Heilkräuter aus dem eigenen Garten

Gartenfrische Kräuter sind der Traum jedes Kochs und jeder Köchin.

Salbei, Lavendel oder Thymian – viele Kräuter sind nicht nur hervorragend zum Würzen geeignet, sondern haben auch als Heilkräuter eine lange Tradition. Das Beste daran: man kann sie selbst anbauen.

Nicht nur in der Küche, auch bei der Behandlung kleiner Wehwehchen und leichter Erkrankungen setzen immer mehr Menschen auf die Kraft der Natur in Form von Heilkräutern. Der Traum lässt sich ganz leicht erfüllen, denn Kräuter finden überall Platz. Sie gedeihen in einer Kräuterspirale oder in einem Beet im Garten genauso wie in Kübeln und Töpfen auf dem Balkon oder dem Fensterbrett. Sie sind in der Regel nicht besonders anspruchsvoll, das heißt, sie benötigen meist wenig Wasser und Dünger. Denn die meisten Kräuter sind Schwachzehrer und kommen mit den vorhandenen Nährstoffen im Boden aus. Auch von Schädlingen werden Kräuter kaum befallen.

Zu den wichtigsten Heilpflanzen, die im Garten oder auf Terrasse und Balkon gedeihen, zählt der genügsame Lavendel. Warm, sonnig und windgeschützt sollte sein Standort sein, in kalten Gegenden sollte er im Winter vor Frost geschützt werden. Er liebt durchlässige, magere Sandböden, auf denen viele andere Pflanzen nicht lange durchhalten. Wer Lehmboden hat, sollte für Lavendel viel Sand einarbeiten. Geschnitten wird nach der Blüte. Lavendel ist für seine beruhigende und harmonisierende Wirkung bekannt, Lavendelöl kann Entzündungen – beispielsweise nach Insektenstichen – vorbeugen.

Auch die Blätter des Salbeis werden nicht nur in der Küche, sondern auch in der Heilkunde verwendet. Sie sind vor allem wegen ihrer schweißhemmenden beziehungsweise desinfizierenden Wirkung bei Halsentzündungen sehr beliebt. Die Pflanze liebt steinig-trockenen Kalkboden und vollsonnige Standorte ohne Staunässe und ist ebenfalls nur bedingt winterhart.

Thymian wiederum ist nicht nur verdauungsfördernd, sondern auch hilfreich bei der Behandlung von Atemwegserkrankungen und Entzündungen im Mund- und Rachenbereich. Wie alle mediterranen Pflanzen liebt auch er sonnige und trockene Standorte.

Die echte Kamille ist ebenfalls eine alte Heilpflanze – ihr Einsatzgebiet sind vor allem Entzündungen sowie Magen- und Darmbeschwerden. Sie stellt keine hohen Ansprüche an ihren Standort, er sollte nur sonnig und mäßig feucht sein. Angebaut wird die Kamille durch Aussaat – wählt man dazu den Herbst, sollte man die jungen Pflanzen im Winter abdecken.

Nie fehlen sollte in einem Heilkräutergarten die Pfefferminze. Die bei Kopfschmerzen, Erkältungen und Magen-Darm-Verstimmungen sowie zum Senken von hohem Blutdruck bewährte Heilpflanze bevorzugt ein halbschattiges bis leicht sonniges Plätzchen sowie einen eher feuchten und nährstoffreichen Boden. Da sie jedoch dazu neigt, sich stark auszubreiten, ist bei der Auspflanzung im Garten eine Wurzelsperre empfehlenswert.  Kalter Pfefferminztee eignet sich angesichts antiseptischen Wirkung übrigens hervorragend als Mundwasser. 

(Heil)Kräuter sind übrigens auch leicht haltbar zu machen: Entweder trocknet man sie, zu Büscheln gebunden und kopfüber hängend, an einem trockenen, luftigen Platz, oder man lässt beispielsweise Rosmarin oder Thymian einen Tag antrocknen und gibt sie dann gemeinsam mit Salz, Pfeffer und eventuell Knoblauch sowie Olivenöl in eine Flasche.