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Notarkosten

Bei Immobiliengeschäfte unumgänglich

Während eines Hausbaus oder dem Kauf einer Immobilie macht der Bauherr oder Käufer früher oder später Bekanntschaft mit einem Notar. Die Kosten für dessen Dienste lassen sich nicht vermeiden, sie können sich jedoch je nach Notar und Leistungsumfang unterscheiden.

Wofür wird ein Notar beim Immobilienkauf oder -bau benötigt?

Ein Notar wird immer dann gebraucht, wenn Dokumente zu beglaubigen sind. Im Rahmen von Immobiliengeschäften ist das etwa dann der Fall, wenn ein neuer Eigentümer oder bestimmte Rechte Dritter ins Grundbuch einzutragen sind, wenn mehrere Personen gleichzeitig als Eigentümer gelten oder wenn die Immobilie vererbt oder weiterverschenkt werden soll. Der Notar setzt den Kaufvertrag auf und übernimmt die Funktion eines Treuhänders. Er richtet ein Treuhandkonto ein, über das der Kauf abgewickelt wird.

Wie hoch sind die Notarkosten in Österreich?

Das Honorar von Notaren ist in Österreich durch das Notariatstarifgesetz geregelt. Darin wird zwischen Wertgebühren, Zeitgebühren, Abschriftenbeglaubigungsgebühren, Entfernungsgebühren und Kanzleigebühren unterschieden. Je nach Wert der Immobilie und Leistungsumfang betragen die Kosten für den Notar zwischen einem und drei Prozent vom Kaufpreis. So macht zum Beispiel eine einfache Zeitgebühr 9,90 Euro je angefangener halber Stunde aus, fällt sie aber für das Errichten eines Erbvertrages an, beträgt sie das Vierfache. Personen, die einen Notar brauchen, sollten sich deshalb in einem ersten Beratungsgespräch einen Überblick über die zu erwartenden Kosten geben lassen. Zwar lassen sich die Notarkosten nicht vermeiden, sie können durch die Vorabinformation aber im Budget rechtzeitig berücksichtigt werden. Für das Erstgespräch darf ein Notar keine Gebühren verrechnen.

Welche Leistungen sind in den Notarkosten inklusive?

Im Rahmen eines Immobilienkaufs umfassen das Honorar eines Notars die Prüfung, ob der Verkäufer auch tatsächlich der Eigentümer ist und ob eine Hypothek auf dem Haus lastet, die Verständigung des Finanzamtes über den Kauf und die Überwachung der vollständigen und pünktlichen Zahlung des Kaufpreises.

Wie hoch sind die Kosten für einen Treuhänder?

Fungiert der Notar als Treuhänder, dann richtet er für seinen Klienten ein Treuhandkonto, auch bekannt als Anderkonto, ein. Für diese Verwaltungstätigkeit ist eine Hebegebühr zu zahlen. Sie richtet sich nach dem Aufwand und der Höhe des Betrags und wird anhand von Gebührenrichtsätzen berechnet. Zusätzlich zu dieser Gebühr sind noch die Kontoführungsgebühren der Bank vom Käufer zu übernehmen. Bei einem Immobilienkauf bleibt das Geld so lange auf dem Treuhandkonto, bis die Eintragung ins Grundbuch erfolgt und der Rechtsakt abgeschlossen ist. Erst dann wird der Betrag an den Verkäufer ausbezahlt.

Wann sind die Notarkosten zu zahlen?

Die Rechnung des Notariats sind vom Käufer der Immobilie zu zahlen. Spätestens mit der Unterzeichnung des Kaufvertrages wird die gesamte Summe fällig, der Notar kann aber auch eine Anzahlung einfordern. Tritt eine der beiden am Kauf beteiligten Parteien vom Geschäft zurück, werden die Notarkosten trotzdem fällig.

Warum darf der Notar nicht mit einem Anwalt verwechselt werden?

Ein Notar hat zwar die Ausbildung eines Anwalts, darf in seiner Funktion aber nicht Partei ergreifen. Er ist als Träger eines öffentlichen Amtes dazu verpflichtet, unparteiisch zu sein und sich an die zivilrechtlichen und steuerlichen Bestimmungen zu halten. Gibt es zum Beispiel ein eingetragenes Wohnrecht im Grundbuch, kann er dieses nicht einfach auf Wunsch des Kaufinteressenten streichen. Der Notar hat keine Rechtsbefugnis, kann aber Urkunden beglaubigen, sodass diese vor Gericht und Behörden als rechtsgültige Beweise gelten.

Wo finden Interessenten einen Notar?

In Österreich gibt es etwa 500 Notariate. Die Verteilung über das Land und die Anzahl sind gesetzlich geregelt. Um einen Notar zu finden, können sich Interessenten an die Österreichische Notariatskammer wenden. Auch Immobilienmakler können bei der Suche helfen.