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„Multi Listing Services“ - Gemeinsam zu mehr Abschlüssen?

Die sogenannten „Multiple Listing Services“ (MLS) sind in aller Munde.

Manchen Maklern fällt es aber noch schwer, die Vor- und Nachteile der onlinebasierten Softwarelösung abzuwägen.

In der nordamerikanischen Maklerbranche sind „Multiple Listing Services“ bereits gang und gäbe. Es ist dort sogar gesetzlich vorgeschrieben, dass mindestens zwei Makler an der Vermittlung eines Objektes beteiligt sein müssen. Österreich stand dem bisher noch skeptisch gegenüber.

Das ausgeschriebene Ziel der Software ist es, eine Plattform für Kompensationsangebote zu schaffen. Heißt: Wenn Sie als Makler beispielsweise eine Immobilie einfach nicht loswerden, keine Zeit dafür haben oder im jeweiligen Ort keine Kundschaft besitzen, besteht die Möglichkeit, mit einem anderen Makler zu kooperieren. Um das betreffende Objekt in den „Multiple Listing Services“ inserieren zu können, braucht es dann eine kostenpflichtige Lizenz für das Suchmaschinensystem. Haben Sie die Lizenz erworben, so müssen Sie dem System Ihre Provision für das Objekt offenlegen. Mit einem Kompensationsangebot geben Sie einen Teil Ihrer Provision an einen Maklerkollegen ab, sofern er die Immobilie erfolgreich vermittelt. Sie fungieren damit als Vertreter für den Eigentümer, der andere Makler als Vertreter der Käufer bzw. Mieter. Wenn Sie selbst ein Kompensationsangebot annehmen, ist das natürlich umgekehrt. Bei jährlich rund 100.000 Wohnimmobilientransaktionen in Österreich dürften die Profite und die Provisionen mit der Zusammenarbeit vermutlich steigen. Für die Kunden bringt MLS den Vorteil, dass es deutlich weniger überschätzte Preise für Wohnungen und Häuser geben wird.

Gibt es bei so schwerwiegenden Vorteilen überhaupt Nachteile? Ja, aber nur wenige. Die Lizenz für die Plattform erhält nur ein Makler, der entweder eine formale Ausbildung besitzt oder Mitglied in einem Maklerverband ist. Das verhindert, dass Laien das System nutzen. Momentan kann man aber schon feststellen, dass sich die MLS langsam öffnen. In den USA gilt die Regel jedoch noch immer. Nicht geändert hat sich bisher der uneingeschränkte Zugriff auf die Datenbank, die bisher nur Maklern, die eine festgesetzte Mindestprovision erhalten, bereitsteht. Vorsicht sollten Sie bei rechtlichen Themen walten lassen. Auch wenn zwei oder mehrere Makler an einem Geschäft beteiligt sind, darf nur einer den Kaufabschluss durchführen.

Nachbar Deutschland hat seine erste MLS-Plattform schon 2003 gelauncht. Seit bereits 10 Jahren wird vom Immobilienring IR eine Plattform nach dem Multi Listing System betrieben. Vor Kurzem ging auch die „Hausmaus“ mit einem eigenen MLS-System an den Start.

Auch der Immobilienring IR hat mit diesem System seit zehn Jahren Erfahrung, da dieses bereits Basis bei der Gründung des IR war. Nun wird gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) und dem Österreichischen Verband der Immobilientreuhänder (ÖVI) als Partner, eine Gesellschaft zum Betrieb dieser neuen, transparenten Immobilienplattform, die von allen Maklern genutzt werden kann, gegründet. „Makler mit einer übergreifenden, transparenten Zusammenarbeit können nur gewinnen, Alleingänge bringen keinen dauerhaften Erfolg. Der Höhenflug der Immobilienpreise hätte sich schon seit einigen Jahren abschwächen müssen, aber das Gegenteil war der Fall. Grund für uns sich damit näher zu befassen“, so Georg Spiegelfeld, Präsident des Immobilienring IR Österreich. Die Testphase soll im März 2018 aktiviert werden, ab dem Frühsommer ist der operative Start geplant.