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Winterfest

Ist das Dach fit für den Winter?

In Österreich gilt, das Hausdach rechtzeitig zuverlässig fit für den Winter zu machen. Denn nähern sich die Temperaturen dem Gefrierpunkt, kann es für Schutzmaßnahmen zu spät sein. Schon aus einem kleinen Leck kann dann im schlimmsten Fall ein massiver Bauschaden entstehen.

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Minusgrade, dichter Schneefall, starke Winde - das ist typisches Winterwetter in unseren Breiten. Das Dach nun stellt sich den Naturgewalten als erstes entgegen und wird daher von allen Hausteilen am meisten beansprucht. Die Schutzanforderungen sind vielfältig. Mit am wichtigsten ist, dass die Deckung Niederschläge, wie Schnee, Regen und Hagel, zuverlässig abhält. Denn in der Dachkonstruktion kann Feuchtigkeit erhebliche Schäden verursachen. Zu den Belastungen in Herbst und Winter gehören aber auch Stürme: Als "Fünfte Fassade" des Hauses hat das Dach die Aufgabe, zum einen selbst den Naturkräften zu trotzen und zum anderen Haus und Bewohner zu schützen.

Eine weitere Härteprobe für die Schräge: Schnee, der sich über Wochen hinweg auftürmt, lastet tonnenschwer auf dem Dach. Dieses muss der Belastung sicher standhalten. Das gilt besonders am Winteranfang bei Temperaturen knapp über Null Grad, wenn dichter Nass-Schnee fällt. Zu guter Letzt belasten extreme Temperaturwechsel die Dachdeckung. In der Nacht gefriert es, am Tag taut es wieder. Hierbei kommt es auf ein weiteres Element der Dachkonstruktion an: Die Regenrinnen müssen frei sein, damit geschmolzenes Eis abfließen kann.  

Der Schutzschild gegen Schnee und Sturm

Die Deckung oder Dachhaut ist der äußerste Schutzschild gegen das winterliche Wetter. Die Konstruktion muss frei von Fehlern und absolut regensicher sein. Vor allem, wenn das Dach ausgebaut und wärmegedämmt ist, darf keine Außenfeuchte in die Konstruktion dringen. Besondere Risikobereiche für eindringende Nässe sind An- und Abschlüsse sowie Durchdringungen beispielsweise von Lüftern, Kaminen, Antennen.

Die Folge: Dämmschichten werden feucht, verlieren ihre Wirkung, schimmeln. Im Wohnraum zieht es, wenn die Dampfsperre nicht luftdicht ausgeführt ist. Die Wohnqualität sinkt, die Heizkosten steigen. Auch drohen massive Bauschäden. Zudem rütteln die Winterstürme unablässig. Hat der Wind einen Angriffspunkt, kann die Dachdeckung geschädigt werden. Stürzen Teile ab, können Hausbewohner oder Passanten getroffen werden. Dachelemente lockern sich insbesondere an den Gauben, am First sowie am Ortgang, weil dort der Wind am stärksten angreift. Diese Bereiche gilt es daher, sorgfältig unter die Lupe zu nehmen. Um zu überprüfen, ob alle Dachpfannen oder Schieferplatten fest sitzen, hilft nur der Gang nach oben - vom Boden aus lässt sich die Situation schlecht beurteilen.

Eiszapfen an den Dachrinnen - schön, aber gefährlich

Sind die Dachrinnen undicht oder durch Laub und Äste verstopft, bilden sich bei anhaltendem Frost an den Lecks Eiszapfen oder der Gehsteig wird zur Eisfläche. Deshalb sollten sie zum Winteranfang gereinigt werden. Hier selbst Hand anzulegen, ist wegen des hohen Unfallrisikos keine gute Idee: Die Rinne ist hoch oben, die Leiter wackelt. Besser, man lässt die Arbeiten von einem Profi durchführen. Dauerhafte Abhilfe gegen die bunten Blätter schafft ein in die Rinne gelegtes Laubfanggitter.

Kontrolle des Daches und der Fassade

Besonders belastet werden im Winter die Dächer. Sitzen die Dachziegel nach den schweren Stürmen noch richtig oder sind sie verrutscht und gar zerbrochen? Wie steht es mit den Einfassungsblechen rings um den Kamin, an den Gauben und in den Kehlen? Sind sie noch dicht oder haben sie Risse und lassen Feuchtigkeit ins Gebälk? Letztes Herbstlaub hat sich in den Regenrinnen gesammelt; es muss jetzt entfernt werden, damit das Regenwasser wieder ungehindert abfließen kann. Manches Schneefanggitter sitzt locker und sollte neu befestigt werden. Wer ein Flachdach hat, der kann diese Arbeiten - mit Vorsicht, um die Dachhaut nicht zu verletzen - selbst erledigen.

Hat das Haus ein geneigtes Dach, sollte der Immobilienbesitzer besser einen Fachbetrieb mit dem Frühjahrscheck beauftragen. Schnee, Wind und Regen haben auch den Fassaden zugesetzt. Oft wurden sie tagelang nicht richtig trocken. Immobilieneigentümer sollten die Außenhaut des Hauses deshalb im Frühling kritisch kontrollieren:

Sind neue Risse entstanden, haben sich einst harmlose Haarrisse im vergangenen Winter vergrößert? Blättert der Anstrich ab oder klingt der Putz an manchen Stellen hohl?

Jetzt ist die beste Gelegenheit zur Schadensbilanz. Wer Schäden feststellt, der sollte sich in den kommenden Wochen in aller Ruhe einen versierten Fachbetrieb suchen und die Winterschäden bald ausbessern lassen. Im Augenblick haben die Firmen noch Zeit, im Spätsommer und Herbst wird es erfahrungsgemäß wieder hektisch, weil dann die meisten ihr Haus für den nächsten Winter rüsten lassen. Wer ein altes Haus besitzt, der kann die Fassadenreparatur natürlich mit einer energetischen Sanierung verbinden. Dabei werden in der Regel die alten Fenster durch moderne ersetzt und das Haus unter Umständen ringsum mit einem Wärmedämmsystem eingepackt. Auch dazu ist der Frühsommer die beste Zeit. Allerdings sollte der Hausbesitzer zur energetischen Sanierung unbedingt einen unabhängigen Bausachverständigen hinzuziehen. Die nachträgliche Dämmung eines bestehenden Hauses birgt nämlich erhebliche Risiken. Wird die Immobilie falsch saniert, dann holt sich der Eigentümer unter Umständen enorme Feuchteschäden, die dann wiederum für viel Geld beseitigt werden müssen.

Besser ist der umgekehrte Weg: Erst das Gutachten mit genauer Analyse des Bestandes und konkreten Sanierungsschritten einholen, dann folgt die Ausschreibung und anschließend die aufs Haus abgestimmte Sanierung.

Dachlawinen vermeiden

An verschneiten Winter-Abenden durch die Straßen zu schlendern und die Pracht zu genießen, die von den beleuchteten Fenstern und dem glitzernden weißen Schnee ausgeht, spendet Ruhe und Entspannung. Doch auch Vorsicht ist geboten: Denn abgehende Dachlawinen stellen eine immer wieder unterschätzte Gefahr dar. Eine einfache und dennoch zuverlässige Methode Dachlawinen zu vermeiden, bieten so genannte Schneefanggitter. Sie werden an den Kanten des Daches angebracht und verhindern ein Abrutschen der Schneemassen.

Dachsicherungen dieser Art werden je nach Haushöhe, Dachneigung und Standort sogar gesetzlich vorgeschrieben. So müssen Dächer ab einem Neigungsgrad von 45 Grad entsprechende Schutzmaßnahmen aufweisen, genauso wie die Dächer in bestimmten, traditionell sehr schneereichen Gebieten. Besteht zudem die Gefahr, eine Dachlawine könnte den Verkehr beeinträchtigen oder auf allgemein zugänglichen Wegen oder Gebäudeeingängen abgehen, muss ebenfalls ein Schutz angebracht werden.

Neben einem Schneefanggitter empfiehlt sich meist zugleich auch die Anbringung von Schneestoppern. Sie verhindern, dass sich am Schneefanggitter zuviel Schnee ansammelt und so ein übermäßiges Gewicht auf die Dachkante drückt. Vor allem in schneereichen Gebieten sind diese deshalb unerlässlich. Ein weiterer Vorteil der Schneestopper: sie können nach eingehender Prüfung auch als Abrutschsicherung bzw. Trittstufen für eine Dachbegehung fungieren.