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Betonkernaktivierung - Sparsam Heizen

Wenn die Energie aus der Wand kommt

Wohnräume können über Wasserrohre in den Wänden, Decken und Fußböden energiesparend beheizt und gekühlt werden. Doch lohnt sich die Installation in Neubauten wirklich?

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Seit auch in Österreich das Energieeffizienzgesetz gilt,  ist der Einsatz energiesparender Heiztechniken und erneuerbarer Energien für Bauherren noch wichtiger geworden. Eine Möglichkeit für Neubauten ist die Betonkernaktivierung. Wärme und Kälte kommen bei dieser Methode aus der Wand.

Die Betonkernaktivierung im Detail

Das Prinzip der Betonkern- oder Bauteilaktivierung: In Wänden, Decken und Fußböden werden Rohrsysteme in Abständen zwischen 10 bis 30 cm verlegt, durch die als Speichermasse permanent Wasser läuft. So werden Wohnräume im Winter beheizt und im Sommer gekühlt. Der Baustoff Beton eignet sich dafür besonders gut, da er Wärme und Kälte speichert und gleichzeitig leitet. 

Bei der Betonkernaktivierung wird die Gebäudemasse zur Temperaturregulierung verwendet, es handelt sich um eine sogenannte thermische Bauteilaktivierung. Dadurch, dass das Rohrsystem großflächig verlegt wird, wird die gesamte Fläche quasi zur Heizung oder Kühlung. Dadurch kann die Systemtemperatur niedrig gehalten und Energie gespart werden. Schon niedrige Temperaturdifferenzen machen einen großen spürbaren Unterschied. Der Raum fühlt sich bei niedrigerer Leistung wärmer an als bei einer Elektroheizung, da es nicht nur eine Wärmequelle in Form eines Heizkörpers gibt.

Die Betonkernaktivierung der Bodenplatte

Die Betonkernaktivierung ist eine immer beliebter werdende Alternative zu Fußbodenheizungen. Sie funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip, wird aber direkt in den Beton verlegt. Das führt zu mehr Robustheit und ist z.B. von Vorteil, wenn direkt auf den Boden nur ein dünner Teppich kommen soll. Nachträglich eine Kernaktivierung vorzunehmen ist aktuell noch nicht zu empfehlen, da dieser Vorgang zu aufwändig und teuer wäre. Stattdessen sollte zugunsten einer Energieersparnis etwa auf Wärmepumpen oder Photovoltaik umgestiegen werden.

Vorteile der Betonkernaktivierung für ein Einfamilienhaus

  • Beton kann Wärme zwischenspeichern und zeitversetzt abgeben.
  • Der Einsatz von Sonnenkollektoren eignet sich besonders gut als Hilfsmittel für die Betonkernaktivierung.
  • Für die Kühlung von Räumen kann Grundwasser genutzt werden.
  • Im Sommer braucht es zur Kühlung keine teure und energiefressende Klimaanlage mehr, die obendrein die Luft austrocknet.
  • Die von den Wänden abgegebene Strahlungswärme wird als besonders angenehm empfunden. Anders als beim Einsatz von Konvektionsheizungen wird kein Staub aufgewirbelt, und die Luft trocknet nicht aus.
  • Die Wandtemperatur beim Heizen ist höher als die Raumtemperatur. So wird der Schimmelbildung vorgebeugt.
  • Richtig konzipiert und eingebaut kann eine thermische Bauteilaktivierung derart gut funktionieren, dass sie alleine zur Raumheizung oder Kühlung ausreicht.

Nachteile der Betonkernaktivierung

  • Die Installationskosten sind höher als bei der Konvektionsheizung. Zur präzisen Regelung der Raumtemperatur sind Zusatzsysteme wie eine Wärmepumpe und eine Steuereinheit nötig.
  • Wer es gerne schnell warm hat, muss sich umgewöhnen, da Betonkernaktivierung langsam auf Veränderungen der Außentemperatur reagiert. Empfehlenswert ist die Installation einer Steuereinheit, die aufgrund der Wettervorhersage-Daten rechtzeitig mit dem nötigen Vorlauf beginnt.
  • Eine Nachtabsenkung der Heiztemperatur ist nicht möglich.
  • Bei niedrigen Außentemperaturen reicht die Heizung der Räume durch Betonkernaktivierung allein nicht aus. Weitere Heizsysteme sind nötig.
  • Für die Planung und Steuerung der Anlage ist das Know-how von Fachleuten gefragt.

So wird mit Betonkernaktivierung gekühlt

In modernen Büros sind sie immer häufiger vertreten: Kühldecken. Sie sind eine beliebte Alternative zu Klimaanlagen und Ventilatoren. Durch das großflächige Kühlen wird der Raum schneller auf eine konstante Temperatur gebracht, der Kühleffekt wird schnell erzielt. Auch das größte Problem von Klimaanlagen, nämlich die entstehende Zugluft, kann verhindert werden, indem z.B. durch einen Deckenvorbau die Kälte nicht direkt auf die Arbeitsplätze darunter abstrahlt. Das Rohrregister wird derart gut in die Massivdecken eingebaut, dass es nicht stört oder sogar zum optischen Hingucker werden kann.

So erfolgt die optimale Auslegung

Auch wenn es sich um eine große Flächenheizung handelt, muss bei der BKT nicht jeder Raum zwangsläufig dieselbe Temperatur haben. Der Haushalt kann in verschiedene Temperaturzonen unterteilt werden. Das Wohnzimmer sollte z.B. zu einer wärmeren Zone erklärt werden, während viele Menschen es im Schlafzimmer gerne etwas kühler haben. Durch das Auslegen einer thermischen Gebäude- und Anlagensimulation können die Vorlaufzeiten variieren und die Beladezeiten verschieden reguliert werden.

Wieso sich die Investitionskosten lohnen

Aktuell mögen die Preise für eine Betonkernaktivierung noch etwas höher als für eine Fußbodenheizung sein, das wird sich aber mit zunehmender Konkurrenz bald ändern. Außerdem lohnt sich diese Klimatechnik jetzt schon. Der Beton, der ohnehin verwendet werden muss, wird zum Energiespeicher, der zusätzliche Energiebedarf wird gesenkt und damit sinken auch die Stromkosten bzw. Energiekosten.

Fazit

Die Betonkernaktivierung ist eine recht junge Technik mit Verbesserungsmöglichkeiten. Gut geplant und unter Anweisung von Fachleuten angewandt stellt sie jedoch eine umweltschonende und auf Dauer wirtschaftlich lohnenswerte Alternative zu herkömmlichen Heiztechniken dar.