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Fußbodenheizung – Vor- und Nachteile

Lohnt sich der Einbau einer Fußbodenheizung?

Vom Energiesparen über staubfreie Luft bis hin zu warmen Füßen: Fußbodenheizungen sind nicht ohne Grund beliebt bei Häuslebauern. Vor der Installation gibt es allerdings ein paar Punkte zu beachten.

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Ob als Haupt- oder Zusatzheizung: Fußbodenheizungen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Aufgrund ihrer angenehmen Strahlungswärme und den Energiesparmöglichkeiten, die sie bieten, sind sie eine Alternative zu Heizkörpern. Dennoch sollten Sie vor der Installation bedenken, dass Fußbodenheizungen nur mit bestimmten Bodenbelägen kompatibel und Wartungsarbeiten einzuplanen sind.

Elektrische und Warmwasser-Fußbodenheizung

Es gibt zwei Arten von Fußbodenheizungen: die elektrische und die Warmwasser-Variante. Elektrische Fußbodenheizungen werden in Form von Heizschlangen unter dem Boden verlegt und mit Strom betrieben. Die zweite Variante besteht aus Rohren, die von warmem Wasser geflutet werden. Für die elektrische Version spricht eine besonders einfache Installation – vorgefertigte Matten können wie ein Teppichboden verlegt werden. Zudem reagiert sie nach Inbetriebnahme relativ schnell. Die Warmwasser-Fußbodenheizung braucht länger, um warm zu werden, da erst der Estrich erwärmt werden muss. Von Vorteil ist allerdings die Möglichkeit, sie an bestehende Heizsysteme anzuschließen und wahlweise mit Öl, Gas, Solarstrom oder Wärmepumpen zu betreiben. 

Wie hoch sind die Kosten für eine Fußbodenheizung pro m²?

Die Kosten für eine Fußbodenheizung hängen davon ab, welche Leistungen in der Installation inklusive sein sollen. Für Flächenheizungen inklusive mehrerer Heizkreise, zwei Verteiler, den Rohren usw. ist mit ca. 40 Euro pro m² zu rechnen. Die Kosten für die Planung, die Vorarbeiten, die Folien und die Dämmung sind dabei aber noch nicht inklusive. Komplett wird die Leistung mindestens 60 Euro pro m² kosten.

Vorteile der Fußbodenheizung

  • Die von Fußbodenheizungen abgegebene Strahlungswärme wird als angenehmer empfunden. Die Wärme breitet sich über die Füße auf den Rest des Körpers aus – bei Heizkörpern ist es umgekehrt, so dass die Füße oft kalt bleiben.
  • Da Fußbodenheizungen eine geringe Luftzirkulation mit sich bringen, wird wenig Staub aufgewirbelt. Zudem entsteht keine trockene Luft wie bei Heizkörpern. Für Hausstauballergiker und Asthmatiker ist diese Variante daher besonders gut geeignet.
  • Sind unsere Füße warm, ist die Wohlfühltemperatur im Raum zwischen zwei und fünf Grad niedriger als bei Heizkörpern. Das spart Energie.
  • Energiesparend wirkt sich auch die Tatsache aus, dass Fußbodenheizungen den Raum gleichmäßig erwärmen und die Wärme nach dem Ausschalten noch längere Zeit speichern.
  • Fußbodenheizungen werden mit Niedertemperatur betrieben. Daher können sie gut mit energiesparenden Systemen wie Solaranlagen oder Wärmepumpen kombiniert werden.
  • Aufgrund der gleichmäßigen Wärmeverteilung im Raum verringern Fußbodenheizungen die Ausbreitung von Schimmelpilzen.
  • Als Hauptheizung eingesetzt beeinflussen Fußbodenheizungen nicht die Gestaltung der Räume. Die Heizkörper an den Wänden, die zudem schwer zu reinigen sind, fallen weg.

Nachteile der Fußbodenheizung

  • Die Kosten für die Anschaffung und Installation einer Fußbodenheizung sind höher als die von Heizkörpern.
  • In bereits bestehenden Häusern oder Wohnungen ist der nachträgliche Einbau von Fußbodenheizungen aufwändig und kostspielig, da zum Verlegen der Rohre oder Drähte die Böden aufgebrochen werden müssen.
  • Die Elektronik von Fußbodenheizungen ist relativ empfindlich und störanfällig, daher ist mit Reparatur- und Wartungsarbeiten zu rechnen. Hierfür muss gegebenenfalls der Bodenbelag entfernt werden.
  • Nicht jeder Bodenbelag ist für den Einbau einer Fußbodenheizung geeignet. Der falsche Boden kann die Wärmeabgabe einschränken oder verhindern. Besonders empfehlenswert sind Keramik, Natursteine und Fliesen. Laminat, Kork, PVC und Teppichböden müssen speziell gekennzeichnet sein.

Resümee: Es kommt auf die richtige Planung an

Der Erwerb und Einbau einer Fußbodenheizung sollte mit Hilfe eines professionellen Beraters erfolgen. Am einfachsten gestaltet sich die Installation, wenn sie bereits während des Hausbaus erfolgt. Wer bereit ist, für die Anschaffung etwas mehr Geld auszugeben und auf bestimmte Bodenbeläge zu verzichten, kann Fußbodenheizungen als körperlich angenehmere und energiesparendere Alternative zu Heizkörpern durchaus in Betracht ziehen.

So wird die Heizung im Fußboden selbst verlegt

Wer eine Fußbodenheizung selbst verlegen möchte, sollte ausschließlich Modelle verwenden, die auch zum Eigenbau geeignet sind. Ist das Produkt als „selbstbautauglich“ ausgewiesen und hat es eine geringe Aufbauhöhe, steht dem eigenen Handwerk nichts im Weg.

Zu Beginn muss unter der Heizung eine passende Dämmung angebracht werden, die die abgegebene Wärme in den Raum zurückwirft, denn schließlich soll nicht die Decke von dem Zimmer darunter, sondern der Raum darüber beheizt werden.

Beim Verlegen muss ein sinnvoller Rohrabstand gewählt werden, d.h. die Lücken dürfen nicht zu groß sein, um immer noch gleichmäßig zu heizen und für die gewünschte Behaglichkeit zu sorgen. Wer mit den Leitungen sparen möchte, kann auch Flächen, die nicht unbedingt beheizt werden müssen, auslassen, wie z.B. den Bereich unter dem Bett. Aber Achtung! Wird die Wohnung später einmal anders eingerichtet und das Bett steht woanders, fehlt dort dann die Wärme. Bevor die Leitungen fix installiert werden, sollten sie mit Tackernadeln lose befestigt werden, so kann verhindert werden, dass am Ende zu viel oder zu wenig für eine komplette Abdeckung übrig ist.

Grundsätzlich ist zu empfehlen, Fotos von der Heizung zu machen, bevor der Boden darübergelegt wird. So kann später genau nachvollzogen werden, wo das Fußbodenheizungsrohr verläuft. Das ist insbesondere auch bei einer Wandheizung sehr wichtig. Zwischen Heizung und Boden sollte noch eine Trittschalldämmung angebracht werden, die aber nicht zu dick sein darf und die Wärme gut durchlassen kann. Natürlich muss sie auch unbedingt feuerfest sein.

Die Heizung richtig einstellen

Bei einer Fußbodenheizung sollte es für jeden Raum ein eigenes Thermostat geben. Zum Beheizen reicht ein gemeinsamer Heizkessel mit einem Heizkreisverteiler und einer Heizkreisregelung aus. Beim Heizen ist zu berücksichtigen, dass eine Fußbodenheizung langsamer als eine Elektroheizung reagiert. Es braucht meistens ab dem Regulieren ca. 3 Stunden, bis sich die Temperatur verändert hat. Daran muss insbesondere gedacht werden, wenn eine automatische Regelung von Nacht- und Tagestemperatur gewünscht wird.

Die Fußbodenheizung nachrüsten

Wer den Boden austauschen möchte, sollte im Zuge dessen auch gleich an das Verlegen einer Fußbodenheizung denken. Ca. die Hälfte aller Neubauten hat diese Heizsysteme, die den Vorteil einer guten Zirkulation mit wenig Staubbildung und einer besseren Luftfeuchtigkeit als bei Elektroheizungen hat. Wer nachrüsten möchte, muss damit rechnen, dass sich nicht alle Heizsysteme dafür eignen. Bei Dünnschichtsystemen und Trockenschichtsystemen sollte das Verlegen aber kein Problem sein, auch wenn es etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt.

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