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Gastgewerbeberechtigung - Die Regelungen

Mit der Gastgewerbeberechtigung zur Selbstständigkeit

In Österreich kann niemand ein Gastgewerbe ohne entsprechende Berechtigung eröffnen. Der Antragsteller muss dafür bestimmte Anforderungen erfüllen. Sie sollten nicht als Hürde verstanden werden, sondern sind ein wichtiger Schutz für Menschen, die eine falsche Vorstellung vom Gastgewerbe haben.

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Der Gewerbeschein fürs Gastgewerbe – eine Definition

Wie der Name schon sagt, handelt es sich um die Berechtigung ein Gastgewerbe auszuüben. Die Gastgewerbeberechtigung ist weitestgehend in der Gewerbeordnung geregelt.

In der Gewerbeordnung sind auch die Ausnahmen erfasst. Dazu gehören ein Buschenschank oder die Privatzimmervermietung mit bis zu zehn Betten. Grundsätzlich muss eine Gewerbeanmeldung bei der zuständigen Behörde beantragt werden. In Österreich ist das beim Magistrat oder der Bezirkshauptmannschaft möglich.

Welcher Befähigungsnachweis muss für die Gastronomie erbracht werden?

Das Gastgewerbe ist, wie der Name schon sagt, ein Gewerbe, weshalb auch ein Befähigungsnachweis zum Ausüben erbracht werden muss. Als Nachweis, dass die Anforderungen erfüllt werden, gilt eine entsprechende Ausbildung. Ein Abschluss der Berufsmatura, Zeugnisse von Fachakademien oder der Lehrabschlussprüfung sowie eine branchennahe akademische Ausbildung reichen meist dafür aus. Oftmals wird auch die Ablegung einer Befähigungsprüfung bei der Meisterprüfungsstelle verlangt, die der Gastgewerbe-Befähigungsprüfung entspricht.

Weitere Anforderungen für die Arbeit im Gastgewerbe

Neben den fachlichen Kenntnissen müssen auch personenbezogene Fähigkeiten nachgewiesen werden können. Dazu gehören die Volljährigkeit und die österreichische Staatsbürgerschaft oder die Staatsbürgerschaft eines EU- oder EWR-Landes. Außerdem darf keine Freiheitsstrafe von mehr als drei Monaten, ein Finanzverfahren oder eine Verurteilung wegen eines Vergehens gegen das Suchtmittelgesetz vorliegen.

Wann das Gewerberecht Nachsicht walten lässt

Jeder Mensch verdient eine zweite Chance. Deshalb gibt es auch die Nachsicht von Ausschlussgründen beim Gewerberecht. Nachsicht kann dann gewährt werden, wenn die Vorstrafe schon lange zurückliegt und sich der zünftige Chef nichts mehr zuschulden kommen lassen hat. Auch ein Insolvenzverfahren kann vernachlässigt werden, wenn durch die aktuelle finanzielle Situation ein Erfüllen der Zahlungsverpflichtungen realistisch ist. Die Nachsicht muss rechtskräftig entschieden werden, erst dann kann eine Eintragung ins Gewerberegister erfolgen.

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Weitere Voraussetzung für das Gastgewerbe

Wenn jemand einen Betrieb eröffnen und leiten möchte reicht es nicht aus, gut zu kochen oder ein guter Gastgeber zu sein. Auch in Sachen Buchhaltung, Wareneinkauf, Personalmanagement, Organisation, Kalkulation usw. muss der Eigentümer sattelfest sein. Hier scheitern viele Unternehmer, da sie den Arbeitsaufwand und den Umfang der Verantwortung falsch einschätzen. Um eine Verschuldung und ein Scheitern zu verhindern, sollten die zukünftigen Gastronomen unbedingt bereits Erfahrung in einer leitenden Stelle in einem vergleichbaren Gastgewerbe gemacht haben. Auch eine Bildungsberatung und ein Unternehmertraining, wie es z.B. vom Wifi angeboten wird, sind sehr zu empfehlen. Dafür gibt es vom Staat für Jungunternehmer attraktive Förderungen, die den Einstieg in die Selbständigkeit erleichtern sollen.

Wer glaubt, einfach nur Chef sein zu können, hat eine vollkommen falsche Vorstellung vom Gastgewerbe. Der Chef hat die Verantwortung für den gesamten Betrieb, ist er nicht sehr oft anwesend oder packt er selbst nicht an, läuft der Laden aller Wahrscheinlichkeit nach nicht. Das gilt vor allem für kleine Betriebe, in denen keine Bereichsleiter eingeteilt sind.

Wie hoch sind die Kosten für eine Gastgewerbeberechtigung?

Die Gebühren für eine Gewerbeberechtigung sind relativ günstig. Sie liegen heuer bei 47,30 Euro Bundesgebühr plus 3,90 Euro für die Beilage (pro Bogen). Ein Auszug aus dem Gewerberegister kostet mit Bundesgebühr und Bundesverwaltungsabgabe insgesamt 9,30 Euro. Wenn es das erste Gewerbe für den Antragssteller ist, kann durch das Neugründungsförderungsgesetz eine Gebührenfreiheit in Anspruch genommen werden. Die Anmeldung ist sofort rechtswirksam.