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Boom bringt hohe Preise beim Wohnungskauf

Trotz großem Angebot gehen die Wohnungspreise nicht zurück.

Zum vierten Mal in Folge gibt es steigende Verkaufszahlen, zum dritten Mal in Folge kann man die bisherigen Rekorde noch übertreffen. Besonders stark steigen dabei die Preise für kleinere Wohnungen.

Im ersten Halbjahr 2017 wurden im österreichischen Grundbuch – laut dem kürzlich veröffentlichten RE/MAX Austria ImmoSpiegel – 25.160 Wohnungsverkäufe eingetragen. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Verkäufe damit um 7,9 Prozent gestiegen. Zieht man den gleichen Zeitraum im Jahr 2013 heran, sind es sogar beinahe doppelt so viele (+92,6 Prozent). Die Immobilienbranche jubelt: Der Gesamtwert der im ersten Halbjahr gehandelten Wohnungen übersprang erstmals die 5-Milliarden-Euro-Marke.

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Angebot vs. Nachfrage

Österreichweit sind im Jahresvergleich von Jänner bis Juni die Wohnungspreise für eine typische Eigentumswohnung aber ebenfalls gestiegen. Mittlerweile muss man im bundesweiten Durchschnitt mit 190.603 Euro bzw. 3.045 Euro pro Quadratmeter rechnen. Damit muss ein künftiger Eigentümer um 35,9 Prozent mehr Geld auf den Tisch legen als noch vor fünf Jahren. Die Bundeshauptstadt Wien ist nochmal etwas teurer und kostete im ersten Halbjahr 2017 3.693 Euro pro Quadratmeter und um 5,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Im unteren Preissegment ist die Steigerung noch deutlicher – sie liegt bei 50 Prozent. Das erklärt, warum nur jede vierte Wohnung heuer weniger als 113.975 Euro kostete. Im oberen Preisviertel gab es moderatere Entwicklungen. Gegenüber 2016 zahlte man durchschnittlich 4,4 Prozent mehr, vor 2012 waren es 33,4 Prozent weniger. Eine Eigentumswohnung konnte man hier ab 257.500 Euro kaufen. Allerdings zahlten 9,4 Prozent, nämlich rund ein Viertel, mehr Wohnungsverkäufer weniger als 2.879 Euro pro Quadratmeter für ihre Wohnung.

Der wirtschaftliche Blick auf die Situation lässt erkennen: Es ist eine wesentlich stärkere Nachfrage nach kleinen (billigeren) Wohnungen vorhanden als diese derzeit am Markt verfügbar sind. Schließlich ist die Einsteigerpreisklasse für viele, die erstmals Eigentum erwerben wollen, aber auch für Investoren, tendenziell interessanter als hochpreisige Wohnungen. Deshalb sind die Kosten am oberen Ende auch weniger gestiegen – die signifikant geringere Nachfrage dämpft die Preisentwicklung.