Jetzt Käufer, Mieter oder Nachmieter findenInserat aufgebenInserat aufgeben

Immobilienmarkt

Der Immobilienmarkt in Österreich

Der Immobilienmarkt in Österreich ist sehr dynamisch, mit einer beständig steigenden Nachfrage nach Immobilien in den Ballungszentren und ebenso steigendem Interesse an Wohnungen und Häusern in den ländlichen Regionen. Die Preise variieren teilweise recht stark.

Allgemeine Tendenzen auf dem österreichischen Immobilienmarkt

Das West-Ost-Gefälle, durch das sich der österreichische Immobilienmarkt auszeichnet, bleibt auch heuer wieder bestehen und manifestiert sich weiterhin. Im Westen sind Immobilien teurer und gefragter, was sich auch durch die Anzahl der Neubauten deutlich macht. Auch das Bauen an sich ist vergleichsweise teurer. Eine Ausnahme bildet Wien, das bei Häusern, Eigentumswohnungen und Mietobjekten insgesamt der teuerste Ballungsraum Österreichs ist, dicht gefolgt von Salzburg und Innsbruck. Eine Ausnahmestellung nimmt weiterhin Kitzbühel ein, das mit seinen vielen Luxusimmobilien weiterhin extrem teuer zum Wohnen ist. Auch die Lebenserhaltungskosten sind hier überdurchschnittlich hoch.

Wie haben sich die Preise auf dem Immobilienmarkt in Österreich entwickelt?

Im vorigen Jahr gab es um ein Drittel mehr Immobilien-Verkäufe als im Jahr davor. Eine Ursache dafür war die Steuerreform, die viele Eigentümer zu vorzeitigen Verkäufen oder Betriebsübergaben innerhalb der Familie motivierte. Die Verkäufe und Käufe sind gestiegen, die Preise sind aber relativ konstant geblieben. Auch der Wert der verkauften Immobilien war um fast ein Drittel höher.

Bei den Eigentumswohnungen haben sogar um mehr als 35 % den Eigentümer gewechselt, der Gesamtwert war wie bei den Häusern um ein Drittel höher als im vorherigen Jahr. Insgesamt hat der Wohnungsmarkt ca. 40 Prozent von den Verkäufen auf dem Immobilienmarkt ausgemacht, was einer steigenden Nachfrage nach Wohnungen anstelle von Häusern entspricht. Bei den Grundstücksverkäufen verhielt es sich ähnlich, auch hier war das Wachstum an Verkäufen und an den Werten der verkauften Flächen sehr stark.

Der Immobilienmarkt im Detail

Weiterhin hoch im Kurs stehen vor allem Eigentumswohnungen in den Ballungszentren. Neben Wien und seiner Umgebung hat sich in den letzten Jahren der oberösterreichische Zentralraum Linz-Wels-Steyr zu einem preislichen Hotspot entwickelt. Nachdem es im Jahr 2011 bei den Eigentumswohnungen im Bezirk Linz-Land zu einem sprunghaften Anstieg um ca. 25 % gekommen ist, ist die Kurve seitdem nur mehr langsam gestiegen, wobei für heuer wieder ein stärkeres Anziehen erwartet wird. „Gute Infrastruktur in den Bereichen Verkehr, Kultur und Bildung ziehen viele Menschen an. Ebenso die Industrie und Wirtschaft, die vielfältige Arbeitsplatzmöglichkeiten bietet", erklärt Alexander Ertler, Immobilienexperte, die starken Preissteigerungen. Weiterhin ungebremst steigen die Preise in Salzburg. Innerhalb von drei Jahren mussten um mehr als ein Drittel mehr dafür bezahlt werden. Auch in Bregenz und Innsbruck verhält es sich ähnlich.

Relativ stabil sind die Preise für Immobilien in Kärnten, dem Burgenland und Niederösterreich. Sie liegen allesamt deutlich unter dem österreichweiten Durchschnitt. Am günstigsten ist das Burgenland, am teuersten sind Vorarlberg, Tirol und Salzburg. Für ein Haus in Tirol muss z.B. fast das Dreifache wie für ein vergleichbares Haus im Burgenland bezahlt werden.

Immobilien suchen in Österreich

Ein Abebben der Landflucht

In den ländlichen Gebieten im Süden von Österreich gibt es dementsprechend weiterhin Preisstürze, die jedoch nicht mehr so stark sind wie noch vor drei Jahren. Eigentumswohnungen in den Bezirken Klagenfurt-Land und Villach-Land haben im Vergleich zum Vorjahr wieder um einige wenige Prozent an Wert gewonnen, ebenso wie Mietwohnungen und Häuser. Trotzdem liegen die Werte aber noch deutlich unter dem österreichweiten Durchschnitt. Auch die Bezirke St. Veit/Glan, Feldkirchen und Wolfsberg sowie die nördlichen Grenzregionen in Ober- und Niederösterreich und Teile der Südoststeiermark konnten sich von ihrem drohenden Werteverfall wieder gut erholen.

Die steigenden Immobilienpreise sind auch eine Folge des geänderten Lebensstandards. Sanierungsbedürftige, ältere Häuser sind kaum noch gefragt, stattdessen wird mehr in eine hervorragende Wohnqualität investiert. „Es wird nicht mehr alles was vier Wände und ein Dach hat gekauft. Die Menschen suchen gezielt nach guten Lagen, guter Infrastruktur, guten Lebenschancen. Der ländliche Raum kann das in vielen Gebieten in Österreich nicht liefern. Deswegen sinkt dort die Nachfrage nach Immobilien", erläutert Alexander Ertler die starken Wertverluste.

Wien: Schmerzgrenze bei 5.000 Euro/m² erreicht

In der Bundeshauptstadt gibt es weiterhin dramatische Preissprünge. Besonders in Leopoldstadt, Mariahilf, Hernals und in der Brigittenau steigen die Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen seit vielen Jahren. Bei den neu gebauten Eigentumswohnungen im innerstädtischen Bereich hat der Quadratmeterpreis im vorigen Jahr die 5.000 Euro Grenze überschritten. Lediglich bei den Mieten hat es im Vergleich zu den Vorjahren eine Erleichterung gegeben. In den meisten Bezirken sind sie stabil geblieben, in den Bezirken Innere Stadt, Leopoldstadt, Hietzing und Ottakring sind sie sogar gefallen.

Starke Unterschiede in den Bundesländern

In Tirol, Vorarlberg und Oberösterreich gibt es die stärksten Wertzuwächse in Österreich, die Kaufpreise sind jedoch stabil geblieben. In diesen Bundesländern wurden um bis zu 38 % mehr Immobilien verkauft. Am wenigsten Verkäufe gab es in Salzburg, aber auch dort handelte es sich um ein Plus von fast 20 %. Wien und Niederösterreich befinden sich erstmals „nur“ im österreichischen Durchschnitt.

Die Preise für Immobilien in den Landeshauptstädten sind im Vergleich zum Vorjahr relativ stabil geblieben, mit Ausnahme von Innsbruck, Wien und Klagenfurt. Bei den Wohnungspreisen gab es im vorigen Jahr erstmals einen Rückgang um durchschnittlich 2 Prozent, mit einem deutlichen Trend zu kleineren Wohnungen.

Als weiterhin hochpreisig gelten die Bundesländer Wien, Salzburg und Tirol, sehr günstig sind hingegen Kärnten und das Burgenland. Zum Vergleich: Ein Einfamilienhaus in Salzburg kostete im Vorjahr mehr als € 6.800 pro Quadratmeter, in Klagenfurt waren es hingegen etwas über € 2.000.

Mieten in Österreich stagnieren

Im Gegensatz zu aktuellen Diskussionen gibt es keine Mietpreisexplosionen in Österreich. Ganz im Gegenteil haben sie sich im vorigen Jahr eingependelt bzw. gehen sie sogar teilweise zurück, wie etwa in Salzburg. Auch in Wien, traditionell eine der teureren Städte für Mietwohnungen, liegen die Preise mit durchschnittlich ca. 13 bis 14 Euro pro Quadratmeter, je nach Qualität und Lage, im Schnitt deutlich unter vergleichbaren Metropolen in Mitteleuropa und der Preisanstieg im Vergleich zum vorigen Jahr beträgt nur moderate 1,1 %.

Die Preisentwicklung im Nachbarland Deutschland

Die Nachfrage nach Wohnimmobilien ist in unserem großen Nachbarland nach wie vor hoch. Das ist eines der zentralen Ergebnisse des aktuellen "Engel & Völkers Wohnimmobilienbarometers".  Trotz des leicht zurückgehenden Angebots an Kaufimmobilien und einer nach wie vor hohen Nachfrage zeigt sich die Preisentwicklung etwas verhaltener. Der Großteil der E&V-Makler konstatierten weitgehend gleich bleibende Preise.

Trotz hoher Preise sind Wohnimmobilien in Deutschland weiter sehr gefragt. Die gegenwärtige Geschäftslage schätzen die 200 Wohnimmobilien-Shops von Engel & Völkers als äußerst zufriedenstellend ein. Für die kommenden Monate geht der Großteil der Immobilienvermittler davon aus, dass die Marktlage gleich bleiben wird.

Wie die Umfrageergebnisse zeigen, pendeln sich die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland aktuell auf einem hohen Niveau ein. Für den Markt ist das, laut Engel & Völkers, nach der enormen Preisentwicklung in den vergangenen Jahren als äußerst positiv zu bewerten. Denn für eine gesunde Marktentwicklung sind auch Stabilisierungsphasen wichtig. Größtes Wertsteigerungspotenzial haben nach wie vor Immobilien, die höchsten Ansprüchen nach Qualität, Lage und Ausstattung gerecht werden.