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Energieausweis

Alles, was Sie als Vermieter und Verkäufer wissen müssen

Der Energieausweis dient der energetischen Bewertung von Häusern und Wohnungen. Die Vorlage ist für Vermieter und Verkäufer Pflicht – mit einigen Ausnahmen.

Was ist der Energieausweis?

Das Energieausweisvorlagegesetz (EAVG) soll Bauherren und Eigentümer von Immobilien zu energieeffizienten Maßnahmen und Sanierungen ermutigen. Der Energieausweis wirkt sich nicht nur positiv auf die Umwelt aus, sondern auch auf die Betriebskostenabrechnungen der Käufer und Mieter. Zudem erleichtert er den objektiven Vergleich verschiedener Immobilien.

Im Energieausweis sind alle energierelevanten Daten eines Gebäudes festgehalten. Anhand der aufgeführten Daten wird der Gesamtenergiebedarf der Immobilie berechnet. Ziel ist es, europaweit die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden zu steigern. Der Energieausweis wird so zum Energie-Gütesiegel für Wohnungen und Häuser. Er muss dem Käufer oder Mieter spätestens zur Abgabe der Vertragserklärung vorliegen. Von da an ist er zehn Jahre gültig. In Inseraten müssen der im Ausweis genannte Heizwärmebedarf und Gesamtenergieeffizienzfaktor angegeben werden.
 

Wann ist ein Energieausweis erforderlich?

  • Die Vorlage des Energieausweises ist seit 1. Jänner 2008 bei allen Neubauten Pflicht.
  • Dasselbe gilt für den Verkauf und die Vermietung von Gebäuden oder einzelnen Wohneinheiten.
  • Wird eine Nettogrundfläche von mehr als 1.000 Quadratmetern umfassend saniert.
  • Übersteigen Sanierungskosten ein Viertel des Bauwertes.
  • Werden drei oder zwei wichtige Bauteile und die Haustechnik saniert.
     

Welche Ausnahmen gibt es bei Wohngebäuden?

Einige Wohngebäude sind von der Vorlagepflicht des Energieausweises ausgeschlossen:

  • Abbruchreife Immobilien
  • Provisorisch errichtete Objekte mit einer Nutzungsdauer unter zwei Jahren
  • Ferienimmobilien, die unter dem durchschnittlichen Energieverbrauch eines Vierteljahres liegen
  • Freistehende Gebäude mit einer Gesamtnutzfläche unter 50 Quadratmetern

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Wer stellt einen solchen Ausweis aus?

Der Energieausweis ist nur gültig, wenn er von einem Sachverständigen ausgestellt wird. Das sind beispielsweise Architekten, Ingenieure oder Handwerksmeister wie Heizungsbauer und Schornsteinfeger. Empfohlen werden Experten mit Zusatzausbildung als Energieberater.
 

Was wird zur Erstellung des Energieausweises benötigt?

Der Energieausweis muss den Heizwärmebedarf in Kilowattstunden pro Quadratmeter pro Jahr und seit Dezember 2012 den Gesamtenergieeffizienzfaktor enthalten. Auch Vorschläge für Energiesparmaßnahmen, ein Einreichplan inklusive Grundriss, Schnitt, Lageplan und Ansichten sowie Fotos von der Immobilie sind erforderlich. In einer Bauteilbeschreibung müssen zudem alle Bauteile aufgelistet sein, die für die Dämmung ausschlaggebend sind. Im Falle von Neubauten sind diese Bauteile im Bauplan enthalten.
 

Checkliste zur Bauteilbeschreibung bei bestehenden Immobilien

In die Bauteilbeschreibung gehören der Aufbau…

  • …der Wand zwischen Keller und Erdgeschoss, wenn der Keller nicht beheizt wird.
  • …der Wand zwischen Wohngebäude und unbeheizter Garage.
  • …des Bodens eines Wohnraumes, unter dem sich ein Balkon befindet.
  • …der Wand zum unbeheizten Dachraum.
  • …von Wänden, die direkt an den Erdboden grenzen.
  • …der Wand zum unbeheizten Spitzboden.
  • …des Bodens eines Wohnraumes, der über einem Außenbereich liegt.
     

Gehören Energiekennzahlen in das Inserat?

Vermieter und Verkäufer von Wohnungen sind verpflichtet, in Inseraten Informationen aus dem Energieausweis anzugeben. Konkret müssen der Heizwärmebedarf und der Gesamtenergieeffizienzfaktor ausgewiesen werden – sowohl in Printmedien als auch im Internet. Wer dies unterlässt, begeht eine Verwaltungsübertretung und muss mit einer Geldstrafe von bis zu 1.450 Euro rechnen.
 

Welche Ausnahmen gelten für Ferienimmobilien?

Ausnahmen gibt es für Gebäude die nur frostfrei gehalten werden, abbruchreife Immobilien, religiöse Gebäude, provisorisch errichtete Objekte mit einer Nutzungsdauer unter zwei Jahren, Industrieanlagen und landwirtschaftliche Gebäude. Dies gilt auch für Ferienimmobilien die unter dem durchschnittlichen Energieverbrauch eines Vierteljahres liegen sowie freistehende Gebäude mit einer Gesamtnutzfläche unter 50 Quadratmetern.
 

Welchen Vorteil hat der Energieausweis?

Der wesentliche Vorteil des Energieausweises liegt in der Transparenz für Käufer und Mieter. Wer eine Wohnung oder ein Haus kauft oder mietet bekommt durch den Energieausweis rasch einen Überblick, welche Nebenkosten im Bereich Energie anfallen. Die Kostenplanung wird dadurch erleichtert. Zusätzlich werden die Verkäufer dazu ermutigt, ihre Immobilien auf den neuesten Sanierungsstand zu bringen – was im Endeffekt die Umwelt schont und einen positiven Effekt auf die Betriebskosten hat.