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Versteigerungen

Eine Immobilie durch eine Zwangsversteigerung günstig erwerben

Wer eine Immobilie preiswert erwerben möchte, sollte Zwangsversteigerungen in den Blick fassen. Hier können Immobilien zu günstigen Preisen den Besitzer wechseln. Mitbieter müssen sich aber sehr gut darauf vorbereiten und sollten keine spontanen Entscheidungen treffen.

Welche Immobilien können versteigert werden?

Beim Großteil der Immobilien, die zwangsversteigert werden, handelt es sich um Einfamilienhäuser, gefolgt von Eigentumswohnungen. Die restlichen Objekte setzen sich aus Gewerbeimmobilien, Mehrfamilienhäusern und Grundstücken zusammen. Immobilien werden zwangsversteigert, wenn die Besitzer in Konkurs gegangen sind und die Gläubiger aus den Erträgen ein Begleichen der Schulden erhoffen können. Immobilien aus Zwangsversteigerungen müssen folglich nicht minderwertig sein, trotzdem sollte sich der Interessent im Rahmen einer Besichtigung vorab ein genaues Bild davon gemacht haben.

Wer darf bei einer Zwangsversteigerung mitbieten?

Jeder, der volljährig ist und einen gültigen Lichtbildausweis dabei hat, darf an Versteigerungen teilnehmen, wobei die Gebote nur persönlich vor Ort oder mit einer Vollmacht abgegeben werden dürfen. Außerdem muss ein Vadium hinterlegt werden. Als Vadium wird die Sicherheitsleistung bezeichnet, die der Bieter in Form eines Sparbuches zu erbringen hat. In der Regel beträgt sie zehn Prozent des Schätzwertes. Nicht erfolgreiche Bieter erhalten ihr Vadium zurück.

Wo können sich Interessenten über Zwangsversteigerungen informieren?

Versteigerungen werden öffentlich ausgeschrieben. Interessenten können sich über die österreichische Ediktsdatei des Justizministeriums über zukünftige Versteigerungen informieren. Hier werden die Immobilien wie bei einer Immobilienanzeige mit Fotos und Kurzbeschreibungen aufgelistet.

Wie funktionieren Versteigerungen?

Alle Objekte werden vor der Versteigerung von einem vereidigten, unabhängigen Sachverständigen begutachtet, der den Wert des Objektes festlegt. Das Gutachten zeigt genau, was für das investierte Geld zu erwarten ist. Zudem ist der Erwerb der Immobilie unter Umständen bis zu fünfzig Prozent unter dem Schätzwert möglich. Notarkosten und Maklergebühren fallen nicht an. Ein Interessent in Österreich hat das Recht, die Immobilie vor dem Versteigerungstermin von außen und innen zu besichtigen. Meist hat das Bezirksgericht schon bei der amtlichen Bekanntmachung einen Termin festgesetzt. Andernfalls kann ein Besichtigungstermin beim Bezirksgericht beantragt werden.

Wie viel günstiger als die Immobilienbewertung kann der Preis sein?

Das Gericht legt ein Mindestgebot fest, mit dem die im Grundbuch eingetragenen Rechte und Belastungen sowie die rechtlichen Verfahrenskosten gedeckt sind. Für gewöhnlich werden die Gebote jeweils um drei Prozent vom Mindestgebot erhöht. Liegt das höchste Gebot unter zwei Drittel des eigentlichen Schätzwertes, kann der Letztbieter innerhalb von 14 Tagen nochmals überboten werden.

Wann muss nach einer Zwangsversteigerung gezahlt werden?

Das Gericht setzt einen Verteilungstermin fest, der etwa vier bis acht Wochen nach dem Versteigerungstermin liegt. Bis dahin muss die Finanzierung geklärt sein. Das Meistbot wird ab dem Zuschlagstag mit vier Prozent verzinst. Das Vadium ist auf das Meistbot anzurechnen, und sobald die gesamte Summe vollständig bezahlt wurde, wird der Ersteher ins Grundbuch eingetragen.

Worauf ist bei der Teilnahme an Versteigerungen zu achten?

Wer an einer Zwangsversteigerung aktiv teilnimmt, läuft Gefahr, in der Hitze des Gefechts die eigenen Grenzen zu überschreiten. Deshalb sollte sich jeder Mitbieter schon vor dem Versteigerungstermin genau ausrechnen, wie viel in die Immobilie noch investiert werden müsste, wie hoch ein Kredit sein könnte und welche Kaufsumme dementsprechend angeboten werden kann. Vor spontanen Käufen ist absolut abzuraten, da es sich bei einem Zuschlag um einen Vertragsabschluss handelt. Es gibt somit kein Rücktrittsrecht bei Versteigerungen. Hier ist der Meistbietende auf ein Entgegenkommen des Gerichts angewiesen. Es wird in jedem Fall die Sicherheitsleistung fällig werden.

 

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