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Der österreichische Wohnungsmarkt 2016

So beliebt sind Miet- und Eigentumswohnungen

Was kostet eine Wohnung in Österreich im Durchschnitt? Wie hoch sind die Mieten? Wo sind Wohnungen am meisten gefragt? Basierend auf dem Datenreport ImmoDEX erhalten Sie hier Antworten auf die wichtigsten Fragen zur aktuellen Lage am österreichischen Wohnungsmarkt.

Wie teuer sind Eigentumswohnungen?

Im Schnitt mussten im letzten Jahr für eine 80 Quadratmeter große Neubauwohnung in Österreich circa 345.000 Euro bezahlt werden, gebrauchte Objekte kosteten rund 65.000 Euro weniger. Allerdings gab es innerhalb der Alpenrepublik starke Preisdifferenzen. So musste für eine Wohnung im günstigsten Bundesland Burgenland weniger als die Hälfte der Preise für gleichwertige Objekte in Tirol bezahlt werden.

Auch Niederösterreich, Oberösterreich, die Steiermark und Kärnten lagen preislich unter dem österreichweiten Durchschnitt. Der dennoch hohe Durchschnittswert Österreichs ergab sich aus dem großen Anteil an verkauften Wohnungen in den teuersten Bundesländern Tirol, Wien und Salzburg.

Auch innerhalb der Bundesländer gab es teilweise stark unterschiedliche Preise. Grund dafür war ein ausgeprägtes Stadt-Land-Gefälle: Eine Wohnung im ländlichen Tamsweg in Salzburg kostete zum Beispiel nur halb so viel wie ein gleichgroßes Objekt in Salzburg-Stadt. Wien-Umgebung in Niederösterreich war aufgrund seiner direkten Nähe zur Bundeshauptstadt etwa dreimal so teuer wie die Bezirke Zwettl, Lilienfeld, oder Hollabrunn im selben Bundesland.

Auch in den Städten, allen voran in Wien, betrug die Differenz zwischen Stadtkern und Außenbezirken mindestens ein Drittel.

Wie hoch sind die Mieten in Österreich?

Die durchschnittlichen monatlichen Mieten für eine 80 Quadratmeter große Wohnung lagen im letzten Jahr bei 9,86 Euro pro Quadratmeter bei Bestandsimmobilien und 10,31 Euro bei Objekten zum Erstbezug.

Auch hier zeichneten sich die Preise durch ein starkes West-Ost- und Stadt-Land-Gefälle aus. Vorarlberg und Tirol waren im Schnitt ein Drittel teurer als die günstigsten Bundesländer Steiermark und Burgenland, innerhalb der Bundesländer betrug die Differenz zwischen Stadt und Land im Schnitt ein Drittel.

Wie haben sich die Wohnungspreise in Österreich im letzten Jahr entwickelt?

Im Vergleich zum vorigen Jahr sind die Preise für Wohnungen weiter gestiegen. Bestandsobjekte wurden im Schnitt um fünf Prozent teurer, neue Wohnungen um 4,4 Prozent. Allerdings war der Preisanstieg nicht homogen. So sind die Kaufpreise in den Städten und vor allem in den Randbezirken als günstigere Alternative zu den teuren Zentren schneller gestiegen als auf dem Land.

Bei den Mietwohnungen ging die Preissteigerung weniger schnell vonstatten. Neue und neuwertige Wohnungen wurden im Schnitt um 3,4 Prozent teurer, bei Altbauten betrug das Plus weniger als ein Prozent. Aber auch hier gab es regionale Ausnahmen wie zum Beispiel Tirol, wo auch für alte Wohnungen fast vier Prozent mehr Miete bezahlt werden musste.

Wie war die langfristige Preisentwicklung?

Innerhalb der letzten sechs Jahre gab es bei den Preisen für Eigentumswohnungen insgesamt eine enorme Wertsteigerung. Am geringsten war diese in Kärnten, aber auch hier sind die Preise um fast 20 Prozent gestiegen. Eine ähnlich hohe Verteuerungsrate gab es in der Steiermark und in Vorarlberg. In Tirol, Wien und Niederösterreich betrug die Differenz zu 2010 sogar mehr als 33 Prozent.

In Zahlen bedeutet das im Schnitt Mehrkosten von 55.000 Euro für Bestandsimmobilien und 60.000 Euro für Neubauten mit 80 Quadratmetern Wohnfläche. Mit Abstand am empfindlichsten war die Preissteigerung in Kitzbühel, hier sind Wohnungen innerhalb von sechs Jahren um mehr als 200.000 Euro teurer geworden.

Mit einer durchschnittlichen Wertsteigerung von 120.000 Euro waren folgende Wohngebiete Österreichs in den letzten Jahren als Wertanlagen am lukrativsten:

  • Kitzbühel (Tirol)
  • Innere Stadt (Wien)
  • Linz (Oberösterreich)
  • Simmering (Wien)
  • Josefstadt (Wien)
  • Mariahilf (Wien)

Die aktuelle Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt

Auch für heuer wird ein neuerlicher Anstieg der Mieten und Kaufpreise erwartet, was mit einer weiterhin zunehmenden Nachfrage bei einem sinkenden Angebot zusammenhängt. Den aktuellen Prognosen zufolge wird die Nachfrage im unteren Preissegment enorm in die Höhe schnellen, das Angebot wird jedoch nur geringfügig steigen. Folglich ist hier mit den höchsten Verteuerungen zu rechnen.

Im mittleren Preissegment wird aller Voraussicht nach die Nachfrage nur geringfügig schneller steigen als das Angebot, wodurch nur moderate Preissteigerungen wahrscheinlich sind. Ausnahmen sind Mietwohnungen und Eigentumswohnungen in zentralen Lagen. Hier wird es heuer neuerlich überdurchschnittlich hohe Verteuerungen geben.

Im oberen Preissegment ist sogar mit einem Rückgang der Preise zu rechnen, da die Nachfrage etwas abnimmt, während das Angebot leicht steigt.

Insgesamt bedeutet dies, dass sich der bisherige Trend auch in Zukunft fortsetzen wird und sich mittelpreisige und günstige Wohnungen vor allem in den Ballungszentren, im Wiener Speckgürtel und in den Einzugsgebieten von Städten einander annähern werden.

Welche Wohnungen sind am gefragtesten?

Einige Trends halten sich schon seit vielen Jahren, besonders in Bezug auf die Größe haben sich die Wünsche der Österreicher in den letzten Jahren aber geändert. Am meisten gefragt sind folgende Objekte und Eigenschaften einer Wohnung:

  • kleine Mietwohnungen: Im Schnitt wünscht sich der Österreicher eine 65 Quadratmeter große Wohnung.
  • große Eigentumswohnungen: Beim Eigentum setzen die Österreicher mit circa 100 Quadratmetern auf mehr Platz zum Wohnen.
  • erschwingliche Wohnungen: Die Österreicher planen im Schnitt ein Drittel des Netto-Haushaltseinkommens für das Wohnen ein.
  • besondere Lagen: Für eine Wohnung in einem höheren Stockwerk, in Grünlagen oder in zentral gelegenen Wohngegenden wird gerne mehr bezahlt.
  • besondere Ausstattung: Für Balkone und Terrassen sowie einen Aufzug im Haus wird ein Aufpreis gerne in Kauf genommen.