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Notar - Beurkundung von Rechtsgeschäften

Aufgaben und Leistungen eines Notars

Wer baut oder eine Immobilie kaufen möchte, wird früher oder später mit einem Notar in Kontakt kommen. Welche Arbeiten dieser leistet und wofür er zuständig ist, ist aber nicht immer ganz klar. Dabei gilt: Ohne Notar kein Geschäftsabschluss.

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Aufgaben eines Notars

Ein Notar ist ein ausgebildeter Jurist, dessen Aufgabe es ist, Rechtsgeschäfte, Rechts- und Wissenserklärungen oder sonstige Vorgänge, die rechtliche Wirkung begründen, notariell zu beurkunden. Der Notar hat sich im Rahmen seiner Tätigkeit an die Notariatsordnung zu halten. Die Notariatsordnung ist ein Bundesgesetz, das einerseits Ausbildung, Ernennung, Berufspflichten und Aufgaben des Notars und andererseits Amtsführung und Organisation des Notariates regelt.

Wie ist der Gehalt für den Notar geregelt?

Das Honorar, auf das der Notar für seine Tätigkeit Anspruch hat  - die so genannte Notariatsgebühr - richtet sich nach dem Notariatstarifgesetz und dem Rechtsanwaltstarifgesetz. Eine Verrechnung von Beträgen, die die in den Gesetzen vorgeschriebenen Höchsttarife überschreiten, ist nicht erlaubt. Es soll dadurch gewährleistet werden, dass notarielle Dienstleistungen österreichweit gleich behandelt werden. Bei Beurkundungen handelt es sich um öffentliche Urkunden, die als Wiedergabe des Inhalts der Wahrnehmung des Notars über Tatsachen, Wissenserklärungen und sonstigen Vorgängen dienen.

Was macht ein Notar bei einem Hauskauf?

Neben dem Familienrecht, dem Gesellschaftsrecht, dem Wirtschaftsrecht und dem Erbrecht ist das Immobilienrecht einer der wichtigsten Arbeitsbereiche von einem Notariat. Bereits bevor überhaupt ein Bau oder Kauf geplant wird, kann er kontaktiert werden, wenn der Interessent einen Grundbuchauszug wünscht.

Vor allem bei der Erstellung des Kaufvertrags ist der Notar eine große Hilfe, aber auch das Abwickeln von Einträgen ins Grundbuch bzw. das Löschen von Grundschulden sowie das treuhändige Verwahren des Verkaufspreises gehört zu seinen Aufgaben, ebenso wie der Rechtsbeistand bei einer Schenkung oder Übergabe sowie Treuhandabwicklungen und Verlassenschaftsverfahren.

Daneben kann er seinen Klienten auch noch beratend zur Seite stehen und ihnen Tipps zu den rechtlichen Rahmenbedingungen, Wohnbauförderungen, Bauverhandlungen usw. geben.

Wie hoch sind die Kosten für einen Notar?

Die Kosten für einen Notar sind von der Notariatskammer festgesetzt. Für Rechtsgeschäfte, die in einem finanziellen Bereich, wie er für einen Immobilienkauf üblich ist, liegen, beträgt das Honorar etwas mehr als 1 % vom Kaufpreis. Hinzu kommt noch eine Zeitgebühr, die pro angefangener halber Stunde 9,90 Euro ausmacht. Die hohen Kosten sollten Eigentümer nicht davor abschrecken, die beratende Hilfe des Notars in Anspruch nehmen. Die Zeitkosten sind nämlich relativ gering und die 1,1 % müssen ohnehin bezahlt werden. Für Beurkundungen, z.B. für das Grundbuch, den Kaufvertrag oder das Testament, sind pro Seite € 1,80 plus Zeittarif zu bezahlen.

Ein großer Verdienst des Notars – Das Verwalten von Anderkonten

Anderkonten sind Konten, die der Einlage und der Verwaltung von Geldern der Klienten dienen. Für jeden Klienten/jeden Geschäftsfall wird ein eigenes Konto angelegt, wodurch es dem Notar leicht möglich ist, die von Klienten in Verwahrung genommenen Gelder von den Eigenkonten zu trennen. Angelegt und geführt werden Anderkonten unter speziellen Auflagen für Einlagensicherung und Kontoführung bei der Notartreuhandbank AG (NTB). Die Notare sind mit der Bank elektronisch, zur Datenfernübertragung, verbunden und werden von Mitarbeitern der NTB EDV-mäßig geschult und laufend betreut. Durch die spezielle Konzeption der Notartreuhandbank sind ein hoher Sicherheitsstandard und reibungslose Abläufe gewährleistet.

Die Ausbildung – Wie wird man Notar?

Die Ausbildung zum Notar beginnt mit einem Jus-Studium und dem Absolvieren des Gerichtsjahres bzw. von mindestens neun Monaten Gerichtspraxis. Dann beginnt die größte Hürde, nämlich das Finden einer Anstellung bei einem Notar. Neben den praktischen Erfahrungen muss der Anwerber eine Notariatsprüfung ablegen. Doch damit ist es noch nicht möglich, ein eigenes Notariat zu eröffnen. Erst nach sieben Jahren Berufserfahrung mit mindestens drei Jahren Praxis in einer Kanzlei erfolgt die Beglaubigung durch das Bundesministerium für Justiz. Bis zur eigenen Stellung als Notar können aber noch viele Jahre vergehen, da die Notariate in Österreich begrenzt sind. Viele Bewerber müssen sich ihr Leben lang als Notariatssubstitut, d.h. als Stellvertreter des Notars, zufrieden geben.

Wie hoch ist der Gehalt von einem Notar?

Laut österreichischer Notariatskammer liegt das Einstiegsgehalt bei € 2.370. Dem kann eine jahrzehntelange Ausbildung vorangegangen sein. Je mehr Erfahrung ein Notar hat, umso besser wird sein Verdienst. Auch bestimmte gesellschaftliche Ereignisse, wie zuletzt die steuerrechtlichen Änderungen mit vielen vorzeitigen Betriebsübergaben als Folge, kurbeln die Geschäfte der Notare an.

Wo beginnt die Notarsuche?

Einen Notar zu finden ist gar nicht so schwer, da die Posten in Österreich begrenzt sind. Interessenten wenden sich am besten direkt an die österreichische Notariatskammer. Hier erhalten sie Auskunft über die zugelassenen Notariate und ihre Zuständigkeiten.

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