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Fremdwährungskredit

Vorteile und Risiken

Bei einem Fremdwährungskredit wird auf Zinsen und Währungen spekuliert. Das Darlehen wird in einer ausländischen Währung aufgenommen in der es auch zurückzuzahlen ist.

 Je nachdem welche Währung den besseren Zinsvorteil hat, wird der Kredit in dieser abgeschlossen. Dies waren in der Regel Schweizer Franken, japanische Yen oder US-Dollar. Die aktuelle Finanzmarktsituation empfiehlt auf keinen Fall eine Aufnahme von Fremdwährungskrediten, bzw. werden diese von den Österreichischen Banken im Moment nicht vergeben.

Devisenkurs im Auge behalten

Das aushaftende Kreditvolumen ist vom Devisenkurs abhängig. Sinkt die Fremdwährung gegenüber dem Euro, wirkt sich das positiv aus, das das Kreditvolumen geringer wird. Verzeichnet die Fremdwährung allerdings einen Kursgewinn, dann müssen Sie der Bank mehr bezahlen als Sie ausgeborgt haben. Anstiege um bis zu 30 Prozent

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Man sollte prinzipiell nur dann einen günstigeren Fremdwährungskredit wählen, wenn man sich auch einen Euro-Kredit leisten könnte, denn es ist immer damit zu rechnen, dass eine Fremdwährungsschuld - also die Höhe der Kreditrückzahlung - kurzfristig um 10 bis 30 % ansteigen kann. Den Betrag, den man sich durch den Fremdwährungskredit im Vergleich zum Euro-Kredit spart, sollte man zur Seite legen, um sich gegen etwaige negative Kursschwankungen abzusichern.

Wechselspesen einbeziehen

Am Anfang, und bei jeder Konvertierung in die andere Währung, fallen Wechselspesen an. Dafür maßgeblich ist der jeweilige An- bzw. Verkaufskurs der Devise. Sie kaufen zum teureren Kurs ein und verkaufen zum niedrigeren Kurs. Bei geringem Zinsunterschied verringert die Devisenprovision den Zinsvorteil (oder macht ihn unter Umständen zunichte).

Vorteile

  • Ein günstigerer Zinssatz ermöglicht Einsparungen bei den Zinskosten
  • Kursgewinne sind möglich

Nachteile

  • Spekulationen auf Kursgewinne sind riskant
  • Es wird professionelles Wissen benötigt, um einen Kurs einschätzen zu können

Fremdwährungskredit: ein Rückblick

In der Zeit vor der Finanzkrise 2008 erschien die Idee vielen Kreditnehmern relativ nachvollziehbar: Das Zinsniveau in der Schweiz oder in Japan war lange Zeit deutlich unter dem in Österreich. Man ersparte also sich einiges an Zinsen, wenn man einen Kredit in Schweizer Franken oder Japanischen Yen aufnahm. Da sich die Kurse zum Euro in der Vergangenheit nur sehr gering bewegten, schien auch das Währungsrisiko bei Franken- oder Yen-Krediten durchaus vertretbar.

Spekulation mit Kursen und Zinsen

Um den optimalen Zeitpunkt zu erwischen, an dem man den Kredit zurückzahlt, sind Fremdwährungskredite vor allem endfällige Kredite. Das heißt, man zahlt die gesamte Kreditsumme erst am Ende der Laufzeit zurück. Während der Laufzeit spart man mit Hilfe eines Tilgungsträgers - etwa einer Lebensversicherung - Monat für Monat Kapital an, mit dem der gesamte Kredit dann am Ende auf einmal getilgt wird. Die Tilgungsträger versprachen eine relativ hohe Verzinsung, was die Kredite im Endeffekt weiter vergünstigen sollten. Soweit die Theorie und der Ratschlag, den Finanzdienstleister ihren Kunden vor 2008 gaben.

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Keine Hoffnung auf billiges Geld

Die Finanzkrise 2008 machte die Hoffnung vom günstigen Geld mit einem Schlag zunichte. Der Schweizer Franken stieg und stieg - und mit ihm auch die Schulden der Fremdwährungs-Kreditnehmer. Die Zinsen in der Eurozone sanken, was dazu führte, dass auch die Tilgungsträger weniger Zinsen abwarfen. Faktisch verteuerte dies viele Fremdwährungskredite abermals.  Die Frage, die sich viele Kreditnehmer stellen, ist, wie man aus dem Schlamassel am besten wieder herauskommt. Wer einen endfälligen Fremdwährungskredit hat, hat verschiedene Optionen.

Fremdwährungskredit umwandeln

Heimische Banken haben ihren Kunden seit Ausbruch der Finanzkrise mit mehr oder weniger Nachdruck nahegelegt, Fremdwährungskredite in Euro-Kredite umzuwandeln. Damit wird jedes weitere Kursrisiko ausgeschlossen. Bereits entstandene Verluste durch Kursschwankungen müssen zum Stichtag der Umschuldung realisiert werden. Das bedeutet, der Kreditnehmer akzeptiert die Kursverluste und zahlt mehr Geld zurück, als er ursprünglich in Euro aufgenommen hat.

Konditionen vergleichen

Wer sich eine Umschuldung überlegt, sollte genau darüber nachdenken welche Konditionen ihm die Bank bei einer Umwandlung in einen Euro-Kredit bietet. Auf jeden Fall sollten die Angebote mehrerer Kreditinstitute eingeholt werden. Der Effektive Zinssatz spielt dabei eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht verschiedene Kreditkosten miteinander zu vergleichen.

Änderung in Ratenkredit

Wer einen Fremdwährungskredit in einen Euro-Kredit umwandelt, überlegt auch meist die Änderung von einem endfälligen Kredit mit Tilgungsträger in einen Ratenkredit, bei dem die Kreditsumme Monat für Monat weniger wird. Ein endfälliger Kredit zahlt sich nur dann aus, wenn die garantierten Zinsen des Tilgungsträgers über jenen der Kreditzinsen liegen. Es besteht zudem auch Möglichkeit, einen endfälligen Fremdwährungskredit in einen Raten-Fremdwährungskredit umzuwandeln. Der Kreditnehmer trägt dann aber weiterhin das volle Währungsrisiko.

Abwarten und durchsitzen

Seit dem Spätsommer 2011 hat die Schweizer Nationalbank den Franken praktisch an den Euro gebunden und verteidigt die Marke von 1,2 Franken zu 1 Euro bis heute erfolgreich. Das bedeutet: Seit diesem Zeitpunkt haben Österreicher, die einen Kredit in Franken aufgenommen praktisch keine zusätzlichen Kursverluste erlitten. Die Frage, die sich angesichts der relativ unsicheren Lage in der Welt allerdings stellt, ist, ob der Schweizer Franken gegenüber dem Euro in absehbarer Zeit wieder einmal abwertet oder ob die Marke von 1,2 Franken doch noch einmal fallen wird.

Unabhängige Beratung

Unabhängig davon, ob sich jemand entschließt einen Fremdwährungskredit in einen Euro-Kredit umzuwandeln - und damit die Währungsverluste realisiert - oder lieber noch abwarten möchte: Wer es noch nicht getan hat, sollte bei Fremdwährungskrediten auf alle Fälle seinen Kreditvertrag von einer unabhängigen Instanz wie der Arbeiterkammer oder dem Verein für Konsumenteninformation prüfen lassen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil bei nachweislicher Fehlberatung in bestimmten Fällen der Finanzdienstleister für die entstandenen Verluste haftbar gemacht werden kann.