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Brennstoff

Passende Brennstoffe für Ihr Haus

Diese Frage stellt sich jeder Bauherr: Welches Heizsystem ist das richtige? Techniken, die stärker auf erneuerbare Energieträger wie Holz oder Umweltwärme setzen, rechnen sich mittlerweile und das trotz hoher Anschaffungskosten. Kostenüberlegungen allein können nicht den Ausschlag geben, denn nicht jedes Heizsystem passt zum Haus, dessen Lage und den Ansprüchen der Besitzer.

Erdgas oder Öl als Brennstoff für Ihr Heizsystem?

Die Frage ob Gas oder Öl gilt es ebenfalls für sich zu beantworten. Platzsparend und umweltfreundliche Gasgeräte haben in den vergangenen Jahren mit fast 50 Prozent Marktanteil den Ölheizungen den Rang abgelaufen. Und das, obwohl Erdgas in den vergangenen Jahrzehnten im Durchschnitt um ein Drittel teurer war als leichtes Heizöl. Gründe für die Beliebtheit der Gasgeräte sind die bequeme Lieferung direkt ins Haus, die Anlage braucht nur wenig Platz, ein halber Quadratmeter Stellfläche genügt meist. Auslaufmodelle sind die weniger effizienten Niedertemperaturanlagen. Sie brauchen zusätzlich einen Schornstein, der rund 150 Euro pro Meter kostet. Außerdem rangieren die auslaufenden Gasgeräte bei der Energieausnutzung nur knapp vor Öl-Niedertemperaturkesseln.

Besser noch ist ein Gas-Brennwertgerät. Es holt gegenüber Gas-Niedertemperaturkesseln bis zu zehn Prozent mehr Wärme aus der gleichen Menge Erdgas. Steht das Gerät im Dachgeschoss, ist kein Kamin nötig, das kompensiert zum Teil den Mehrpreis. Brennwertgeräte brauchen nämlich nur eine Abgasleitung aus Kunststoff, Keramik, Glas oder Edelstahl. Da Gasheizungen leiser sind als Ölheizungen, können sie sogar in Nebenräumen stehen. In Gebieten, in denen Erdgasversorgung schon vorhanden ist, sind die Anschaffungskosten kaum zu unterbieten. Lediglich der Garten muss aufgegraben werden, um das Haus ans Netz zu schließen.

Erdgasbetriebene Heizanlagen haben darüber hinaus auch einen Umweltvorteil. Erdgas verursacht nämlich kaum Schwefeldioxid- und Staubemissionen und nur wenig Kohlenmonoxid. Als Heizflächen eigen sich Heizkörper, Fußbodenheizung oder Wandflächenheizung. Die Größe der Heizfläche muss jedoch für einen Brennwertbetrieb auf niedrige Heizwassertemperaturen ausgelegt werden.

Brennstoff Öl als Heizmittel

Ölbetriebene Heizanlagen bringen die Umstände mit, viel Platz zu benötigen, hohe Kosten zu verursachen und höhere Abgase zu produzieren. Wer mit Öl heizt, sollte auch Platz und Kosten für den Tank sowie Ausgaben für die Wartung berücksichtigen. Ein Öl-Niedertemperaturkessel bietet bezahlbare und zuverlässige Standardtechnik, er braucht aber einen Kamin. Auch in Sachen Umwelt ist Öl eher zweite Wahl: So sind die den Treibhauseffekt fördernden CO2-Emissionen bei Heizöl um ein Viertel höher als bei Gas. Zudem enthält leichtes Heizöl mehr Schwefel.

Öl-Brennwertgeräte nutzen anders als Niedertemperaturkessel auch die Energie im Wasserdampf der Abgase. Dieser Brennwerteffekt ist bei Öl aber nicht so groß wie bei Gas. Die Technik ist außerdem meist deutlich teurer als die von Gaskesseln. Denn Wartung der Geräte und Ableitung des Kondensats, das beim Brennwertbetrieb entsteht, sind nur mit mehr Aufwand möglich. Nur bei schwefelarmem Heizöl treten diese Nachteile nicht auf. Der Brennstoff ist aber zurzeit noch deutlich teurer als die stark schwefelhaltige Standardware. Wer ein Brennwertgerät kauft, kann bei der Abgastechnik sparen, wenn das Gerät im Dachgeschoss aufgestellt wird. Dann reicht ein preiswerteres Luft-Abgas-System aus Kunststoff.

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Holz als Brennstoff für die Heizanlage

Hohe Nachfrage treibt den Preis Holzspäne und Sägemehl, die zu kleinen Röllchen gepresst werden, sind die Energiequelle von Holzpelletheizungen. Eine Förderschnecke oder ein Saugsystem transportieren das Brennmaterial automatisch in den Kessel. Pelletkessel stoßen zwar deutlich mehr Luftschadstoffe - vor allem Feinstaub - aus als Gas, dafür setzen sie aber weniger Treibhausgase frei als andere Heizkessel. Der Preis für Holzpellets ist zwar in letzter Zeit wegen der großen Nachfrage stark gestiegen, neue Pelletieranlagen sollen das Angebot aber erhöhen und der steigenden Nachfrage anpassen. Die Investitionen für eine Pelletheizung sind deutlich höher als für eine Gasheizung, trotz Preissenkungen und staatlicher Förderung.

Pelettieranlagen benötigen relativ viel Platz für Vorratsraum, Förderschnecke und Kessel. Eine Pelletheizung ist ein wirklich umweltfreundliches Heizsystem - auch wenn die Verbrennungstechnik wegen des hohen Schadstoffausstoßes noch nicht ausgereift erscheint. Bei Neubauten sind Pelletkessel oder Primäröfen eine gute Alternative zu Gas. Auch beim Austausch eines Ölkessels bietet sich eine Pelletanlage an, die notwendige Lagerkapazität für die Holzpresslinge ist praktisch gleich groß. Beliebte Alternative im Spektrum der Holzheizungen sind Kaminöfen oder Kachelöfen. Sie reichen bei gut gedämmten Häusern manchmal als einzige Wärmequelle aus, haben aber Nachteile im Komfort und bei der Umweltbilanz.

Wärmepumpen als Heizanlagesystem

Wärmepumpen als Heizanlagesystem erfordern hohe Investitionskosten, glänzen aber durch niedrige Verbrauchskosten. Sie funktioniert wie ein Kühlschrank, nur anders herum: Die Wärmepumpe produziert aus einem Teil Strom drei bis vier Teile nutzbare Wärme, indem sie der Außenluft, dem Erdreich oder dem Grundwasser diese Wärme entzieht. Außenluft-Pumpen sind am billigsten, dafür arbeiten sie nicht so effektiv. Nachteilig sind auch die hohen Anschaffungs- und Erschließungskosten, vor allem wenn Erdreich oder Grundwasser als Wärmequelle genutzt wird. Auch ein Pufferspeicher ist notwendig, weil Nachtstrom gespeichert und genutzt wird.

Die Verbrauchskosten sind allerdings sehr gering. Bedingung sind gute Jahresarbeitszahlen - das ist das Verhältnis von aufgewendeter zu gewonnener Energie. Der beste Wert liegt klar über vier. Das schafft die Wärmepumpe in der Regel nur kombiniert mit einer Fußbodenheizung oder Wandflächenheizung in einem gut gedämmten Niedrigenergiehaus. Hier ist das Heizwasser höchstens 35 Grad Celsius warm, so dass die Wärmepumpe nur einen geringen Temperaturunterschied zwischen Umweltwärme und Heizwärme überwinden muss. Der Strom für Wärmepumpen ist deutlich teurer geworden - ein Trend, der sich vermutlich fortsetzen wird. In einem sehr gut gedämmten Haus mit Fußboden- oder Wandheizung kann die Wärmepumpe insgesamt trotz hoher Anschaffungskosten eine gute Wahl sein. Ihre Umweltbilanz hängt letztlich von der Art des eingesetzten Stroms ab. Wer es genau wissen will, sollte sich bei seinem Energieversorger über den Strommix für Wärmepumpenstrom erkundigen. Eine jährliche Wartung ist empfehlenswert.