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Heiztechnik - Die beste Wahl treffen

Energieeffizient und kostengünstig

Beim Hausbau spielt die Wahl der Heiztechnik eine wichtige Rolle, denn sie entscheidet zum großen Teil über Behaglichkeit und Energiekosten. Vorausschauende Bauherren setzen vor allem auf erneuerbare Wärmequellen.

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Welches das optimale Heizsystem für ein Haus ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Dazu gehören vor allem der Energiebedarf des Hauses sowie Verfügbarkeit und Kosten von Energieträgern. Eine Gasheizung beispielsweise setzt eine Anschlussmöglichkeit voraus und ein Scheitholzkessel ist mit Brennholz aus dem eigenen Wald besonders günstig zu betreiben. Neben einem Heizkostenvergleich sind jedoch auch persönliche Vorlieben – etwa für die behagliche Atmosphäre eines Kachelofens – sowie Klima- und Umweltfreundlichkeit wichtige Entscheidungskriterien.

Heiztechnik für den Neubau

Wer neu baut, hat bezüglich der Heizung in der Regel wesentlich mehr Wahlmöglichkeiten als bei der Sanierung eines Altbaus. Das liegt zum einen daran, dass die Heizungsanlage von Anfang an in die Hausplanung mit einbezogen werden kann. So ist es zum Beispiel im Neubau einfacher, für die Wärmeverteilung eine Wand- oder Fußbodenheizung zu installieren, die Voraussetzung für eine Solar- oder Wärmepumpenheizung ist. Zum anderen erweitert der geringe Energiebedarf von Neubauten das Wahlspektrum der Heiztechnik: Fast alle Neubauten in Österreich müssen derzeit schon nach Niedrigenergiestandard mit einem Bedarf von nicht mehr als etwa 50 bis 65 Kilowattstunden Heizwärme pro Jahr und Quadratmeter Wohnfläche gebaut werden. Niedrigstenergiehäuser und Passivhäuser, deren Bedarf unter 25 beziehungsweise unter 15 kWh/m2 pro Jahr liegt, kommen fast ganz ohne herkömmliche Heizung aus.

Nah- und Fernwärme: Wärme liefern lassen

Die preisgünstigste Möglichkeit zu heizen, so hat die Österreichische Energieagentur (AEA) errechnet, ist der Anschluss an ein Nah- oder Fernwärmenetz, das eine eigene Heizungsanlage überflüssig macht. Auch ökologisch schneidet diese Heizform gut ab, weil sie die Abwärme von Kraftwerken nutzt. Besonders Wärme aus Biomassenetzen ist zu empfehlen. Allerdings ist Nah- oder Fernwärme nicht überall verfügbar.

Fossile Brennstoffe: kaum zukunftsfähig

Auch im Neubau wird teilweise noch mit fossilen Energieträgern wie Öl oder Gas geheizt. Als Auslaufmodell gillt insbesondere die Ölheizung. Zwar sind die Heizkessel relativ preisgünstig, dafür steigen aber die Brennstoffpreise mit Sicherheit weiter an. Zudem heizen die CO2-Emissionen der Ölverbrennung das Klima weiter auf. Gasheizungen schneiden ökologisch im Vergleich etwas besser ab, sind aber für neue Häuser auch nur bedingt empfehlenswert.

Natürliche Alternative: mit Holz heizen

Wer auf erneuerbare Energien zum Heizen umsteigen möchte, ist mit dem heimischen Rohstoff Holz in vielen Fällen sehr gut beraten. Holz verbrennt CO2-neutral, ohne das Klima zu belasten, und es ist bei richtiger Heiztechnik auch relativ schadstoffarm. Für Häuser aller Gebäudeklassen, vom Passivhaus bis zum unsanierten Altbau, lässt sich eine geeignete Form der Holzheizung finden. Den höchsten Komfort bieten Holzpelletöfen oder -zentralheizungen. In ländlichen Gebieten und mit entsprechend großem Lagerraum ist jedoch ein Stückholzkessel eine gute Alternative. Dieser muss allerdings händisch mit Brennholz befeuert werden.

Wärmepumpe: saubere Heiztechnik

Nur für Niedrigstenergiehäuser mit sehr guter Wärmedämmung und in Kombination mit einer Wand- oder Fußbodenheizung ist eine Wärmepumpe zum Heizen geeignet.  Besonders effizient sind Wasser- oder Erdwärmepumpen: Sie nutzen die Wärme des Grundwassers oder des Erdreichs. Dafür ist es notwendig, Brunnen oder Erdsonden beziehungsweise -kollektoren zu verlegen, was die Anlageninstallation verteuert. Weil sie aber kostenfreie Umweltwärme nutzen, sind Wärmepumpen preisgünstig im Betrieb, sofern sie effizient laufen und wenig Strom zum Antrieb verbrauchen. Großes Plus: Es handelt sich um eine sehr saubere und umweltfreundliche Heiztechnik.

Wärme aus Luft und Abluft

Wärmepumpen, welche die Außenluft als Energiequelle nutzen, setzen einen besonders geringen Energiebedarf voraus. Sehr energieeffiziente Häuser der Gebäudeklassen A+ und A++ können statt einer herkömmlichen Heizung auch von einem Kompaktgerät für Heizung und Lüftung versorgt werden, da in diesen Gebäuden eine automatische Komfortlüftung ohnehin unbedingt notwendig ist. Die Geräte führen die Wärme aus der Abluft über einen Wärmetauscher mit der Frischluft wieder zum Heizen den Wohnräumen zu.

Aber bitte mit Sonne

Die Sonne ist immer beteiligt, wenn es um erneuerbare Energien geht – auch Biomasse und Umweltwärme sind umgewandelte Solarenergie. Wenn Ihr Hausdach dafür geeignet ist, sollten Sie zusätzlich zu einem anderen Heizsystem auch die direkte Sonnenwärme mit Hilfe von Solarkollektoren nutzen. Besonders geeignet ist eine solarthermische Anlage zur Warmwasserbereitung, die sie im Jahresdurchschnitt zu rund 70 Prozent abdecken kann. Ist die Anlage auch zum Heizen ausgelegt, kann sie je nach Gebäudestandard zwischen 25 und 40 Prozent des gesamten Wärmebedarfs liefern.