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Bauspardarlehen

Eigenkapital und Darlehen kombiniert

Bauspardarlehen sind abgesehen von einer kompletten Eigenfinanzierung aktuell die günstigste Variante, um sich ein Bauvorhaben oder den Kauf einer Immobilie mithilfe von Fremdkapital zu finanzieren. Ein Bauspardarlehen braucht aber eine gewisse Vorlaufzeit, weshalb der Bausparer schon abgeschlossen sein sollte, bevor erste Ideen zum Bauvorhaben aufkommen.

So werden Eigenkapital und Darlehen kombiniert

Bauspardarlehen sind die klassische Form der Bau- und Wohnungsfinanzierung. Fast 60 % aller Österreicher haben einen oder mehrere Bausparverträge. Sie werden mit sogenannten Bausparkassen geschlossen, von denen es in Österreich vier gibt, nämlich die start:bausparkasse, die Raiffeisen Bausparkasse, die Bausparkasse Wüstenrot AG und die sBausparkasse.

Bei Bauspardarlehen handelt es sich um eine Kombination aus Eigenmitteln und einem Darlehen. Das Eigenkapital wurde meistens bei einer Bausparkasse über einen bestimmten Zeitraum angespart. Wie hoch das Darlehen sein kann, hängt von den Spareinlagen, aber auch von der Bonität des Bausparers ab.

Die Fakten

  • Für das Bauspardarlehen wird zur Sicherstellung des Kredits ein Pfandrecht auf die Immobilie eingetragen, d.h. die Bausparkasse kommt ins Grundbuch.
  • Der Bausparkredit ist zinsgünstig, da die Nominalzinsen zwischen 3,0 und maximal 6,0 Prozent pro Jahr liegen.
  • Eine Vertragslaufzeiten besteht zwischen 10 bis 35 Jahren, am häufigsten werden 20 Jahre gewählt.
  • Der Darlehenshöchstbetrag liegt bei 180.000 Euro pro Person. Paare können so ein Bauspardarlehen von bis zu 360.000 Euro beantragen.
  • Der Kredit wird in regelmäßigen (monatlichen) Raten getilgt. Eine Tilgung zum Kreditende sowie eine vorzeitige Sondertilgung sind meistens möglich.

Wofür kann das Bauspardarlehen verwendet werden?

Das Bauspardarlehen erhält man entweder durch einen zuteilungsreifen Bausparvertrag oder über ein Zwischendarlehen. Die Zuteilung des Bauspardarlehens liegt zwischen 10 und 36 Monaten. Wie der Name schon sagt, ist das Baudarlehen zweckgewidmet. Es darf nur für die Sanierung, den Kauf, den Bau oder den Ausbau einer Immobilie verwendet werden.

Im Gegensatz dazu kann über das Ersparte nach Ablauf der Bindungsfrist frei verfügt werden, es ist an keine Investition in eine Immobilie gebunden. Der Sparer darf auch die staatliche Förderung, die das Bausparen so attraktiv macht, behalten. Heuer beträgt diese in Österreich 1,5 %, es sind aber bis zu 4 % möglich. Der Zinssatz, der von der KESt befreit ist, wird jedes Jahr vom Finanzministerium festgesetzt.

Auch wenn der Bausparvertrag frühzeitig aufgelöst wird, kann der Sparer trotzdem von den Zinsen profitieren, wenn das Geld zweckgewidmet verwendet wird.

So funktioniert das Aufnehmen dieses Darlehens

Die Voraussetzung für ein Bauspardarlehen ist ein Bausparvertrag. Dieser kann von jeder volljährigen Person mit Hauptwohnsitz in Österreich abgeschlossen werden. Für das Sparen können monatliche, jährliche oder einmalige Raten gewählt werden. Pro Jahr werden vom Staat maximal 1.200 Euro gefördert, darüber liegende Summen profitieren somit nur mehr von den Bausparzinsen, die aber auch über dem Durchschnitt der Sparzinsen liegen.

Für Kreditnehmer unbedingt zu beachten ist, dass der Bausparer nicht das Recht, sondern lediglich die Option auf einen Baukredit mit sich bringt. Die Bank kann den Kreditantrag also trotzdem ablehnen, z.B. wenn das Bauvorhaben zu teuer ist, nicht genug andere Sicherheiten vorhanden sind oder die Bonität des Sparers schlecht ist. Zusätzlich zum Sparguthaben sollten mindestens 20 % Eigenkapital vorhanden sein, nur dann werden wirklich gute Konditionen gewährt.

Das Bauspardarlehen richtig planen

Mit einer durchschnittlichen Laufzeit von 20 Jahren ist ein Baukredit eine enorm lange finanzielle Verpflichtung gegenüber einer Bank. Deshalb muss genau überlegt werden, ob er überhaupt leistbar ist. Dazu ist es wichtig sich auszurechnen, wie viel Geld am Ende jedes Monats übrig bleibt. Der errechnete Wert darf jedoch nicht vollständig für die Zahlung des Darlehens eingeplant werden, es muss auch noch an mögliche unerwartete Ereignisse, wie z.B. die Reparatur des Autos oder an einen Jobverlust, gedacht werden. Auch nach der Kreditrückzahlung muss noch etwas Geld übrig bleiben.

Im Zuge dessen sollte sich der Darlehensnehmer die Option offen halten, den Kredit frühzeitig begleichen zu können. Ist das im Kreditvertrag nämlich nicht explizit geregelt, können dafür hohe Bearbeitungsgebühren anfallen, sodass es sich gar nicht wirklich lohnt.

Allgemein ist bei der Aufnahme eines Bauspardarlehens zu empfehlen, sich Tipps vom Bankberater zu holen. Ein guter Berater versucht nicht nur, sein Produkt an den Mann zu bringen, sondern ist auch eine wichtige Hilfe bei der Finanzierungsplanung. Gerade in Österreich haben die Sparer durch das Vorhandensein mehrerer Bausparer die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Banken zu wählen. In solchen Fällen sollten unbedingt verschiedene Beratungsgespräche geführt werden. Denn die Aufnahme eines so großen Kredites muss bestens geplant und überlegt sein.

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