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Entrümpelung

Was Sie als Vermieter wissen sollten

Verrostete Fahrräder im Innenhof, alte Möbel auf dem Dachboden, eine defekte Waschmaschine im Keller: Als Vermieter müssen Sie sich um die Entrümpelung kümmern. Wer für die Kosten aufkommt und was Sie sonst noch wissen müssen, erfahren Sie hier.

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Wurden im Hausflur, im Innenhof, auf dem Dachboden oder im Keller eines Wohnhauses scheinbar herrenlose Gegenstände abgestellt, lautet die erste Frage: Wem gehört das? Die Antwort entscheidet darüber, ob Sie als Vermieter für die Entsorgungskosten aufkommen müssen. So oder so liegt es an Ihnen, die Objekte zu entfernen. Darum kümmern sich professionelle Entrümpelungsfirmen.

Checkliste: Entrümpelung abgestellter Gegenstände

  • Wurden in allgemeinen Teilen des Wohnhauses Objekte abgestellt, haben Sie als Vermieter die Möglichkeit, den Besitzer in Form von Briefkasteneinwürfen an alle Mieter oder einen Aushang im Hausflur zur Beseitigung aufzufordern.
  • Es ist wichtig, dass Sie dem Verantwortlichen die Möglichkeit geben, die Objekte zu entfernen. Wenn Sie das nicht tun und sich die Mieter beschweren, bleiben Sie gegebenenfalls auf den Entsorgungskosten sitzen.
  • Meldet sich niemand aus dem Haus und gelingt es auch sonst nicht, den Besitzer ausfindig zu machen, liegt es am Vermieter, sich um die Entrümpelung zu kümmern.
  • Sind die Möbelstücke, Fahrräder, Elektrogeräte oder ähnliches erwiesenermaßen herrenlos und wurden sie in einem allgemeinen Teil des Wohnhauses abgestellt, können die Entsorgungskosten unter der Position Müll/Unratabfuhr anteilig als Betriebskosten auf alle Mieter aufgeteilt werden. Das gilt für Mietverträge, die in den Geltungsbereich des Mietrechtsgesetzes (MRG) fallen.
  • Um möglichen Auseinandersetzungen mit den Mietern aus dem Weg zu gehen – beispielsweise dahingehend, ob die abgestellten Objekte wirklich störend sind –, können Sie sich die Notwendigkeit der Entrümpelung behördlich bestätigen lassen. Am weitesten verbreitet sind Brandschutzgründe.
  • Die Kosten für die Beseitigung von Gegenständen, die ein Vormieter in einer Wohnung oder einem Keller- bzw. Dachbodenabteil zurückgelassen hat, dürfen hingegen nicht an die restlichen Mieter weitergeleitet werden.
  • Auch die Entfernung von Bauschutt, der nach einer Wohnungssanierung zurückgeblieben ist, darf nicht in den Betriebskosten aufgelistet werden.
  • Stirbt ein Mieter, kommen die Hinterbliebenen für die Entrümpelung der Wohnung auf. Wenn keine Hinterbliebenen existieren, kümmert sich ein Nachlassgericht um den Sachverhalt.

So erkennen Sie seriöse Entrümpelungsfirmen

Es gibt unzählige Firmen, die anbieten, alte Möbel, Fahrräder oder Elektrogeräte abzuholen. Aber nicht alle sind vertrauenswürdig. Ob Sie es mit einem seriösen Unternehmen zu tun haben, erkennen Sie unter anderem daran, ob die Preise für die Abholung und Entsorgung auf der Website offen kommuniziert werden. Festpreise sind zudem immer empfehlenswerter als Kostenvoranschläge, da Sie so genau kalkulieren können, welche Kosten auf Sie zukommen. Entrümpelungsfirmen sollten unbedingt eine Haftpflichtversicherung vorweisen können. Beim Tragen schwerer, sperriger oder zerbrechlicher Gegenstände kann schon mal etwas zu Bruch gehen. Wurde keine Versicherung abgeschlossen, kann es vorkommen, dass Sie als Auftraggeber auf den Kosten sitzenbleiben.

Wie hoch sind die Kosten für die Entrümpelung?

Die Gemeinden und Stadtmagistrate bieten oft einen eigenen Entrümpelungsdienst an. Die Kosten dafür starten im Schnitt bei ca. 40 Euro pro Quadratmeter. Eine Dachbodenräumung ist wegen der längeren Wegstrecke teurer als eine Kellerräumung, auch für Demontageleistungen muss extra bezahlt werden. Für die Sperrmüllabfuhr und die Entsorgung von Kühlschränken oder Leergebinde sowie Problemstoffe fallen weitere Gebühren an.

Eine private Entrümpelungsfirma kann günstiger sein, mit Preisen ab 25 Euro. Meist werden Pauschalbeträge verrechnet. Vor der Haushaltsauflösung sollte ein Besichtigungstermin vereinbart werden, in dem alle enthaltenen Leistungen besprochen werden.

Kostenlos Entrümpeln

Ist ein Mieter verstorben und es finden sich keine Erben, muss der Vermieter für die Verlassenschaftsräumung und die Kündigung einen Verlassenschaftskurator beauftragen. Ist kein Geld aus der Verlassenschaft der verstorbenen Person vorhanden, muss der Vermieter für die Entrümpelung aufkommen.

In solchen Fällen wird sehr gerne ein kostenloser Entrümpelungsdienst in Anspruch genommen. Häufig handelt es sich dabei um Privatpersonen, die die Räumung unter der Bedingung übernehmen, dass sie wiederverwertbare Gegenstände gewinnbringend weiterverkaufen dürfen. Für den Vermieter kann das eine angenehme Art der Entrümpelung sein, wenn er sich den Auftrag vertraglich zusichert. Denn es muss auch geklärt werden, inwiefern der Sperrmüll übernommen wird. Wird die Wohnung nur nach ihren besten Stücken durchsucht, ist das für den Vermieter keine Hilfe, sondern eigentlich nur Zeitverschwendung.

Anbieter vergleichen

Wie bei allen Dienstleistungen sollten auch bei einer Entrümpelungsfirma verschiedene Anbieter miteinander verglichen werden. Besonders günstige Preise kommen meist dadurch zustande, dass nur die Grundleistungen enthalten sind. Ein höherer Preis lohnt sich daher, wenn nach der Räumung eine besenreine Wohnung übrig bleibt und der Sperrmüll entsorgt ist.

Trendsetter Wien – Eine neue Art der Entrümpelung

Wien hat es vorgemacht, viele weitere Städte in Österreich haben nachgezogen. Das Entrümpeln wird zum Event. Mit Flyern oder über soziale Netzwerke wird ein Termin für eine Haushaltsauflösung angekündigt und Privatpersonen können sich wie bei einem Flohmarkt die Wohnung ansehen und Einrichtungsgegenstände und Deko zu einem günstigen Preis mitnehmen. Solche Veranstaltungen sind längst kein Geheimtipp mehr und werden mit Musik zum regelrechten Happening. Für den Vermieter ist das zwar mehr Arbeit als eine einfache Entrümpelung, jedoch kann er mit dem Verkauf wenigstens die Kosten für die Entrümpelungsfirma, die übriggebliebene Objekte endgültig entsorgt, decken. Häufig findet sich im Rahmen der Wohnungsräumung auch gleich ein neuer Nachmieter.

Wie wird beim Pfandrecht die Entrümpelung geregelt?

Wenn ein Mieter seine Miete nicht zahlt, hat der Vermieter ein Pfandrecht. Das bedeutet aber nicht, dass er die Wohnung einfach räumen kann und die gesamten Möbel verkauft. Zunächst einmal braucht er dafür einen Gerichtsbeschluss, ein Handeln auf eigene Faust ist verboten. Außerdem muss ein Gerichtsvollzieher im Rahmen einer Wohnungsbegehung festlegen, was überhaupt gepfändet werden kann.

Hinterlässt der ehemalige Mieter die Wohnung voll möbliert, muss der Vermieter ihm für eine bestimmte Frist die Chance geben, diese noch abzuholen. Erfolgt keine Reaktion und hat sich der Vermieter rechtlich abgesichert, kann er eine Wohnungsauflösung vornehmen und wiederverwertbare Gegenstände verkaufen. Den Erlös dafür darf er einbehalten, um damit die Kosten für die Hausräumung oder eventuelle Sanierungsmaßnahmen zu bezahlen.