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Home Staging

Mehr als nur Deko-Tanten

Ziel eines jeden Maklers ist es, ein Objekt möglichst schnell anzubringen. Nun gibt es aber manche Wohnungen, für die man einfach keine Interessenten findet. Helfen kann Home Staging. Schön eingerichtete Räume verkaufen sich besser und schneller.

Ein Makler findet seit Monaten oder gar Jahren keinen neuen Mieter oder Besitzer für eine Immobilie. Wenn der Eigentümer langsam Druck macht und das schwarze Schaf unter den Objekten einfach zu viel Verwaltungsaufwand bedeutet, kommt das Home Staging ins Spiel. Home Staging soll die Räume einer Immobilie nicht nur einfach verschönern, sondern hat vor allem ein Ziel: den Verkauf oder die Vermietung des Objekts.

Erster Eindruck

Hat der Makler die Wohnung online erstmal inseriert, erzählen die Bilder den möglichen Mietern eine ganz eigene Geschichte. Der erste Eindruck zählt, meist entscheidet nicht der Verstand, sondern der Bauch für oder gegen eine Immobilie – und das schon weit vor der Besichtigung. Mit der Hilfe von professionellen Home Stagern kann eine optimale Präsentation der Wohnung erfolgen. Dass dunkle Wohnungen mit einer schlechten Raumaufteilung beim Kunden weniger Begeisterung auslösen ist da klar. Es ist aber nicht nur das Offensichtliche, das eine Wohnung unattraktiv macht. Manchmal scheitert ein näheres Interesse nur daran, dass sich jemand nicht vorstellen kann, wie die Wohnung eingerichtet aussehen könnte. Home Stager hübschen die Wohnung mit Leihmöbeln, Licht und Accessoires so auf, dass Kunden sich in der Immobilie wiederfinden. Während die Immobilienmakler auf eine schnelle Verkaufslösung hoffen, wird mit der Besichtigung der Immobilie und der Erstellung eines Gesamtkonzepts begonnen – Design-, Innenarchitektur- und Marketingstrategien machen dessen Hauptstränge aus. Mit dem Blick eines Käufers oder Mieters beurteilt der Home Stager, welche Aspekte der Wohnung störend wirken könnten. Gutes Home Staging ist damit also deutlich mehr als nur nette Möbel in eine Wohnung zu platzieren.

Nicht zu individuell

Was dem vorherigen Mieter gefallen hat, muss nicht auch den Nachmieter ansprechen: die meisten Wohnungen müssen von einem Home Stager ent-individualisiert werden. Das bedeutet, dass die Wohnungen entrümpelt werden und ein neuer, neutraler Anstrich hermuss. Der erste Baustein ist damit gesetzt. Aber leere Wohnungen liefern noch keine Emotionen. Deshalb toben sich die Home Stager mit Teppichen, Lampen, Tischen oder Pflanzen aus. Vorsicht gilt beispielsweise bei zu moderner oder zu traditioneller Einrichtung – das gefällt nicht jedem. Die Wohnung muss aber nicht nur den Mainstream ansprechen, um zu punkten. Ganz im Gegenteil wird für jede Immobilie eine Zielgruppe definiert. Eine Wohnung im Hipster-Bezirk Neubau spricht jüngere Personen an als vielleicht im Edel-Viertel Döbling. Der Interessent soll sich von der heimelig eingerichteten Wohnung nämlich so sehr angesprochen fühlen, dass er direkt zum Telefon greift und den Makler oder Eigentümer um einen Besichtigungstermin förmlich anbettelt.

Gern gezahlt

Im Gegensatz zu den USA ist Home Staging in Europa noch weniger präsent. Das kann auch an den vergleichsweise hohen Kosten liegen. Gezahlt werden die rund 50 bis 60 Euro pro Quadratmeter – inklusive Profi-Fotoshooting - nämlich nicht von den Maklern, sondern vom Eigentümer selbst. Obwohl Immobilien durch Home Staging nachweislich schneller verkauft werden und teilweise sogar höhere Preise erzielt werden können, denken sich viele: „Das kann ich auch selbst.“ Dass eine professionelle Ausführung der Arbeit aber eine Triple-Win-Situation für Eigentümer, Makler und zukünftigem Bewohner ergibt, wird oft vergessen.