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Klimaanlagen

Klimaanlagen gegen die Sommerhitze

Meist sind es nicht mehr als zwei bis drei Monate – aber die können es in sich haben. Während immer mehr Büros über eine Klimaanlage verfügen, sind noch wenige Privatwohnungen damit ausgestattet. Speziell in innerstädtischen Lagen oder bei Dachwohnungen können sie die Lebensqualität beträchtlich steigern.

Bewohner von Dachwohnungen und Bewohner von Innenstädten können ein Lied davon singen. In den heißesten Wochen des Jahres übersteigen die Temperaturen auch in Innenräumen vielfach die 30-Grad-Marke. Viele, die sich angesichts tropischer Temperaturen nachts schlaflos im Bett herum wälzen, nehmen sich vor bei der nächsten Gelegenheit eine Klimaanlage einzubauen. Am nächsten Tag bringt ein Sommerregen dann einiges an Abkühlung und alle nächtlichen Vorsätze sind vergessen. Bis zur nächsten Hitzewelle…

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Raumklima erhöht Produktivität

In modernen Büros gehören Klimaanlagen zum Standard. Auch wenn sie nur einige Monate im Jahr gebraucht werden: Bei heißem Wetter steigern Klimaanlagen das Wohlbefinden der Mitarbeiter und damit auch ihre Produktivität beträchtlich. Im Gegensatz dazu verfügen in Österreich die wenigsten Wohnungen und Einfamilienhäuser über fix installierte Klimageräte. Der Hauptgrund: Wirklich benötigt werden gekühlte Räume hierzulande in der Regel nur einige Wochen im Jahr. Besonders in privat genutzten Wohnräumen sparen sich die Bewohner die Anschaffungs- und Betriebskosten einer Klimaanlage und warten einfach, bis es wieder kühler wird. Wenn es gar nicht mehr geht, hilft man sich mit Ventilatoren oder mobilen Klimageräten aus, welche für Luftzirkulation sorgen bzw. die heiße Luft nach draußen leiten.

Härtefall Dachwohnung

Besonders betroffen von sommerlicher Hitze sind Dachwohnungen in Innenstadtlagen. Wenn sich Häuser und Straßen in der Stadt einmal aufgeheizt haben, verspricht auch die Nacht kaum mehr Abkühlung. Zumindest in den Schlafzimmern von Dachwohnungen wird der Einbau von Klimaanlagen empfohlen. Zum Einsatz kommen bei fix installierten Klimaanlagen in der Regel sogenannte Split-Klimaanlagen.

Prinzip Kühlschrank

Klimaanlagen funktionieren vom Prinzip her wie ein Kühlschrank. Sie machen es drinnen kälter und geben Wärme nach außen ab. Split-Klimaanlagen bestehen aus einem Innenteil, der in der Wohnung an der Wand befestigt wird und aus einem Außenteil, der an der Außenwand des Gebäudes angebracht ist. Innen- und Außengerät sind durch ein Kupferrohr verbunden, durch das ein Kältemittel fließt. Das Kältemittel nimmt im Innengerät Wärme auf, kühlt damit den Raum ab und transportiert die Wärme nach außen. Bei modernen Klimaanlagen funktioniert dieser Prozess auch umgekehrt - speziell in der Übergangszeit kann mit diesen Anlagen auch kostengünstig geheizt werden.

Optimale Funktion

Klimaanlagen laufen am leisesten, wenn Räume bereits relativ kühl sind. Werden bei entsprechend hohen Außentemperaturen die Fenster geöffnet, steigern die Klimaanlagen ihre Leistung um die wärmer gewordene Luft wieder möglichst rasch herunter zu kühlen. Wenn man Klimaanlagen einsetzt, sollte man vor allem in den kühlen Abend- und Morgenstunden stoßlüften. Am kostengünstigsten arbeiten Klima-Anlagen, wenn die Fenster überhaupt geschlossen bleiben.

Wohlfühl-Temperaturen

Wegen der Luftzirkulation sollten die Innengeräte von Klimaanlagen nicht direkt über den Sitz- oder Schlafplätzen von Menschen angebracht werden. Moderne Klimaanlagen haben ein beträchtliches Leistungsvolumen. Um die Gefahr von Erkältungen zu vermeiden wird allerdings geraten, dass die Raumtemperatur nicht mehr als sechs Grad unter der Außentemperatur liegt. Beispiel: Wenn es draußen 30 Grad hat, sollte es drinnen nicht weniger als 24 Grad haben. Gleichzeitig mit der Kühlung verringern Klimaanlagen auch die Luftfeuchtigkeit in Räumen - trockene 24 Grad sind demnach um einiges erträglicher als 24 Grad bei hoher Luftfeuchtigkeit. Die Frage, ob sich der Einbau einer Klimaanlage in Privatwohnungen oder Einfamilienhäusern lohnt, hängt vor allem von der Lage und von persönlichen Präferenzen ab. Die Einrichtung und der Betrieb von Klimaanlagen kostet mit Sicherheit Geld. Auf der anderen Seite lässt sich - speziell in exponierten Wohnungen wie beispielsweise Dachwohnungen - die Wohnqualität durch Klimaanlagen erheblich steigern. 

Die Internationale Energieagentur bezeichnet den Bereich Kühlung und Klimatisierung als einen der am schnellsten wachsenden Felder neuen Energiebedarfs. Wurden bis vor kurzem Verbrauchsspitzen fürs Heizen vor allem im Winter verzeichnet, so kommt es heute in vielen Regionen Europas zunehmend auch im Sommer, durch Kühlgeräte zu extrem hohen, Verbrauchsphasen.

Eine Frage der Technik

Die große Frage ist aber, welche Technologie setzt man ein. Kompressionskältemaschinen, die mit Strom angetrieben werden, sind in der Kälteerzeugung sehr effizient. Aber, sie bringen das Problem mit sich, dass selbst in einem Wasserkraftland wie Österreich bei steigendem Verbrauch, Strom zusätzlich in Wärmekraftwerken (Gas, Kohle) erzeugt werden muss. Ein höherer Verbrauch an fossilen Brennstoffen und damit auch wesentlich höhere Emissionen sind die Folge.  

Fernkälte: Die umweltfreundliche, innovative Klimatisierung

Eine umweltfreundliche Alternative heißt Fernkälte. Die Erzeugung der Fernkälte erfolgt zum größten Teil in Absorptionskältemaschinen. Anstelle von Strom wird hier Wärme für die Erzeugung von Kälte verwendet. Klingt komisch, ist aber so. Bei Fernkältesystemen werden - analog zur Fernwärmeversorgung - mehrere Objekte oder große Gebäudekomplexe über ein Leitungssystem zentral mit Klimatisierung versorgt, wobei vor allem schon vorhandene Abwärme und sogar kaltes Wasser aus Flüssen und kalte Luft ("Free Cooling") zur Kälteerzeugung genutzt werden. Entscheidend für die Umweltfreundlichkeit ist die Herkunft der Wärme. In Wien stammt sie zum Beispiel aus hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und aus der thermischen Abfallbehandlung. Es wird hier also reine Abwärme für die Produktion von Fernkälte genutzt. Die Anwendung von Abwärme für Absorptionskältemaschinen anstelle von Strom in Kompressoren sorgt zu einem etwa vier- bis zehnfach geringeren Verbrauch an fossilen Brennstoffen und führt damit auch zu wesentlich geringeren Emissionen.  

Fernkälte in Wien

Laut Wien Energie haben Markterhebungen für die Fernkälte ein erschließbares Potential von 240 Megawatt an verschiedenen Standorten in der Bundeshauptstadt ergeben. Bereits seit 2006 werden sämtliche Gebäude des Stadtentwicklungsgebiets "TownTown" im dritten Wiener Gemeindebezirk mit Fernkälte aus einer eigenen Kältezentrale gekühlt. Im August 2009 ging die Fernkältezentrale in der Spittelau ans Netz. Die Zentrale versorgt das Allgemeine Krankenhaus der Stadt Wien sowie das Immobilienprojekt Skyline am Döblinger Gürtel, das Institutsgebäude der Hochschule für Bodenkultur, das Ö3-Gebäude in der Muthgasse und das Neubauprojekt Space2move, mit Fernkälte. Mit einer Kapazität von 17 Megawatt, was umgerechnet einer Kühlleistung von rund 115.000 handelsüblichen Kühlschränken entspricht, ist sie derzeit Wiens größter Produzent von Fernkälte und bereits fast vollständig ausgelastet. Eine Erweiterung ist in Planung. Seit Juni 2010 wird auch das Sozialmedizinische Zentrum in Wien-Donaustadt (SMZ Ost) aus einer dezentralen Fernkältezentrale mit einer installierten Kälteleistung von 6 Megawatt versorgt. Installiert ist natürlich auch eine umweltfreundliche Absorptionskältemaschine, die aus dem Fernwärmenetz mit Abwärme versorgt wird.

Weitere Fernkälteprojekte in Wien

Das derzeit in Bau befindliche Kälteprojekt Renngasse im 1. Wiener Gemeindebezirk versorgt mehrere Gebäude im Bereich Tuchlauben, Am Hof und Renngasse mit einer installierten Kälteleistung von 5 Megawatt. Eine besondere Herausforderung bei diesem Projekt war die Integration einer modernen und umweltfreundlichen Kältezentrale in ein, unter Denkmalschutz stehendes, Gebäude aus der Jahrhundertwende.   Bei dem Kälteprojekt Rudolfstiftung handelt es sich um eine dezentrale Kälteerzeugung mit einer Absorptionskältemaschine. Die Fernkältezentrale ging Ende 2012 in Betrieb und soll bis 2018 in zwei Ausbaustufen eine Gesamtkälteleistung von 7,6 Megawatt aufweisen. Dabei soll auch ein, derzeit in Bau befindliches, Rechenzentrum mit Fernkälte versorgt werden. Deshalb wurde bei diesem Projekt besonderes Augenmerk auf eine hohe Ausfallssicherheit gelegt.

Über ein eigens errichtetes Einlaufbauwerk wird für das Fernkälteprojekt Schottenring Donaukanalwasser für die Rückkühlung der Kältemaschinen entnommen. Dies ermöglicht einen besonders effizienten Betrieb der Kältemaschinen die im Endausbau auf eine Kälteleistung von 15 Megawatt kommen. Es konnten bereits viele namhafte Kunden wie die OeNB, das Hotel Kempinski, die Wiener Städtische Versicherung, Uni Wien Rossau, uvm. für die Versorgung aus der Anlage gewonnen werden. Mit einer Leistung von 20 Megawatt im Endausbau ist die Fernkältezentrale Hauptbahnhof eines der größten Fernkälteprojekte.