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Teppichboden

Teppichböden haben viel zu bieten

Manche lieben ihn, manche hassen ihn: den Teppichboden. Fakt ist jedoch, dass mit einem flauschigen Bodenbelag Komfort und Behaglichkeit in die Wohnung oder das Haus einziehen.

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Die dichte Nutzschicht des Teppichbodens, "Flor" oder "Pol" genannt, und die Rückenbeschichtung wirken isolierend. Sie bremsen den Wärmefluss nach unten, halten also einen Teil der Wärme im Raum. Vor allem in der kalten Jahreszeit und in Übergangszeiten macht sich diese Eigenschaft bemerkbar: Die Heizkörper können länger ausgeschaltet bleiben. Unterm Strich, so rechnet die Europäische Teppich-Gemeinschaft e. V. (ETG) vor, lassen sich mit dieser Wärmebarriere bis zu zwölf Prozent Heizkosten einsparen.

Nicht nur die Optik ist wichtig

Besonders wichtig ist beim Teppichkauf nicht nur auf die Optik zu achten, sondern auch auf die unterschiedlichen Materialien und Qualitäten der verschiedenen Hersteller.

Das Tufting-Verfahren

Teppichböden unterscheiden sich nach der Art der Herstellung: Etwa sechzig Prozent aller Teppichböden werden nicht gewebt, sondern im sogenannten Tufting-Verfahren hergestellt. Dabei wird das Polgarn mit einer Art überdimensionaler Nähmaschine in eine Trägerschicht gestochen, zu Schlingen geformt und befestigt. Zusätzlich erhält der Teppich einen Textilrücken zur Stabilisierung und um den Trittkomfort zu verbessern. Getuftete Teppichböden gibt es in drei verschiedenen Ausführungen: Velours-Teppichböden, mit oben aufgeschnittenen Schlingen sind am verbreitetsten. Die Oberfläche wirkt dicht und glatt. Bei Schlingenflor-Teppichen, auch BouclŽ genannt, bleibt die Schlinge des Teppichbodens erhalten, eine grobe Oberflächenstruktur entsteht. Nur ein Teil der Garnfäden werden bei der Schnittschlinge aufgetrennt, eine reliefartige Struktur entsteht (deshalb auch Reliefware genannt).

Synthetische Fasern

Der Flor von neunzig Prozent der verkauften Teppichböden auf dem österreichischen Markt besteht aus synthetischen Fasern, welche aus Erdöl hergestellt werden. Spitzenreiter ist Polypropylen, eine besonders wasserabstoßende, unverrottbare Faser. Vielfach wird Polypropylen auch als Beimischung zum Polmaterial verwendet. Auf Platz zwei rangiert das pflegeleichte und sehr strapazierfähige Polyamid. Synthetische Fasern werden antistatisch ausgerüstet, damit sie sich nicht aufladen und weniger Schmutz anziehen. Teppiche aus synthetischen Fasern sind besonders strapazierfähig, Stuhlrollen im Arbeitszimmer machen ihnen beispielsweise nichts aus.

Naturfasern

Bei den Naturfasern belegt Wolle den ersten Platz. Das tierische Material nimmt überschüssige Feuchtigkeit aus der Raumluft auf, fühlt sich dabei aber nicht feucht an. Wollteppiche sind also gut für das Raumklima. Außerdem ist Wolle weich und besonders schalldämmend. Druckstellen verschwinden in Wollteppichen besonders schnell, wenn sie dicht genug getuftet bzw. gewebt wurden. Bei Schurwollteppichen sollte nicht weniger als 950 Gramm Wolle pro Quadratmeter eingesetzt werden.

Ziegenhaar wird meist in der Mischung mit Schurwolle verwendet. Diese Teppichböden weisen eine rauere Oberfläche auf und sind ebenfalls sehr strapazierfähig.

Gleiches gilt auch für Kokos, deshalb werden Teppiche aus diesem Material häufig als Treppenbelag oder unter Bürostühlen eingesetzt. Außerdem sind Kokosteppiche sehr leicht, antistatisch und feuchtigkeitsresistent. Bei Aufnahme von Feuchtigkeit dehnen sich die Fasern aus, beim Trocknen schrumpfen sie wieder zusammen.   

Wofür eignet sich was?

POLYAMID Eigenschaften: Gebräuchlichste Synthetikfaser für Tufting- und Nadelvliesbeläge, sehr widerstandsfähig, pflegeleicht, sehr elastisch, leicht zu färben, beispielsweise für Stuhlrollen geeignet.

POLYPROPYLEN Eigenschaften: Besonders preiswerter, jedoch nicht immer sehr strapazierfähiger Kunststoff. Wird meist anderen Fasern beigemischt, wird oft auch für sogenannte Outdoor-Beläge verarbeitet.

WOLLE Eigenschaften: Sehr elastisch und weich, wirkt besonders schall- und wärmedämmend, Druckstellen verschwinden schnell. Gut für das Raumklima: Fasern nehmen Feuchtigkeit auf, und geben sie wieder ab

ZIEGENHAAR Eigenschaften:Schurwolle wird dem Ziegenhaarteppich beigemischt (etwa 80% Ziegenhaar, 20% Wolle), raue Oberfläche, sehr robust, feuchtigkeitsregulierend, schmutzabweisend, strapazierfähig, klimaregulierend

KOKOS Eigenschaften: Sehr strapazierfähig, antistatisch, feuchtigkeitsresistent, kann nach Heu und Stroh riechen, bei starker Feuchtigkeit dehnen sich die Fasern aus, beim Trocknen schrumpfen sie; Folge kann Wellenbildung sein

SISAL Eigenschaften:Ähnelt den Eigenschaften der Kokosfaser, klimaregulierend, antistatisch, schmutzabweisend, leicht zu reinigen und immun gegen Mottenfraß