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Nachrangdarlehen

Von Umsatzbeteiligung profitieren

Angesichts der geringen Zinsen für Sparprodukte machen sich viele Österreicher auf die Suche nach alternativen Möglichkeiten, um ihr Erspartes zu vermehren. Ist ein gewisses Grundkapital vorhanden, kann ein Nachrangdarlehen in Betracht gezogen werden. Dabei ist jedoch einiges zu beachten.

Was ist ein Nachrangdarlehen?

Nachranginge Darlehen werden zur Unternehmensfinanzierung aufgenommen. Die Gläubiger sind Gesellschaften, Förderbanken oder private Gesellschaften. Daneben besteht auch die Möglichkeit, einen privaten Investor zu finden. Diese Variante wird häufig bei Neugründungen von kleinen Unternehmen gewählt. Bei dieser Art von Darlehen werden im Falle einer Insolvenz oder eines Liquiditätsengpasses erst die vorrangigen Gläubiger bedient.

Was unterscheidet das nachrangige Darlehen von einem normalen Darlehen?

Bei jedem Darlehen erfolgt die Rückzahlung mit einem Zinsaufschlag. Bei einem nachrangigen Darlehen kann der Gläubiger außerdem von einer Umsatzbeteiligung profitieren. Bei Verlusten des Unternehmens kann er nicht belangt werden.

Welche Vorteile und Nachteile hat das Nachrangdarlehen für den Investor?

Für private Darlehensgeber ist das nachrangige Darlehen aufgrund der hohen Zinsen eine attraktive Anlageform. Der Investor kann je nach Darlehenshöhe eine stille Beteiligung oder auch ein Genussrecht zur Bedingung für das Darlehen machen.

Die Rangrücktrittsvereinbarung und der fehlende Anlegerschutz sind die größten Nachteile des Darlehens. Der Gläubiger geht das Risiko ein, bei einer Zahlungsunfähigkeit durch eine schlechte Reihung leer auszugehen. Er kommt erst an zweiter Stelle nach den normalen Verbindlichkeiten gegenüber Banken oder Lieferanten. Würde eine Zahlung an den Darlehensgeber zu einer Insolvenz des Unternehmens führen, muss der Darlehensnehmer diese nicht leisten. Es kann auch ein Liquiditätsvorbehalt vereinbart werden, bei dem die Zahlungen aufgeschoben werden.

Was ist bei einem Nachrangdarlehen zu beachten?

Bei Darlehen, die bankenunabhängig über einen privaten Investor aufgenommen werden, gibt es nur wenige rechtliche Vorschriften. Der Geldgeber muss sich über den Darlehensvertrag absichern. Dazu gehört die Vereinbarung einer Informationspflicht. Auch die Nachrangklausel und Rangrücktrittserklärung sollten Bestandteil des Vertrags sein. Ein Anwalt oder Notar hilft bei der Vertragserstellung. Dabei sind kurze Laufzeiten, eine erfolgsunabhängige Verzinsung und die Vereinbarung von Kündigungsmöglichkeiten zu empfehlen. Als Kündigungsfrist sollten nicht mehr als sechs Monate vereinbart werden, die durchschnittliche Laufzeit beträgt ein Jahr.

Wer ein Unternehmen finanzieren möchte, sollte sich die Bilanzen der letzten Jahre vorlegen lassen, um das Risiko richtig einzuschätzen. Handelt es sich um ein Jungunternehmen, kann der Darlehensgeber die Vorlage eines Unternehmensplans verlangen. Bei der Unternehmensführung hat er jedoch kein Mitspracherecht oder Stimmrecht.

So wird Crowdfunding mit Nachrangdarlehen finanziert

Crowdfunding macht es möglich, dass Jungunternehmer mit schlechter Bonität oder ohne nennenswerte Sicherheiten ihre Geschäftsidee umsetzen können. Nachrangige Darlehen sind eine Voraussetzung dafür, dass Crowdfunding funktionieren kann. Anleger sollten aufgrund des relativ hohen Risikos jedoch nicht ihr gesamtes Anlagevermögen in neue Ideen investieren. Fünf Prozent oder bei soliden Plänen maximal 10 Prozent des gesamten Anlagekapitals sind zu empfehlen. Wie bei allen Nachrangdarlehen gilt auch hier, dass das Darlehen konzessionspflichtig ist. Bei Crowdfundings wird in den meisten Fällen das sale-and-lease-back-Modell angewandt. Der Gläubiger leiht das Geld und erhält es in Form eines Anteils an der Sache zurück.

Wie sind Nachrangdarlehen steuerlich zu behandeln?

Für die Unternehmen sind nachrangige Darlehen Fremdkapital und als solche zu versteuern. Bei den privaten Geldgebern handelt es sich um privates Kapitalvermögen. Das beigesteuerte Geld muss nicht in der Steuer erfasst werden, sehr wohl aber die Einkünfte aus der Überlassung von Kapital. Sie gelten als Einkommen und sind dementsprechend in der Einkommenssteuererklärung anzuführen. Seit 2016 gelten dabei die neuen Steuersätze. Bis 11.000 Euro beträgt der Steuersatz 0 Prozent, zwischen 11.000 und 18.000 Euro 25 Prozent. Maximal ist eine Besteuerung von 55 Prozent möglich.