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Ideale Ateliers für jedes Gewerbe

Atelier – genug Platz für kreative Arbeit

Ateliers sind in Österreichs Städten sehr häufig – vor allem in Wien, Salzburg, Graz und Linz, die als Zentren der österreichischen Kunst und Kultur gelten. Doch nicht jeder Raum eignet sich als Atelier oder darf als solches verwendet werden. Bei der Suche nach einer passenden Immobilie ergeben sich viele Möglichkeiten in unterschiedlichen Größen, Ausstattungen und Lagen.

1. Was zeichnet ein Atelier aus?

2. Welche Kriterien muss ein Atelier erfüllen?

3. Welche Vorteile hat die eigene Kunstwerkstatt?

4. Was ist bei der Entscheidung zwischen Miete, Kauf und Pacht zu berücksichtigen?

5. Welche rechtlichen Grundlagen spielen eine Rolle?

6. Wann darf eine Wohnung als Atelier genutzt werden?

 

1. Was zeichnet ein Atelier aus?

Der Begriff Atelier kommt aus dem Französischen und bedeutet Werkstatt. Es handelt sich um den Arbeitsplatz von freischaffenden Künstlern wie Bildhauer, Modedesigner, Zeichner oder Fotografen. Häufig werden die Kunstwerke dort auch ausgestellt und zum Verkauf angeboten. Vor allem in den Städten kommt es oft vor, dass der Arbeitsplatz zugleich auch der Wohnort des Künstlers ist.

Dadurch unterscheidet sich das Atelier von einer Galerie, in der Kunst ausschließlich ausgestellt wird und die Werke verschiedene Künstler präsentiert werden.

In Bezug auf die Optik zeichnen sich typische Ateliers durch hohe Räume mit großen Fenstern und einfacher Ausstattung aus. Häufig beschränken sie sich auf einen einzigen großen Raum. Gerne werden auch Lofts oder alte Fabrikräume als Kunstwerkstätten genutzt.  

2. Welche Kriterien muss ein Atelier erfüllen?

Lage

In Bezug auf die Lage hängt es davon ab, ob das Atelier auch für den Verkauf der Werke oder als Ausstellungsraum genutzt wird. Ist dies der Fall, ist eine zentrale Lage in einer der österreichischen Landeshauptstädte und in der Bundeshauptstadt Wien von Vorteil. Dort eignen sich Standorte in Künstlervierteln, da hier mit interessierter Laufkundschaft gerechnet werden kann.

Werden sperrige Güter verkauft, sind Fußgängerzonen als Standort nicht geeignet. In solchen Fällen müssen Auslieferungen mit Transportern möglich oder zumindest ausreichend Parkmöglichkeiten direkt vor dem Gebäude vorhanden sein.

Erfolgt kein direkter Verkauf, kann eine Immobile außerhalb von Künstlervierteln und Städten gewählt werden. Gute Standorte für große Ateliers sind Industrieviertel und Gewerbeviertel.

Ausstattung

Welche Ausstattung vorhanden sein muss, hängt von der Art des Kunsthandwerks ab. Ein Fotoatelier benötigt zum Beispiel viele Stromquellen, die zur gleichen Zeit genutzt werden können. In Altbauten mit veralteten Elektroinstallationen können bei zu starker Belastung schnell die Sicherungen fliegen. Der Grundriss sollte in mindestens zwei Räume aufgeteilt werden, von denen einer für die Fotoentwicklung komplett verdunkelt werden kann.

Für Maler wiederum sind folgende Aspekte wichtig:

  • ein großes Waschbecken mit der Möglichkeit, die Utensilien gründlich zu reinigen
  • helle Räume
  • ein gutes Lüftungssystem

ein Raum, in dem die Bilder bei konstanten Temperaturen und niedriger Luftfeuchtigkeit gelagert werden können

Größe

Wie groß das Atelier sein soll, hängt von der Größe der Werke, der Produktivität des Künstlers und dem Bedarf an Lager- und Ausstellungsflächen ab. Je spezieller die Kunst und je kleiner der Interessentenkreis, umso kleiner können die Räumlichkeiten sein. Werden vor allem Auftragsarbeiten ausgeführt, kann ein kleines Studio reichen. Auch Kreative, die sich noch keinen Namen gemacht haben, sollten nicht zu groß planen, um Betriebskosten sparen zu können.

Wird die Arbeitsstätte gleichzeitig als Wohnraum genutzt, empfehlen sich Räumlichkeiten auf zwei Etagen.

Helligkeit

Als Arbeitsplatz, an dem es auf ein detailliertes, teils filigranes Arbeiten ankommt, muss ein Atelier hell sein und über eine sehr gute Beleuchtung verfügen. Bei Altbauten kann eine nachträgliche Änderung der Beleuchtung sehr aufwendig und teuer sein. Bei Malerateliers muss die Möglichkeit bestehen, lichtempfindliche Gemälde vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. 

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3. Welche Vor- und Nachteile hat die eigene Kunstwerkstatt?

Vorteile Nachteile

+ Mehr Platz in der eigenen Wohnung

- Miete oder Kaufpreis und Betriebskosten müssen bezahlt werden

+ Klare Trennung von Arbeit und Privatraum ermöglicht es, in der Freizeit besser abzuschalten

- Je nach Lage weite Wege bis zum Atelier notwendig

+ Trennung macht einen professionellen Eindruck

- Künstler muss ein Objekt finden, in dem er sich absolut wohl fühlt und das seine Kreativität fördert

+ Produktion mit gleichzeitigem Verkauf möglich

- Auch in unkreativen Phasen muss die Miete bezahlt werden

4. Was ist bei der Entscheidung zwischen Miete, Kauf und Pacht zu berücksichtigen?

Ein Atelier mieten

Die Miete ermöglicht höchste Flexibilität. Entwickelt sich zum Beispiel eine große Nachfrage und damit mehr Platzbedarf, kann ein neues Objekt angemietet werden. Mit Beendigung des Mietvertrags enden die finanziellen Verpflichtungen gegenüber dem Vermieter. Das ist vor allem in Städten ein wichtiger Punkt, da sich dort häufig neue Künstlerviertel entwickeln und die bisherigen Standorte deshalb an Attraktivität verlieren.

Ein weiterer Vorteil der Miete ist, dass sich die Anfangskosten auf die Kaution, die erste Miete und den Künstlerbedarf beschränken und deshalb nur wenig Eigenkapital vorhanden sein muss.

Ein Nachteil der Miete ist, dass die Mietpreise steigen können. Außerdem muss sich der Mieter an Vorgaben des Vermieters halten: So kann er zum Beispiel nicht nach eigenem Ermessen neue Kabel für eine bessere Beleuchtung durch die Wände ziehen. Er muss zuerst das Einverständnis einholen.

Ein Atelier pachten

Neue freie Künstler bekommen nur sehr schwer einen Kredit und wenn, dann zu ungünstigen Konditionen mit hohen Zinsen. Wenn kein Eigenkapital vorhanden ist, ist deshalb die Pacht eine interessante Option. Ein Pachtverhältnis bietet den Vorteil, dass eine betriebsbereite Immobilie bereitgestellt wird. Der Pächter übernimmt die Einrichtung und kann sofort mit der Arbeit beginnen. Die Räume sind durch den Vorgänger bereits ideal eingerichtet.

Ein Nachteil des Pachtverhältnisses ist, dass der Pächter für einen Austausch der Einrichtung das Einverständnis des Verpächters braucht und geklärt werden muss, wer die Kosten dafür übernimmt. Ein weiterer häufiger Streitpunkt ergibt sich bei der Auflösung des Pachtvertrags. Hier ergeben sich oft Unstimmigkeiten darüber, was über eine übliche Abnutzung, die mit der Pacht abgegolten ist, hinausgeht. Ein weiterer Nachteil ist, dass Pachtverträge in der Regel befristet sind.

Ein Atelier kaufen

Ein Atelier zu kaufen hat den Vorteil, dass der Besitzer zu keiner Zeit eine Kündigung oder eine Erhöhung der Miete befürchten muss. Außerdem kann er, sofern die anderen Miteigentümer des Hauses nicht belästigt werden und es die Bauordnung zulässt, die Räume nach eigenem Ermessen verändern. Sobald die Finanzierungskosten beglichen sind, fallen nur mehr Betriebs- und Instandhaltungskosten an. Die Räume sind eine finanzielle Sicherheit, wodurch günstige Bankkredite möglich sind.

Die Kaufpreise sind vor allem in guten Lagen sehr hoch. Selbst bei einer Finanzierung mittels Kredit müssen mindestens 25 Prozent Eigenkapital vorhanden sein, damit ein Kredit gewährt wird. Die Immobilie kann an Wert verlieren, etwa wenn der Standort an Attraktivität verliert. Dann wird es schwer, sie weiterzuverkaufen, auch weil es generell nur einen eingeschränkten Interessentenkreis gibt. Gibt der Besitzer sein Handwerk auf und findet er keinen Käufer, handelt es sich um totes Kapital, für das Steuern und Erhaltungskosten anfallen. 

5. Welche rechtlichen Grundlagen spielen eine Rolle?

Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz

Sobald das Atelier öffentlich zugänglich ist, unterliegt es dem Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz. Alle Räume, die zum Atelier gehören, müssen sowohl für Menschen ohne als auch mit Behinderung problemlos zugänglich sein. Das erfordert zum Beispiel das Fehlen von Stufen, breite Gänge und Türstöcke sowie große Bewegungsflächen.

Brandschutz

Als Arbeitsstätte unterliegt eine Künstlerwerkstatt den österreichischen Brandschutzbestimmungen. Das bedeutet, dass sie über Löschhilfen, Flucht- und Rettungswege inklusive Fluchtplänen und Brandmeldeanlagen verfügen müssen.

Gewerbeordnung

Künstler, deren Werke einem bestimmten Kunstzweig wie etwa der Fotografie oder bildenden Kunst, zugeordnet werden können, brauchen für die Ausübung ihres Berufs keinen Gewerbeschein. Werden hingegen kunstvolle Gebrauchsgegenstände wie Designermöbel hergestellt, muss ein freies oder ein branchennahes Gewerbe angemeldet werden. Handelt es sich lediglich um eine häusliche Nebenbeschäftigung, muss kein Gewerbeschein beantragt werden.

Im österreichischen Künstler-Sozialversicherungsfondsgesetz wird definiert, wann es sich um eine künstlerische oder kunsthandwerkliche Tätigkeit handelt. Im Zweifelsfall kann eine Künstlerkommission anhand eines Werkportfolios darüber entscheiden.

Energieausweis

In Österreich ist die Vorlage eines Energieausweises Pflicht. Bevor ein Miet-, Kauf- oder Pachtvertrag für das Atelier unterzeichnet wird, muss der Interessent prüfen, ob dieser vorhanden ist. Auch ein Blick auf die Werte ist hilfreich, besonders in Bezug auf die Dämmung, die den Erhalt empfindlicher Kunstwerke beeinflussen kann.

Sozialversicherungsgesetz

Selbständige Künstler, die kein Gewerbe anmelden müssen, gelten in Österreich als Neue Selbstständige. Als solche sind sie dazu verpflichtet, eine Pensions-, Kranken- und Unfallversicherung abzuschließen. Die Versicherung hat mit dem Tag zu beginnen, an dem das Handwerk offiziell professionell ausgeführt wird.

Steuerrecht

Ein Künstler, der seine Werke verkauft, muss Einkommenssteuer und Umsatzsteuer zahlen, wobei ein ermäßigter Steuersatz von zehn Prozent gilt. In Bezug auf die Einkommenssteuer besteht die Wahl zwischen einer Berechnung anhand der tatsächlichen Betriebsausgaben oder einer Pauschalierung dieser mit zwölf Prozent der Nettoeinnahmen.

 

6. Wann darf eine Wohnung als Atelier genutzt werden?

Hobbykünstler dürfen ihre Privatwohnung jederzeit als Atelier nutzen. Künstler, die ihre Werke verkaufen, müssen hingegen eine Wohnung wählen, die laut Flächenwidmungsplan die gleichzeitige Nutzung als Arbeitsstätte erlaubt. Die diesbezüglichen Bestimmungen sind auch Bestandteil des Miet- oder Wohnungseigentumsvertrags. Handelt es sich nur um Wohnraum, muss eine Umwidmung oder Genehmigung erfolgen.

Wer eine Wohnung mit Atelier in Wien kaufen, mieten oder pachten möchte, muss darauf achten, dass dafür keine Umwidmung erforderlich ist. In der österreichischen Hauptstadt gibt es nämlich Wohnzonen, in denen dies bis auf wenige besondere Ausnahmen nicht möglich ist.

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