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Der feine Unterschied zwischen Darlehen und Kredit

Wo liegt der Unterschied? Darlehen und Kredit im Überblick

Auch wenn die Begriffe Darlehen und Kredit im alltäglichen Sprachgebrauch oft synonym verwendet werden, gibt es doch Unterschiede in der Bedeutung. In der Bau- und Immobilienfinanzierung spielt das Darlehen meist die größere Rolle. Hierbei handelt es sich nämlich um eine langfristige Geldanleihe in hohen Beträgen.

Der Unterschied zwischen Darlehen und Kredit liegt darin, dass Darlehen eine Unterkategorie von Krediten bilden. Als Kredit wird jede Form der Geldanleihe oder, korrekt ausgedrückt, der Beschaffung von Fremdkapital bezeichnet. Wird im täglichen Bankgeschäft von „Kredit“ gesprochen, ist jedoch eine kurz- oder mittelfristige Geldanleihe gemeint, die innerhalb von etwa vier Jahren getilgt wird. Es handelt sich außerdem um eine recht geringe Kreditsumme. Darlehen dagegen haben mit ihren hohen Kreditbeträgen eine Laufzeit von mehr als vier Jahren. Als Sicherheit fordern Banken bei Darlehen oft Hypotheken oder ähnliches.

Darlehen für Ihre Baufinanzierung

In der Regel wird im Zusammenhang mit Immobilien- oder Baufinanzierung von Darlehen anstelle von Krediten gesprochen. Weil die Kreditsummen hoch und die Laufzeiten lang sind, ist der Fall hier recht eindeutig.

Der Traum einer eigenen Immobilie, sei es das selbst gebaute Haus oder die Eigentumswohnung in der Stadt, ist für kaum einen Bauherrn oder Käufer ausschließlich durch Erspartes oder Rücklagen zu verwirklichen. Eine Baufinanzierung ist nun die Lösung: Das Darlehen zahlen Sie über die Jahre ab, können die Immobilie aber direkt erwerben. Weil Sie sich mit der Wahl des Darlehens über viele Jahre festlegen, sollten Sie die unterschiedlichen Angebote genau prüfen. Möglicherweise können Sie bei der richtigen Auswahl einige tausend Euro sparen. Nehmen Sie also unterschiedliche Laufzeiten, Zinsbindungen und Tilgungsmöglichkeiten genau unter die Lupe, um das für Sie beste Angebot zu finden.

Immobilien suchen in Österreich

Welche Immobilienfinanzierung können Sie sich leisten?

Wenn Sie planen, ein Darlehen auszunehmen, sollten Sie wissen, in welchem Rahmen Sie sich finanziell belasten können. Alle, die schon ein Haushaltsbuch führen, haben es an dieser Stelle besonders leicht. Alle anderen müssen zunächst eine detaillierte Bestandsaufnahme machen, die möglichst viele Faktoren in Betracht zieht.

Die Berechnung aller Einnahmen ist dabei meist die leichtere Aufgabe. Hierzu zählen:

  • das monatliche Gehalt
  • Kindergeld
  • Miet- oder Pachteinnahmen
  • Nebenjobs

Instabile Einnahmen wie Dividenden aus Aktien sollten hier ebenso wie zeitlich begrenzte Zahlungen wie Elterngeld nicht einberechnet werden. Kalkulieren Sie stattdessen lieber so, dass Sie Ihre monatlichen Darlehensraten auch bei Wegfall dieser Zahlungen stemmen können.

Die monatlichen Ausgaben zu kalkulieren, ist für alle, die bislang wenig Überblick haben, etwas schwieriger. Ermitteln Sie hierzu beispielsweise folgende Faktoren:

  • Mietnebenkosten (Strom, Wasser, Abwasser, Müllbeseitigung, …)
  • Versicherungen (beachten Sie hier einmal jährlich anfallende Abrechnungen)
  • Ausgaben für Lebensmittel
  • Mobilität
  • Freizeit, Kultur, Urlaub, …
  • Bildung von finanziellen Rücklagen

Wichtig ist bei den Ausgaben, dass Sie sie nicht zu knapp kalkulieren. Denken Sie beispielsweise auch daran, dass hin und wieder unvorhergesehene Kosten für neue Elektrogeräte, eine Autoreparatur oder einen Urlaub entstehen können. Da das Darlehen Teile Ihres Einkommens für Jahrzehnte bindet, sollten Sie Ihre Ausgaben keineswegs zu niedrig veranschlagen. Schließlich möchten Sie nicht in die Situation kommen, die monatlichen Raten Ihrer Baufinanzierung nicht zuverlässig zahlen zu können.

Eigenkapital hilft bei der Finanzierung

Je mehr Eigenkapital Sie für die Finanzierung Ihrer Immobilie aufbringen können, desto weniger Zinsen fallen bei der Bank an. Auch wenn es verlockend scheint, einen möglichst großen Anteil Ihres Ersparten in die Baufinanzierung einfließen zu lassen, sollten Sie einige Rücklagen erhalten. Bei unerwarteten Ausgaben haben Sie somit weiterhin ein finanzielles Polster.

Höhere Flexibilität durch Verhandlungen

Auch wenn die Flexibilität beim Abschluss eines Darlehens – hier betrachten wir das Annuitätendarlehen als Standardform der Baufinanzierung – recht gering ausfällt, können Sie gemeinsam mit Ihrer Bank Möglichkeiten einer höheren Flexibilität vereinbaren. Darlehen schließen beispielsweise Sondertilgungen oft aus, wodurch Sie eine überraschende Steuerrückzahlung nicht in die Baufinanzierung einfließen lassen können. Durch entsprechende vertragliche Vereinbarungen vermeiden Sie Vorfälligkeitsentschädigungen, die Banken bei frühzeitiger Rückzahlung verlangen.

Welche Rolle spielen Kredite bei der Baufinanzierung?

Um der Frage nachzugehen, in welchen Fällen Sie bei der Baufinanzierung einen Kredit anstelle eines Darlehens aufnehmen, beschäftigen wir uns mit einer typischen Situation für eine Kreditaufnahme. Im Unterschied zum Darlehen sind Kredite recht kurzfristige Geldanleihen, die schon nach kurzer Zeit getilgt werden. Die Zinsen sind bei Darlehen oft niedriger, was unter anderem daran liegt, dass diese mit einer Sicherheit hinterlegt sind. 

Viele Bauherren vergessen im Finanzierungsplan, dass beim Hausbau oder dem Kauf einer Immobilie auch Kosten für die Inneneinrichtung anfallen. Die neuen Wohnräume machen oft mit den alten Möbeln aus der kleineren Wohnung nicht viel her – aber eine neue Einrichtung kann ganz schön teuer werden. Oft handelt es sich um mehrere tausend Euro, die viele mit ihrem Ersparten, das als Eigenkapital in die Baufinanzierung fließen soll, nicht decken können. Wenn Sie an dieser Stelle darüber nachdenken, einen Ratenkredit für die Finanzierung der neuen Möbel und des Hausrats abzuschließen, sollten Sie sich über mögliche Kredite gut informieren.

Möglicherweise ist es sinnvoller, einen Teil des Eigenkapitals, das in die Baufinanzierung eingerechnet werden soll, für den Kauf der neuen Einrichtung zu nutzen. So vermeiden Sie eine Kreditaufnahme mit hohen Zinsen und eine weitere monatliche Belastung – neben dem Darlehen, das im Unterschied zum Kredit mit einem recht niedrigen Zinssatz auskommt.

Auch Angebote von Möbelhäusern, die mit einer Null-Prozent-Finanzierung werben, sollten Sie mit Vorsicht genießen. Oft werden die null Prozent Zinsen nur über einen gewissen Zeitraum garantiert oder es gibt eine hohe Bearbeitungsgebühr. Vergleichen Sie lieber die Preise und informieren Sie sich, ob Sie das gewünschte Möbelstück bei einem anderen Händler günstiger erhalten – ohne langfristige Finanzierung.

Darlehen und Kredit: Unterschied und Fazit

Während jedes Darlehen ein Kredit ist, ist noch lange nicht jeder Kredit ein Darlehen. „Darlehen“ als Unterkategorie für Kredite sind langfristige Geldanleihen, wie sie zum Beispiel zur Baufinanzierung abgeschlossen werden. Sie werden mit einer Sicherheit hinterlegt, was für recht günstige Zinssätze sorgt. Kredite werden im Unterschied zu Darlehen über eine kürzere Dauer von in der Regel maximal vier Jahren abgeschlossen. Die Kreditsumme ist hier niedriger und die Zinsen in der Regel höher – auch weil die Bank im Fall von herkömmlichen Krediten keine Sicherheit verlangt.