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Pfusch am Bau

Billigfirmen: Pfusch am Bau ist programmiert!

Die Schäden sind absehbar, der Pfusch am Bau ist programmiert! Immer mehr Bauträger arbeiten mit unqualifizierten Subunternehmern. Um die Kosten zu drücken, suchen sie sich die billigste Firma aus, egal, ob deren Mitarbeiter überhaupt qualifiziert sind oder nicht.

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Damit wird sich die Qualität im Einfamilienhausbau weiter drastisch verschlechtern. Das Problem  sind die vielen Ich-AGs und Billigfirmen. Sie bieten ihre Dienste weit unter den üblichen Preisen an, leisten aber nach ersten Beobachtungen auch nur minderwertige Arbeit. Was kann der Bauherr tun, um sich vor Pfusch und Billiganbietern als Subunternehmer zu schützen? Welche Handhabe hat er gegenüber dem Bauträger, der ihm das Haus schlüsselfertig, zum Festpreis und mängelfrei erstellen soll?

Es ist ratsam, alle Bauverträge rechtzeitig zu prüfen: Wer sich seinen Haustraum vom Bauträger und Schlüsselfertiganbieter erfüllen lassen möchte, der sollte seinen Vertrag unbedingt bereits vor der Unterzeichnung von einem unabhängigen Bausachverständigen prüfen lassen. Der Fachmann schaut aufs Kleingedruckte und auf das, was im Vertragswerk alles fehlt oder irreführend beschrieben ist. Sein besonderes Augenmerk gilt dabei auch der Qualität der Subunternehmer. Firmen, die Rohbauarbeiten anbieten und ausführen, müssen nach wie vor in der Handwerksrolle eingetragen sein. Bauherren dürfen keine Abstriche dulden, sonst sind teure Schäden, erhebliche Nachbesserungen und langwierige gerichtliche Auseinandersetzungen unausweichlich. Von der mangelnden Standsicherheit eines minderwertig ausgeführten Hauses ganz zu schweigen.

Gefahr von Wasserschäden am Baugrund

  Über den Baugrund zu wenig informiert: Kaum ein Hauseigentümer kann sagen, wie weit sein Gebäude im Wasser steht. Diese Information ist aber schon vor Baubeginn nötig. Denn gegen stauendes Wasser muss beispielsweise mit einer Drainage vorgebeugt werden, gegen Erdfeuchte genügt eine einfache Abdichtung.

Arbeiten zu wenig abgestimmt: Mauer, Feuchteabdichtung, Putz und Außenanlagen - um dieses Quartett kümmern sich im Extremfall vier verschiedene Firmen oder Handwerker, oft übernimmt der Bauherr die Gestaltung der Außenanlagen selbst. Klappt es hier nicht mit der Abstimmung und gibt es zudem keine detaillierte Planung für Wärmedämmung und Feuchteschutz, können Wasser- und Frostschäden am Sockel die Folge sein.

Balkon zu wenig abgedichtet: Wasserschäden im Haus kommen häufig von der unsachgemäßen Abdichtung an Balkonen. Hinter der Rolladen-Führungsschiene von Fenstertüren wird oft nicht richtig abgedichtet - so kann Feuchtigkeit ins Mauerwerk eindringen.

Dach zu wenig abgedichtet: Um Schimmel im Dachstuhl vorzubeugen, ist eine äußerst saubere Abdichtung vonnöten. Schon daumengroße Löcher in den Folienebenen - zum Beispiel eine Aussparung für ein Kabel - können die Ursache für Tauwasseransammlung und damit Schimmelbildung sein.

Das Fenster - Ein häufiger Baumangel

Der Fenstereinbau ist eine der schwerwiegendsten Baumängelquellen beim Hausbau. Wird hier gepfuscht, drohen dem Bewohner gravierende Folgen. Vor allem wenn die Fensterabdichtung falsch ausgeführt ist oder sogar gänzlich fehlt, kann Kälte und Feuchtigkeit zwischen Wand und Fensterrahmen eindringen. Die Folgen: Zugluft und Schimmelbildung. Im Winter heizt man sprichwörtlich zum Fenster hinaus. Zudem verliert die Immobilie schlagartig an Wert.

Bauschaum als Problem

    Trotz seit Jahren geltender Vorschriften stellen Gutachter immer wieder schwerwiegende Mängel fest. Häufig sind selbst vermeintliche Fachleute wie Handwerker oder sogar Planer der Meinung, das Ausschäumen der Fensteranschlussfuge und eine angesetzte Putzschiene genügen. Fakt aber ist, dass Bauschäume als dauerhafte winddichte Absperrung nicht geeignet sind. Vielmehr ist schon binnen weniger Jahre mit unkontrollierten Lüftungswärmeverlusten zu rechnen. Hinzu kommt die Gefahr der Schimmelbildung an den Laibungsflächen infolge einer durchfeuchteten Bauanschlussfugendämmung. Die üblichen Putzschienen bieten zudem keinen dichten Abschluss.

Vor allem fehlerhafte Abdichtungen von Keller-Außenwänden und von Dachgeschossen sorgen immer wieder für Ärger auf der Baustelle. Mängel zu erkennen, ist die Aufgabe des Bauberaters. Im Auftrag des Bauherrn begleitet und kontrolliert er vor Ort die einzelnen Arbeiten. Bei der Überprüfung der einzelnen Abschnitte hält sich der Bauberater an die Bauleistungsbeschreibung. Der Fachmann kontrolliert vor Ort, ob alles wie geplant fertig gestellt wurde und weist die Bauherren und die ausführenden Handwerksbetriebe auf Mängel hin.

Solch eine Baubegleitung hat natürlich ihren Preis. 1 bis 1,5 % der Bausumme berechnen die Sachverständigen durchschnittlich für ihre Tätigkeit. Eine Investition, die sich jedoch schon bei kleinen Mängeln lohnen kann, denn je früher ein Schaden erkannt wird, desto einfacher und kostengünstiger kann er behoben werden. Durch solche gezielte Kontrollen können sich Bauherren mit wenig Aufwand vor Pfuscharbeit schützen.