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Heimwerken

Erfolgreich Heimwerken

Ein Heimwerkerprojekt fängt nicht erst mit dem Einkauf des Materials an, vielmehr bei der individuellen Idee: Ob ein farbloser Raum, der mit frischen Farben neu gestaltet oder ein bislang noch ungenutzter Dachboden, der zur Wellness-Oase ausgebaut werden soll - es gibt viele schöne Wohnraumideen, die man selbst in die Hand nehmen kann.

Inspiriert werden viele Renovierer dabei durch Heimwerkerformate im Fernsehen, Wohnzeitschriften, gelungene (Um-) Bauprojekte aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis oder gar durch Präsentationsflächen der Baumärkte, auf der komplette Wohnwelten gezeigt werden.

Planung ist das A und O

Zur Vorbereitung müssen am Anfang eventuell wohn- bzw. baurechtliche Gegebenheiten abgestimmt werden. Wenn dies geklärt ist, wird vor Ort ausgemessen und kalkuliert, wie viel und welches Material benötigt wird. Zudem sollte geprüft werden, ob das passende Qualitätswerkzeug vorhanden ist. Denn bei der Verwendung von minderem Werkzeug steigt die Verletzungsgefahr. Wem die Anschaffung von gutem Werkzeug zu kostenintensiv ist, kann ein Leihwerkzeug für ein oder mehrere Tage im Baumarkt beziehen. In der Planungsphase empfiehlt es sich, insgesamt sehr sorgfältig zu arbeiten. Schon kleinere Fehler oder Unsicherheiten können den Spaß und die Lust am Renovierungsprojekt reduzieren und sich nachhaltig auf das Ergebnis auswirken.

Und jetzt: Ab in den Baumarkt!

Ist die Planung abgeschlossen, geht es mit der fertigen Einkaufsliste zum Baumarkt. Hierbei ist es wichtig, geeignetes Material zu kaufen. Sparen am falschen Ende zahlt sich nicht aus. Bei der Ausführung machen sich Einsparungen oder Materialabweichungen sofort bemerkbar und führen zum Motivationsverlust. Statt beispielsweise die Wände in einem Durchgang mit einer deckenden Qualitätsfarbe zu streichen, werden bei minderen Produkten meistens doppelt so viel Zeit und Farbmenge benötigt, um ein einigermaßen gleichwertiges Ergebnis zu erzielen. Daher ist es ratsam, sich im Vorfeld bei neutralen Verbraucherorganisationen über Qualitätsunterschiede zu informieren.  

1, 2, 3 - Los geht´s!

Für den Beginn der Ausführung Zuhause gibt es ein einfaches Rezept: Ohne Zeitruck arbeiten und - auch wenn kleine Schwierigkeiten auftreten - weitermachen und an das positive Endergebnis denken. Überwiegen jedoch mitgetragene Defizite aus den vorherigen Phasen, lassen sich Probleme bei der Ausführung nicht vermeiden. Am Ende bleibt der frustierte Notwendigkeitsheimwerker, der in naher Zukunft kein neues Do it yourself-Projekt beginnen wird.

Ganz anders verhalten sich die Passionierten Heimwerker: Mit fehlerfreiem Material und ein wenig Anwendungspraxis steht dem Erfolgserlebnis nichts mehr im Wege, so dass das nächste Projekt schon bald begonnen wird. Die Anerkennung der eigenen Leistung durch Familie und Freunde, sowie der Stolz über das eigene Endergebnis belohnt die Heimwerker nachhaltig.

Lieblingsbeschäftigung Heimwerken

Ob Streichen, Reparieren oder einfach nur Verschönern - Heimwerken gehört zu den Lieblingsbeschäftigungen österreichischer Hausbesitzer. Gerade wenn die Frühlingssonne die Witterungsspuren der vergangenen Monate an Fassade und Zaun zum Vorschein bringt, hat die Heimwerkerei Hochsaison. Kein Wunder also, wenn die meisten Heimwerkerunfälle beim Basteln im Freien passieren. Laut einer Studie des Instituts Sicher Leben verletzen sich 71 Prozent der Freizeithandwerker in Garten, Hof oder Garage, nur 29 Prozent verunglücken in den eigenen vier Wänden.

Zumeist führt die falsche Anwendung von Säge, Handbohrer oder Schleifgerät zu blutigen Zwischenfällen, viele verzichten beispielsweise auf die Verwendung der Schutzabdeckung. Aber auch Maler- oder Renovierungsarbeiten können ungeahnte Gefahren mit sich bringen. Besonders wenn alte Leitern, wackelige Stühle oder andere improvisierte Steighilfen im Spiel sind, werden Ausbesserungsarbeiten an der Fassade und den Fenstern zum wahren Drahtseilakt.

Unfälle sind oft vermeidbar

Um Unfälle zu vermeiden, empfehlen Experten in erster Linie die Verwendung von modernem Werkzeug mit Schutzvorrichtungen. Eine gründliche Vorbereitung des Arbeitsplatzes sollte ebenso selbstverständlich sein wie regelmäßige Pausen. Mangelnde Konzentration und daraus resultierende Fehltritte haben dann kaum noch eine Chance. Zusätzlich sollte eine leichte Aluminiumleiter mit griffigen Trittflächen und Standfüßen, fixer Spreizsicherung und Ablagemöglichkeit in keinem Haushalt fehlen und bei Arbeiten über Kopf immer zum Einsatz kommen.

Kleines Detail am Rande: Selbstüberschätzung und Unwissenheit zählen zu den häufigsten Unfallfaktoren beim Heimwerken: Stolze 70 Prozent aller im Spital behandelten "Selfmen" bezeichnen sich selbst als "Heimwerkerprofi", und lediglich vier Prozent haben die Gebrauchsanweisung ihrer Geräte vollständig gelesen.

Auch wenn es schnell gehen soll, eine gute Vorbereitung und Planung zahlt sich am Ende aus. Daher sollte man ruhig einige Zeit in die Erstellung einer Materialliste investieren und sich vorab über die richtige Anwendung informieren. Grundsätzlich stellen sich vor allem Renovierungs-Neulinge besser, wenn sie sich vorab Rat beim Fachmann holen.  

Helfende Hände organisieren

Die Erfolgschancen steigen weiter, wenn genügend Zeit und tatkräftige Unterstützung für größere Bau- und Renovierungsvorhaben eingeplant werden. Gerade beim Tragen und Verarbeiten von schweren und sperrigen Materialien sind helfende Hände nötig. Freunde, Nachbarn oder Verwandte helfen mit, denn auch sie wissen: Im Team arbeitet es sich leichter.

Regelmäßige Pausen nicht vergessen

Regelmäßige Pausen sollten unbedingt eingehalten werden. Denn nur so kann man Ermüdungserscheinungen bei längeren oder einseitigen Belastungen vorbeugen.

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Gutes Handwerk ist das A und O

Wichtig ist in jedem Fall auch die häusliche Werkzeugausstattung. Kein Luxus mehr sind Handwerkzeuge mit ergonomisch geformten Griffen und Halterungen. So gibt es beispielsweise Werkzeuge mit wechselbaren Griffen, die die Arbeitsgewohnheiten von Links- und Rechtshändern berücksichtigen. Außerdem übernehmen Elektrowerkzeuge, wie Akku-Schrauber oder Stichsäge viele Aufgaben, die sonst mühsam von Hand erledigt werden müssen. Bei der Wahl der Elektrowerkzeuge ist auf das Gewicht zu achten, denn schwere Geräte wiederum können ebenfalls zur Ermüdung von Muskeln und Gelenken beitragen.

Nicht am Material sparen

Besonders beim Material sollten Selbermacher nicht am falschen Ende sparen. Wer seine Wände beispielsweise mit einer hoch deckenden Qualitätsfarbe streicht, muss dies nur einmal tun und spart sich den zweiten Anstrich. Selbst Spachtelspuren oder viele Flecken (ausgenommen feuchte Flecken) lassen sich mit gut deckenden Dispersionsfarben in nur einem Arbeitsgang überdecken. Das spart Zeit, Körpereinsatz und am Ende auch Geld. Wer sich selbst dann nicht unter Druck setzt, auf eine rückengerechte Haltung und gelenkschonendes Arbeiten achtet und auch das leibliche Wohl nicht vergisst, kann sich auf einige Stunden kreative Freizeitbeschäftigung ohne körperliche Einschränkungen freuen.

Eigenschutz wird gern unterschätzt

Zeitdruck schadet nicht nur dem Material und Ergebnis, sondern im schlimmsten Fall dem Heimwerker: wenn zum Beispiel aus Unachtsamkeit oder Eile die Küchenarbeitsplatte vor dem Sägen nicht richtig fixiert wurde.

Neben richtiger Vorbereitung spielt bei vielen Projekten der Arbeitsschutz eine große Rolle. Je nach Einsatz geht dieser über ein Paar Handschuhe hinaus. Die persönliche Schutzausrüstung, von Profis auch PSA genannt, setzt sich in der klassischen Variante aus Sicht-, Atem- und Gehörschutz zusammen und ist oft als fertiges Set im Baumarkt erhältlich. Hinzu kommen Arbeitshandschuhe und Sonderausstattungen für spezielle Arbeiten wie etwa das Schweißen.

Augen und Hände schützen

Beim Abschlagen alter Fliesen und auch beim Sägen sollte grundsätzlich eine Schutzbrille getragen werden, damit keine Keramik- oder Holzsplitter in die Augen gelangen.

Wichtig: Arbeitshandschuhe sind an der Handkreissäge und an der Bohrmaschine nicht zu empfehlen, da sich das Material im rotierenden Bohraufsatz oder im Sägeblatt verfangen könnte. Bei anderen Tätigkeiten - beispielsweise beim Schleifen - schützen sie hingegen vor möglichen Verletzungen durch Splitter oder Späne. Herkömmliche Haushaltshandschuhe sind in solchen Fällen allerdings machtlos, umfassenden Schutz bieten nur spezielle Arbeitshandschuhe.  

Lärmbelastung vermeiden

Nicht zu unterschätzen ist zudem bei Sägearbeiten die Belastung für die Ohren. Einige Kreissägen entwickeln einen Lärmpegel von bis zu 100 Dezibel dB (A) und schaden damit dem Gehör mehr als ein Presslufthammer. Empfohlen wird ein Gehörschutz ab 85 Dezibel dB (A). Zur Orientierung beim Kauf dient der auf der Verpackung angegebene SNR-Wert in Dezibel. Er beschreibt die allgemeine Schalldämmung. Je höher die H-, M- und L-Werte, desto besser die Schalldämmung im jeweiligen Frequenzbereich. Für den sporadischen Gebrauch bei Renovierungsarbeiten reichen in der Regel Ohrenstöpsel aus Silikon, Wachs, Schaum- oder Kunststoff aus. Wer häufiger mit geräuschintensiven Elektrowerkzeugen arbeitet, für den lohnt sich bereits ein Kapselgehörschutz. Als hochwertige Alternative gelten vom Hörgeräteakustiker individuell angefertigte Otoplastiken. Otoplastiken sind Spezialanfertigungen von einem Hörtecheniker.

Durchatmen

Auch Winkelschleifer mit hoher Leistung zählen zu den eher lautstarken Geräten. Beim Entfernen von Rost am Balkongeländer verzichtet der erfahrene Heimwerker daher nicht auf Gehörschutz und trägt außerdem zum Schutz vor herumfliegenden Metallspänen oder Funken Handschuhe, Schutzbrille sowie eine Feinstaubmaske. Einweg-Atemschutzmasken bestehen aus Filtermaterial und verfügen je nach Modell über ein Ventil zum Ausatmen. Bei der Auswahl eines geeigneten Systems helfen folgende Angaben: Die Buchstaben FFP bestimmen den Grad der Durchlässigkeit der Maske in den Klassen eins bis drei. Experten empfehlen beispielsweise für Schleifarbeiten an Holz und Metall bereits FFP2, im Umgang mit Isolier- und Dämmwolle oder bei Schimmelpilzen FFP3. Bei Arbeiten mit lösemittelhaltigen Farben und Lacken leisten Masken mit Aktivkohlefilter den besten Schutz. Wer unsicher ist, ob der Atemschutz für seine Zwecke ausreicht, kann sich vom Fachpersonal im Baumarkt beraten lassen.  

Auf die richtige Kleidung achten

 Ein Blick auf die übrige Kleidung lohnt sich. Sie sollte bequem sein, aber möglichst eng anliegen und je nach Einsatz nicht entflammbar sein. Schmuck und Uhren können sich beim Heimwerken als hinderlich erweisen und gehören auf die Ablage. Lange Haare können nicht nur die Sicht behindern, sondern in laufende Maschinen geraten und sich dort aufwickeln. Besser ist es, die Haare zusammenbinden.