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Effektiver Jahreszins

Einen fairen Kredit bekommen

Der Großteil der österreichischen Häuslbauer und Immobilienkäufer muss für die Finanzierung einen Kredit aufnehmen. Um einen fairen Kredit zu bekommen, sollte beim Vergleich einheitlich der effektive Jahreszins als Vergleichsgröße herangezogen werden.

Was ist ein effektiver Jahreszins?

Der Begriff bezeichnet die jährlichen Kosten für einen Kredit. Er ist auf die Kreditsumme, die geliehen wird, aufzuschlagen und macht einen prozentualen Anteil von dieser aus. Der Zinssatz hängt von der Tilgung, dem Auszahlungskurs und dem Nominalzinssatz ab, sowie von der Vereinbarung, ob es sich um einen festen oder flexiblen Zinssatz handelt.

Wie wird dieser Wert berechnet?

Eine Voraussetzung für die Berechnung des Effektivzinssatzes ist, dass der Zinssatz für die gesamte Dauer der Laufzeit gleich bleibt. Aufgrund des aktuell niedrigen Leitzinses und dem langfristig zu erwartenden Anstieg der Zinsen ist eine solche Bindung sehr zu empfehlen.

Um den Effektivzins berechnen zu können, muss zunächst die Summe aller mit dem Kredit verbundenen Kosten ermittelt werden. Dazu gehören Bearbeitungsgebühren, der nominale Zinssatz und eventuelle Versicherungsbeträge. Zur Bearbeitungsgebühr zählen die Erhebungsgebühr, die Lohnvormerkgebühr, und die Kontoführungsgebühr. Indem diese Kreditkosten von der Kreditsumme abgezogen werden, wird der Nettodarlehensbetrag berechnet. Abschließend werden die Kreditkosten mit 24 multipliziert und durch den Nettodarlehensbetrag mal Laufzeit in Monaten + 1 dividiert.

Die Formel lautet wie folg:

Effektiver Jahreszins in Prozent = [Kreditkosten x 24] : [Nettodarlehen x (Laufzeit + 1)]

Was ist der Unterschied zwischen effektiven Zinsen und nominalen Zinsen?

Beim Nominalzins handelt es sich um die Zinsen, die für das Verleihen von Geld anfallen, exklusive der damit verbundenen weiteren Kosten. Dieser Wert ist immer niedriger als ein effektiver Jahreszins. Für einen sinnvollen Vergleich von Kreditmodellen ist der Nominalzins deshalb nicht geeignet. Die Kosten unterscheiden sich von Bank zu Bank. Besonders bei Onlinebanken wird häufig mit dem Nominalzins geworben, der Effektivzins muss zwar genannt werden, ist für den potentiellen Kreditnehmer aber häufig nicht auf den ersten Blick erkennbar.

Was ist besser: Fixer oder variabler Zinssatz?

Bei einer fixen Verzinsung bleibt der effektive Jahreszins über die gesamte Laufzeit hinweg gleich. Da es sich bei einem Baukredit um eine langfristige Bindung handelt, kann die Finanzierung mit einem Fixzins sehr gut geplant werden. Ein Nachteil ist, dass die Verzinsung zumindest zu Beginn höher ist als bei einem flexiblen Zinssatz. Die Bank schützt sich damit vor zu günstigen Krediten und berücksichtigt ein mögliches Ansteigen des EURIBOR, der die Grundlage für die Zinsermittlung ist.

Wer einen Baukredit mit niedrigen Summen und einer kurzen Laufzeit benötigt, etwa für Sanierungen oder Ausbauten, kann vom niedrigen Zinssatz mit einer flexiblen Verzinsung profitieren. Allerdings hat diese den Nachteil, dass sie weniger gut geplant werden kann und sich die Kosten erhöhen können.

Was sollte neben der Verzinsung noch berücksichtigt werden?

Für die Tilgung eines Kredits sollte nicht das gesamte monatliche Guthaben eingeplant werden. Wurde während der Laufzeit gespart, kann der Kredit vorzeitig getilgt werden. Bei einem variablen Zinssatz ist das jederzeit ohne Zusatzkosten möglich. Wird die gesamte offene Summe bezahlt, gilt das als Kündigung des Kreditvertrags.

Bei einer fixen Verzinsung mit einem soliden effektiven Jahreszins gibt es Einschränkungen. Hier darf jährlich ein Betrag von 10.000 Euro ohne zusätzliche Kosten zurückgezahlt werden. Ist der Betrag höher, darf die Bank ein Prozent Gebühren von dem vorzeitig zurückgezahlten Betrag berechnen. Wer sich die Möglichkeit einer vorzeitigen Tilgung offenhalten möchte, sollte die damit verbundenen Konditionen im Kreditvertrag schriftlich festhalten. Es kann nämlich auch eine vorzeitige Rückzahlung ohne Gebühren vereinbart werden.