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Renovierung

Renovierungskosten richtig einschätzen

Spätestens nach circa 20 Jahren werden bei einem Haus die ersten Ausbesserungsarbeiten fällig. Viele Häuslbauer unterschätzen die Kosten dafür. Deshalb sollte die Renovierung ebenso gut geplant werden wie Baumaßnahmen. Dabei sind einige Überlegungen anzustellen.

Was ist der Unterschied zwischen Renovieren und Sanieren?

Renovieren und Sanieren werden oft synonym gebraucht. Tatsächlich gibt es aber einen Unterschied: Bei Renovierungsarbeiten wird der ehemalige Zustand von bereits vorhandenen Gebäudeteilen erneuert, wie zum Beispiel mit einem Neuanstrich der Fassade. Beim Sanieren werden alte Geräte und ineffiziente Bauteile ausgetauscht oder entsprechend energieeffiziente Bauweisen (Wärmeisolierung) nachgerüstet.

Welche Hausteile müssen am schnellsten ausgebessert werden?

Nachdem sie den Witterungsverhältnissen direkt ausgesetzt ist, ist die Fassade meist als erstes neu zu streichen. Auch Tapeten sind im Laufe der Jahre zu wechseln, Zäune, Geländer, Garagen und Fenster brauchen mit der Zeit einen neuen Anstrich. Meist werden Renovierungsarbeiten gemeinsam mit Sanierungsmaßnahmen durchgeführt.

Was ist beim Kauf von einem renovierungsbedürftigen Haus zu beachten?

Ältere Häuser haben Preise, die unter dem regionalen Durchschnitt liegen. Sie können vergleichsweise günstig sein, wenn die Mehrkosten richtig eingeschätzt werden. Bei der Wohnungsbesichtigung sollte deshalb genau darauf geachtet werden, welche Maßnahmen durchgeführt werden müssen, um das Haus in den gewünschten Zustand zu versetzen. Dabei werden alle zu erledigenden Arbeiten, wie der Wechsel der Heizungen, ein neuer Anstrich oder das Herrichten des Gartens, notiert. Eine Einschätzung von einem Bauexperten kann dabei helfen, die zu erwartenden Kosten richtig einzuschätzen. Der Käufer muss dann entscheiden, ob sich der Aufwand gemessen am Kaufpreis lohnt, oder ob nicht eine neuwertigere Immobilie die bessere Wahl wäre.

Was kostet die Renovierung eines Hauses?

Der Preis für die Erneuerungsmaßnahmen hängt von der Größe der Immobilie und dem Umfang der Maßnahmen ab. Mit mehreren Tausend Euro muss aber gerechnet werden, da meist verschiedene Renovierungsarbeiten gleichzeitig erledigt werden. Ausmalen und Tapezieren kostet etwa 10 Euro pro Quadratmeter, der Austausch von Fensterglas bis zu 100 Euro pro Quadratmeter. Für die Reinigung von Teppichen muss mit bis zu 16 Euro pro Quadratmeter gerechnet werden.

Wie kann eine Renovierung finanziert werden?

Die österreichischen Bausparkassen und Kreditinstitute bieten spezielle Darlehen für das Sanieren und Renovieren an. Die Kreditangebote sind im Allgemeinen sehr flexibel. Der Hausherr kann zwischen flexiblen und fixen Zinsen wählen, die Laufzeiten können bis zu 30 Jahre betragen.

Welche Förderungen gibt es in Österreich?

Die Förderprogramme der österreichischen Bundesländer berücksichtigen in erster Linie Sanierungsmaßnahmen, aber auch für vereinzelte Instandsetzungen gibt es Fördermöglichkeiten. So zum Beispiel für Instandsetzungsmaßnahmen nach Hochwasser oder Fassadenrenovierungen bei denkmalgeschützten Gebäuden. Welche Maßnahmen gefördert werden, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.

Österreichweit wird der Handwerkerbonus angeboten. Er kann von Privatpersonen beantragt werden, wenn sie österreichische Handwerker oder Unternehmen beauftragen. Der Antrag kann erst nach dem Durchführen der Arbeiten und dem Vorhandensein der Endabrechnung eingereicht werden. Wichtig ist, die geltenden Fristen einzuhalten. Insgesamt werden bis zu 20 Prozent der Gesamtkosten oder maximal 600 Euro gefördert.

Wie kann bei den Arbeiten gespart werden?

Viele Österreicher versuchen Geld zu sparen, indem sie die Instandsetzung ihres Zuhauses selbst durchführen. Das sollte jedoch gut überlegt sein: Der Zeitaufwand wird gerne unterschätzt. Auch sollten wichtige Maßnahmen, wie das Herrichten der Fassade dem Profi überlassen werden. Durch einen unsauberen Anstrich mit qualitativ minderwertigen Produkten kann die Wand schnell Feuchtigkeit ziehen und die Farbe blättert ab. Beim Profi gibt es eine Gewährleistung von bis zu fünf Jahren.

Handwerklich geschickte Hausherren können problemlos die Innenräume selbst ausmalen, Heizungen und Zäune streichen oder Tapezieren. Hier ist die Vorarbeit ebenso wichtig wie die Maßnahme selbst. Der Boden wird abgedeckt und die Kanten werden abgeklebt. Bevor gleich das Material für das ganze Haus gekauft wird, kann an einem einzelnen Raum getestet werden, ob die Renovierung in Eigenarbeit so funktioniert, wie sie sich der Hobbyhandwerker vorgestellt hat.