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Virtual Reality: Spiel, Spaß, Immobilien

Emotionen wecken durch Erweiterte und Virtuelle Realität

Eine Wohnung auf einem anderen Kontinent besichtigen und daheim auf dem Sofa sitzen – das bringt nicht nur Vorteile für mögliche Käufer und Mieter. Immobilienmakler können Augmented und Virtual Reality für die optimale Präsentation ihrer Objekte ergänzend nutzen.

Eine normale Wohnungsbesichtigung? Das ist so 2010. Immer mehr Makler setzen bei der Vermarktung ihrer Immobilien mittlerweile auf Augmented (AR) oder Virtual Reality (VR). Unfertige Wohnungen bereits virtuell einrichten, eine Wohnung auf einem anderen Kontinent besichtigen und daheim auf dem Sofa sitzen – das alles ist keine Zukunftsmusik mehr.

Der Unterschied zwischen Augmented und Virtual Reality ist schnell erklärt: Virtual Reality wird für die Betrachtung computergenerierter Modelle und Bilder verwendet. Der Kunde eines Immobilienmaklers kann sich durch den Einsatz von VR tausende Kilometer entfernt aufhalten und braucht für die Besichtigung – egal ob am Tag oder mitten in der Nacht – keinen Makler vor Ort.

Die Augmented Reality ist dagegen eine spezielle Unterart der Virtual Reality. Bei dem Einsatz von AR muss sich der Interessent in der Immobilie befinden und kann dort mithilfe einer Brille neue Inhalte in den Raum einblenden. Das können zum Beispiel Möbel oder elektronische Elemente sein. Die Technologien der AR- und VR-Anwendungen der Immobilienbranche kommen übrigens fast gänzlich aus der Videospielindustrie. Was vorher beispielsweise für Spiele wie Grand Theft Auto oder Call of Duty genutzt wurde, hilft nun den Immobilieninteressenten und deren Maklern.

Dabei braucht es gar nicht unbedingt immer gleich eine der futuristischen VR-Brillen am Kopf. Die Virtual oder Augmented Reality beginnt schon mit 360-Grad-Fotorundgängen oder einem virtuellen Einrichtungsassistenten, den man vom heimischen Sofa bedienen kann. Entdeckungstouren mit dem Smartphone durch das neue Haus oder die Wohnung steht also nichts mehr im Wege. Mithilfe der AR- und VR-Tools fühlt sich ein Interessent viel besser in sein neues Heim ein. Die Positionierung von Möbeln in den Räumen kann vorab virtuell getestet werden und regt die eigene Vorstellungskraft an. Emotionen werden geweckt. Wenn dann am Schluss ein „Hier möchte ich leben“ steht, freuen sich sowohl die Kunden, die Makler als auch die bisherigen Eigentümer. Dem Makler bleibt dafür mehr Zeit, zum Beispiel Übergaben vor- und nachzubereiten oder das Immobilienportfolio zu pflegen.

Je mehr, desto mehr

Die Preise von AR- und VR-Tools weichen teilweise stark voneinander ab. Das liegt zum einen an der Größe der Immobilie und zum anderen an den speziellen Besonderheiten eines jeden Objektes. Eine Drei-Zimmer-Wohnung kann man ab 2.000 Euro visualisieren lassen, kleinere Wohnungen kosten dementsprechend weniger. Bei Apps dagegen wird der Immobilienmakler selber zum Mieter oder Käufer: Er kann zum einen eine bereits vorgefertigte App für 50 bis 500 Euro pro Monat mieten. Der günstige Preis beschränkt allerdings auch die Leistung für das Immobilienunternehmen – individuelle Anpassungen für die Kunden sind häufig nur eingeschränkt möglich. Die Makler, die eine Individuallösung anstreben, sind mit dem Kauf einer App besser bedient. Viele IT-Entwickler haben Blut geleckt und möchten in naher Zukunft noch universellere Tools für die Immobilienmakler anbieten.  Alternativ dazu kann er sich natürlich eine eigene App entwickeln lassen. Professionelle Firmen verrechnen hier schnell mehr als 10.000 Euro. Wer Extras will, zahlt nochmal mehr. Richtig auszahlen tut sich selbst eine einfache Visualisierung damit eher nur bei luxuriösen und hochpreisigen Wohnungen. Besonders, weil die Kosten von AR und VR vom bisherigen Eigentümer der Immobilie getragen werden müssen.

Großes Interesse

Der Wettbewerb zwischen den AR- und VR-Anbietern nimmt durch die steigende Nachfrage immer mehr zu. Auf kurz oder lang wird sich das vermutlich in den Preisen widerspiegeln – abzuwarten könnte sich also möglicherweise noch lohnen. Auch, weil manche Angebote noch in den Kinderschuhen stecken und nicht völlig ausgereift sind. So ist es zum Beispiel schwer, einen Laien in der virtuellen Welt mit professionellen Raumplänen nicht gänzlich zu verwirren. In Österreich bleibt das ausgeschriebene Ziel jedoch vorerst: AR und VR muss der breiten Masse bekannt gemacht werden. Das Interesse der Immobilienbranche dafür ist jedenfalls groß.