauszüge der vergangenen zwölf Monate sind eine gute Berechnungsgrundlage: So werden auch Abbuchungen berücksichtigt, die nur quartalsweise oder jährlich anstehen.

Erster Schritt: Aufstellung der Einnahmen

Tragen Sie zuerst alle Einnahmen des vergangenen Jahres zusammen. Unterteilen Sie die Beträge in regelmäßige und unregelmäßige Einkünfte. Als regelmäßige Einnahmen gelten beispielweise Zinsen für angelegte Ersparnisse, die staatliche Familienbeihilfe und das monatliche Nettoeinkommen des Hauptverdieners. Einkünfte aus zusätzlichen Nebenjobs sollten Sie besser nur zur Hälfte einberechnen, da diese Beträge als Basis für die monatlichen Kreditraten zu unzuverlässig sind. Unregelmäßige Einnahmen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld sind generell zu unsicher für die Kalkulation.

Beispiel: Einnahmen einer vierköpfigen Familie

Einnahmen

Posten

monatliches Nettogehalt des Hauptverdieners

2.500 Euro

Nettogehalt des Ehepartners

700 Euro

Nebeneinkünfte, etwa aus einem Minijob

350 Euro

Familienbeihilfe für zwei Kinder

380 Euro

Summe der Einnahmen

3.930 Euro

Zweiter Schritt: Aufstellung der Ausgaben

Als nächstes geht es an die Auflistung Ihrer Ausgaben – allen voran die regelmäßigen Fixkosten. Dazu zählen Miete, Wohnnebenkosten, Versicherungsbeiträge, Kfz-Steuer, Telefon- und Internetkosten, Rundfunkgebühren und Lebensversicherungsbeiträge. Auch Lebenshaltungskosten für Lebensmittel, Kleidung, Körperpflege, Haushaltswaren und Benzin gehören in die Aufstellung. Planen Sie zudem die Nebenkosten inklusive Gebäudeversicherung mit ein, die in Ihrem neuen Eigenheim anfallen. Kalkulieren Sie etwas großzügiger, damit Sie für unvorhergesehene Kosten wie Autoreparaturen oder eine neue Waschmaschine finanziell gewappnet sind. Auch kleinere Ausgaben für Kinokarten, Geburtstagsgeschenke oder Restaurantbesuche sollten ohne Überziehen Ihres Kontos möglich sein.

Beispiel: Ausgaben einer vierköpfigen Familie

Einnahmen/Ausgaben Posten

Monatliche Einnahmen

3.930 Euro

Kreditraten

150 Euro

Telefon, Internet und Mobiltelefon

80 Euro

Lebenshaltungskosten

1.500 Euro

Rundfunk- und Fernsehgebühren

23,20 Euro

Kfz-Steuer und Versicherung

100 Euro

Versicherungen

510 Euro

Wohnnebenkosten

200 Euro

Reserve

140 Euro

Familiennettoeinkommen

1.226,80 Euro 

Dritter Schritt: monatliche Kreditraten ermitteln

Nach Abzug der Ausgaben bleibt das Familien-Nettoeinkommen übrig. Es ist die Berechnungsgrundlage für die Maximalhöhe der Kreditraten. Ein positiver Nebeneffekt der Einnahmen-Ausgaben-Berechnung: Ihr Blick für mögliche Spar-Maßnahmen wird geschärft. Vielleicht stellen Sie fest, dass es für Ihre Bedürfnisse einen günstigeren Stromanbieter oder Mobiltelefon-Tarif gibt. Damit Sie auch in Zukunft den Überblick über Ihre Finanzen behalten, empfiehlt es sich, das Haushaltsbuch weiterzuführen. Ob Sie Ihre Einnahmen und Ausgaben in einem Notizbuch, einer Excel-Tabelle, einem Computerprogramm oder einer Handy-App festhalten, hängt von Ihren persönlichen Vorlieben ab.