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Immobilien versteuern

Eigentum und das Finanzamt

Der Fiskus schlägt nicht nur bei Gewinnen aus Immobilien-Verkäufen zu, der Staat hält auch beim Kauf eines Grundstücks, bei der Eintragung ins Grundbuch oder beim Abschluss eines Mietvertrags die Hand auf.

Wer Immobilien kauft oder verkauft. eine Wohnung mietet oder vermietet, kommt in den wenigsten Fällen darum herum, sich mit dem Finanzamt auseinanderzusetzen. Seit dem Inkrafttreten des 1. Stabilitätsgesetzes 2012 ist es für Privatpersonen teurer geworden, Immobilien zu verkaufen. Aber auch beim Erwerb von Grundstücken, Häusern oder Eigentumswohnungen sowie beim Erstellen von Mietverträgen fallen Steuern und Gebühren an.

Grunderwerbssteuer

Wenn in Österreich ein Grundstück den Besitzer wechselt, wird in der Regel die Grunderwerbssteuer fällig. Die allgemeine Grunderwerbssteuer beträgt 3,5 % und wird vom Wert des gekauften Grundstücks berechnet. Bei Grundgeschäften unter Ehepartnern kommt ein Grunderwerbssteuersatz von 2% zum Tragen. Die Steuer kann sowohl vom Käufer als auch vom Verkäufer eines Grundstücks bezahlt werden. Im Kaufvertrag sollte demnach festgelegt werden, wer für die Grunderwerbssteuer aufkommt. Meist ist dies der Käufer.

Eintragungsgebühr fürs Grundbuch

Wer Grund kauft oder eine Eigentumswohnung erwirbt, lässt sich ins Grundbuch eintragen. Die Eintragungsgebühr beträgt 1,1% des Kaufpreises. Bei Grundstücks-Übergaben im engeren Familienkreis gelten gesonderte Regelungen.

Grundsteuer

Grundbesitz ist in Österreich in der Regel grundsteuerpflichtig. Grundsteuer wird vom Einheitswert eines Grundstücks berechnet. Vereinfacht gesagt, entsprechen die Einheitswerte in einem bestimmten Gebiet den durchschnittlichen Grundpreisen von 1973, plus einem Aufschlag von 35%. Die Grundsteuer wird von den Gemeinden berechnet und eingehoben.

Immobilienertragssteuer

Seit dem 1. April 2012 sind alle Gewinne aus privaten Grundstücksverkäufen steuerpflichtig  - unabhängig davon, wie lange ein Grundstück besessen wurde. Für Immobilien die nach dem 1. April 2002 gekauft wurden, ist die Bemessungsgrundlage für die Immobilienertragssteuer die Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem Verkaufspreis einer Immobilie, also der Gewinn der beim Verkauf erzielt wurde. Von der Bemessungsgrundlage sind 25% an Immobilienertragssteuer zu bezahlen; in gewissen Fällen können die Folgen der Inflation steuermildernd abgezogen werden. Für Gebäude, die vor 2002 angeschafft wurden, gelten abgemilderte Regelungen.

Gebühren für Mietverträge

Mietverträge sind gebührenpflichtig. Vermieter sind verpflichtet, die Gebühr selbst zu berechnen und an das zuständige Finanzamt für Gebühren, Verkehrssteuern und Glückspiel abzuführen. Ob der Vermieter oder der Mieter letztendlich die Gebühren für einen Mietvertrag bezahlt, ist Verhandlungssache. Bei unbefristeten Mietverträgen beträgt die Höhe der Gebühren 1% der dreifachen Bruttojahresmiete (also Bruttomonatsmiete x 12 x 3; und davon 1%). Bei befristeten Mietverträgen beträgt die Gebühr 1% des Mietzinses der gesamten Vertragsdauer, höchstens aber 1% des 36-fachen Mietzinses.

Beispiel für einen auf ein Jahre befristeten Mietvertrag: Bruttomonatsmiete x 12, und davon 1%.