Mehr als die Hälfte schränkt Ausgaben für Freizeit und Konsum ein, nur 16 Prozent müssen nichts reduzieren. Mietende und 30-39-Jährige am stärksten betroffen.
Wien, 07. Mai 2026 – Die steigenden Wohnkosten der vergangenen Jahre haben das Ausgabeverhalten der Menschen spürbar verändert. Eine klare Mehrheit reagiert mit Einschränkungen in verschiedenen Lebensbereichen, um Miete, Energie oder Kreditraten stemmen zu können. Lediglich 16 Prozent der Befragten geben an, bei ihren Ausgaben gar nichts zurückschrauben zu müssen. Das zeigt die aktuelle Innofact-Umfrage für ImmoScout24.at unter 535 Befragten, die im April durchgeführt wurde.
Am häufigsten schränken die Menschen ihre Ausgaben für Essen gehen oder Ausgehen ein. 56 Prozent der Befragten geben an, hier zu verzichten. Auch bei Kleidung und anderen Konsumgütern reduzieren 43 Prozent ihre Ausgaben. Urlaube werden von 39 Prozent der Befragten eingeschränkt.
Darüber hinaus betreffen die Anpassungen auch den Alltag. 34 Prozent geben an, weniger Geld für Freizeitaktivitäten oder Hobbys auszugeben. 29 Prozent reduzieren ihre Ausgaben für Lebensmittel oder Getränke. Rund ein Viertel schränkt außerdem Ausgaben für Einrichtung, Geschenke oder Mobilität ein.
Ein Blick auf die zwei wichtigsten Bereiche zeigt deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Beim Essen gehen oder Ausgehen reduzieren 61 Prozent der Frauen ihre Ausgaben, während es bei den Männern 51 Prozent sind. Auch bei Kleidung und anderen Konsumgütern zeigen sich klare Differenzen. 51 Prozent der Frauen schränken sich hier ein, gegenüber 34 Prozent der Männer.
Die Wohnsituation spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Menschen, die zur Miete wohnen, sind deutlich häufiger gezwungen, ihre Ausgaben zu reduzieren als Eigentümer:innen. 20 Prozent der Eigentümer:innen geben an, keine Anpassungen vornehmen zu müssen. Bei Mietenden liegt dieser Wert bei 14 Prozent. Besonders auffällig ist dies bei Lebensmitteln. 35 Prozent der Mietenden schränken sich hier ein, gegenüber 23 Prozent der Eigentümer:innen. Auch bei Kleidung zeigt sich ein Unterschied von 47 Prozent bei Mietenden zu 38 Prozent bei Eigentümer:innen. Ähnlich verhält es sich bei Freizeitaktivitäten. 36 Prozent der Mietenden nehmen Einschnitte vor, aber nur 31 Prozent der Eigentümer:innen.
Quelle: ImmoScout24-Umfrage durchgeführt von der Innofact AG, April 2026
Auch zwischen den Altersgruppen zeigen sich Unterschiede. Besonders stark betroffen sind Personen im Alter zwischen 30 und 39 Jahren. In dieser Gruppe reduzieren 66 Prozent ihre Ausgaben für Essen gehen oder Ausgehen, deutlich mehr als in anderen Altersgruppen. Auch beim Urlaub liegt diese Altersgruppe mit 50 Prozent an der Spitze. Jüngere Befragte zwischen 18 und 29 Jahren schränken sich ebenfalls häufig ein, etwa bei Freizeitaktivitäten mit 42 Prozent oder beim Ausgehen mit 57 Prozent.
Deutlich weniger betroffen zeigt sich hingegen die Altersgruppe zwischen 40 und 49 Jahren, die in vielen Bereichen geringere Einschnitte angibt. Die älteren Befragten zwischen 50 und 65 Jahren bewegen sich meist im Mittelfeld, zeigen aber bei einzelnen Punkten wie Einrichtung mit 34 Prozent ebenfalls vergleichsweise hohe Anpassungen.
Trotz der hohen Belastung durch Wohnkosten bleiben grundlegende Ausgaben weitgehend unangetastet. Nur 10 Prozent der Befragten geben an, bei Gesundheit oder medizinischer Versorgung zu reduzieren.
Für die Umfrage hat die Innofact AG im April 2026 für ImmoScout24 rund 535 Österreicher:innen von 18 bis 65 Jahren online repräsentativ für die österreichische Bevölkerung befragt
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