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U-Wert - Weniger Kosten dank mehr Effizienz

Den U-Wert ermitteln

Um ein Haus möglichst kostensparend zu betreiben, sollte der U-Wert ermittelt werden. Er kann dazu beitragen, ungenügend dämmende Stellen ausfindig zu machen und die Wärmedämmung zu optimieren.

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Der U-Wert – Eine Definition

Unter dem U-Wert versteht man den Wärmedurchgangskoeffizienten. In Bezug auf den Hausbau oder Kauf gibt er an, wie viel Wärme ungenutzt verloren geht bzw. wie gut die Immobilie die Heizwärme speichert. Je höher der Koeffizient, umso mehr Wärme geht verloren und umso schlechter ist die Dämmung. Der Dämmwert gibt an, wie viel Energie in einer Sekunde durch eine Fläche von 1 m², etwa eine Hausmauer, fließt, wenn sich die Innentemperatur und die Außentemperatur um 1 Kelvin unterscheiden.

Wie kann der Wärmedurchgangskoeffizient einer Immobilie gemessen werden?

Die einfachste Methode, um den Wärmedurchgang zu ermitteln, ist die Verwendung einer Wärmebildkamera. Sie zeigt genau an, wo am meisten Wärme verloren geht. Vor allem bei alten Immobilien ist dies häufig der Dachbereich, aber auch die Fenster sind meist nicht dicht genug. Eine solche Messung kann mit dem richtigen Gerät auch vom Eigentümer selbst vorgenommen werden.

Eine aufwendigere Variante ist das Berechnen des U-Wertes anhand von Außentemperatur, Innentemperatur und Oberflächentemperatur.

So wird der U-Wert mit Rechner und Formel berechnet

Die Messungen alleine reichen freilich nicht aus, um den U-Wert zu ermitteln. Sie müssen noch in einer Formel zur Berechnung angewendet werden. Dabei wird die Wärmeleitfähigkeit, die mittels Wärmebildkamera ermittelt wurde, durch die Dicke der Schicht, die die Wärme durchströmt, dividiert. Ein guter U-Wert ist 0,15 W/m²K, der z.B. bei einer 20 cm dicken Wand und einer Wärmeleitfähigkeit von 0,03 W/m²K erreicht werden kann.

Bei den Messungen muss jedoch berücksichtigt werden, dass Wände nicht immer zu 100 Prozent aus demselben Baumaterial bestehen bzw. dass sie mehrschichtig sein können. Deshalb empfiehlt es sich, die Wärmeleitfähigkeit an mehreren Stellen zu messen und einen Mittelwert zu berechnen.

Welche Anforderungen muss die Dämmung eines Gebäudes erfüllen?

Der maximale Wärmedurchgangskoeffizient, den ein Gebäudeteil erreichen darf, ist in der österreichischen Bauordnung gesetzlich vorgeschrieben. Der Wert für Außenwände darf 0,35 W/m²K nicht überschreiten, die Obergrenze für Fußböden liegt bei 0,40 W/m²K, für Fenster an den Außenwänden gelten mehr als 1,40 W/m²K als gut gedämmt.

Wie kann die Dämmwirkung verbessert werden?

Um die Dämmung eines Hauses zu verbessern, sind meist umfassende Sanierungsmaßnahmen notwendig. Besonders die Fenster sind ein Schwachpunkt. Bei Fenstern werden drei verschiedene U-Werte ermittelt:

  • der Wert der Verglasung,
  • der Wert des Rahmens und
  • der Gesamtwert

Außerdem ist es notwendig, den Dämmwert einer Immobilie regelmäßig zu überprüfen, da er sich im Laufe der Jahre aufgrund von Abnutzung und Verschleiß verschlechtern kann. Mit besser dichtenden Fenstern können die Heizkosten um ein Vielfaches gesenkt werden, weshalb sich diese Investition langfristig lohnt bzw. im Idealfall sogar amortisiert.

Wie hoch sollte bei einem Fenster bzw. bei Glas der U-Wert sein?

Vor allem über die Dichtungen, die Abstandshalter und den Rahmen kann der Wärmedurchgangswiderstand bei Fenstern beeinträchtigt werden.

Je schlechter der U-Wert, umso mehr Energie wird zum Heizen verbraucht. Bei Einfachfenstern mit einem U-Wert von ca. 5,8 W/m²K ist die Dämmung am schlechtesten. Hat die Außenwand eine Temperatur von -10 Grad, müssen ca. 63 Liter Heizöl pro m² und Jahr verbrannt werden, um die Innenseite der Wand auf ca. -1,5 Grad zu erwärmen. Bei Verbundfenstern und Kastenfenstern kann mit einem Wärmedurchgangskoeffizient von 2,3 W/m²K bei 25 Litern Verbrauch schon eine Temperatur von 6 Grad erzielt werden. Bei einem Wärmeschutzfenster sind es bei maximal 12 Litern bis zu 18 Grad, d.h. die Temperaturdifferenz macht fast 30 Grad aus. Ein verbesserter Wärmeübergangswiderstand hält die Wärme besser im Raum und es wird auch weniger Energie benötigt, um mehr Wärme zu erzeugen.

Was kostet die Sanierung?

Eine Sanierung kann kostspielig sein, lohnt sich auf lange Sicht aber garantiert. Je nach Ausgangslage und Klimazone kann die Dämmung der Außenwände zwischen 80-180 € pro m² kosten, was aktuell die teuerste Sanierungsform ist. Eine Dachdämmung kostet im Schnitt 110 € pro m², am günstigsten ist der Dämmschutz für den Keller mit ca. 40 € pro m².

Grundsätzlich ist zu empfehlen, dass beim Dämmstoff nicht gespart und nur die beste Qualität gewählt wird. Die anfänglichen Mehrkosten werden sich durch die bessere Wärmeleistung und die sinkenden Energiekosten schnell lohnen.

Welche Förderungen gibt es?

Österreich hat eine Sanierungsoffensive gestartet, die noch mindestens bis 2016 gilt. Der Staat fördert thermische Gebäudesanierungen, die zu einer Senkung des Energieverbrauchs führen. Seit im Jahr 2014 der Sanierungscheck ins Leben gerufen wurde, haben mehr als 16.500 private Eigentümer die Förderung beantragt, weshalb die Republik den Zuschuss erhöht hat.

Gefördert werden Hauptwohnsitze, die älter als 20 Jahre sind und eine bessere Dämmung der Außenwände, Dachgeschosse und Kellerböden oder die Sanierung von Fenstern sowie den Wechsel zu erneuerbaren Energien benötigen. Insgesamt kann der Eigentümer bis zu 30 % der Kosten gefördert bekommen, wobei maximal 6.000 € vom Staat beigesteuert werden. Die Förderungen können über den Energieberater, der unbedingt vor Beginn des Baus bzw. der Sanierung in das Projekt einbezogen werden sollte, beantragt werden.

Welchen U-Wert hat ein Passivhaus?

Ein Passivhaus bzw. Energiesparhaus zeichnet sich dadurch aus, dass es durch seine gute Wärmedämmung keine klassische Gebäudeheizung mehr benötigt. Dementsprechend sind die Wärmeleistung und der U-Wert das entscheidende Merkmal, um als Passivhaus oder Energiesparhaus zu gelten. Das Passivhaus Institut in Darmstadt hat das Konzept Passivhaus Projektierungspaket PHPP entwickelt, das die Rahmenbedingungen für Passivhäuser festlegt, die auch in Österreich gelten. Demzufolge darf der Energiekennwert für Heizwärme z.B. maximal 15 kWh/m² pro Jahr betragen. Gemäß der ÖNORM H 5055 gilt das Haus damit als Niedrigstenergiehaus, bei einem Wert von unter 10 KWh/m² handelt es sich um ein Passivhaus. Die Grenzen sind jedoch fließend.

Was ist der K-Wert?

In Zusammenhang mit dem U-Wert ist auch häufig vom K-Wert die Rede. Der K-Wert ist eine alte Bezeichnung für den U-Wert. Allerdings kann der Wert nicht 1:1 übernommen werden, da der K-Wert anhand von anderen Werten berechnet wird. Neben der Dämmung werden beim Wärmedurchgangskoeffizient auch Wärmebrücken und die Zusammensetzung der Bauteile berücksichtigt. Für eine einfache Umrechnung gilt der Grundsatz: Der U-Wert ist um ca. 5 Prozent höher als der K-Wert. Eine Ausnahme sind Fenster, da beträgt der Unterschied fast 30 Prozent.

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