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Die optimale Baulage

Gute Infrastruktur und wenig Lärm

Die Lage ist das wichtigste Kriterium, wenn es darum geht, sich für oder gegen den Kauf einer Immobilie zu entscheiden.

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Wer ein Haus, eine Eigentumswohnung oder ein Grundstück kauft, trifft in den allermeisten Fällen eine sehr langfristige Entscheidung. Während man das Haus oder mitunter auch die Eigentumswohnung nach Bedarf und Geldbeutel verändern kann, steht die Lage einer Immobilie ein für alle Mal fest. Zwar kann bei Gelegenheit das Grundstück oder die Eigentumswohnung durch Zukäufe erweitert werden, doch die Abend- oder Morgensonne, der Verkehrslärm, die Nachbarschaft und die Entfernung zur Schule oder zur Arbeit bleiben in der Regel gleich.

Lage entscheidet über Wert

Grundstücke und in der Folge auch Wohnungseigentum sind nicht unendlich verfügbar. Fest steht: Immobilien in einer guten Lage sind Preisschwankungen weniger unterworfen wie Eigentum in weniger attraktiven Gegenden. Wie auch die Immobilienkrise in Südeuropa vor einigen Jahren gezeigt hat, waren Häuser und Wohnungen an Top-Standorten immer noch halbwegs gut zu verkaufen, während die Preise in weniger attraktiven Lagen sprichwörtlich in den Keller purzelten. Neben der höheren Lebensqualität ist die Wertbeständigkeit (also der höhere Wiederverkaufswert) einer Immobilie der wesentliche Vorteil einer guten Lage.

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Was ist eine gute Lage?

Bei der Frage was eigentlich eine gute Lage ist, spielen persönliche Vorlieben eine zentrale Rolle. Aber es gibt auch objektive Kriterien: Die meisten Menschen bevorzugen einen ruhigen, aber dennoch zentralen Standort: Arbeit, Schule, Einkaufsmöglichkeiten und Freizeitaktivitäten sollten schnell und einfach erreichbar sein - und dennoch sollte man ungestört von Straßenlärm schlafen können. Städtische Wohnungen in Seitenstraßen oder Häuser in Stadtrandlage sind daher besonders beliebt.

Infrastruktur und Verkehr: Welche Verkehrsmittel stehen außer dem Auto noch zur Verfügung? Mit wie viel Stau habe ich auf dem Weg zur Arbeit zu rechnen und wie gut sind die öffentlichen Verkehrsmittel ausgebaut? Nicht ohne Grund steigen beispielsweise die Immobilienpreise in ländlichen Regionen, wenn diese an ein leistungsfähiges Schnellbahnnetz angebunden werden.

Wie gut ist die Nachbarschaft? Wer eine Immobilie kauft, sollte sich die unmittelbare Nachbarschaft sehr gut ansehen. Im besten Fall sind Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und Kindergärten oder gar der Job zu Fuß erreichbar. Aber es geht auch darum, welche Menschen in der unmittelbaren Nachbarschaft leben und ob man glaubt, im jeweiligen Grätzel, der Wohnsiedlung oder der Gemeinde heimisch werden zu können.

Wo sollte man vorsichtig sein?

Wer sich für eine Eigentumswohnung, ein Haus oder ein Grundstück interessiert, der sollte sich so lange wie möglich und vor allem zu unterschiedlichsten Zeitpunkten in der Nähe des Objekts der Begierde aufhalten. Mögliche Schattenseiten erkennt man dadurch einfacher. Auf Folgendes sollte dabei besonders geachtet werden:

  • Lärmquellen: Lärm in der Nachbarschaft kann verschiedene Ursprünge haben. Vom Straßenverkehr über benachbarte Industriebetriebe und Fluglärm bis hin zu überlauten Nachbarn. Lärm kann auf Dauer die Lebensqualität massiv beeinträchtigen. Wer Lärmquellen in der Nachbarschaft vermutet, sollte auf jeden Fall vorsichtig sein und zweimal hinhören.
  • Sehr dichte oder falsche Bebauung: Zu viele Menschen auf zu engem Raum können das Wohlbefinden empfindlich stören. Grünflächen und Parkplätze sollten in ausreichender Zahl vorhanden sein. Vielfach entstehen Konflikte und Reibereien dort, wo Menschen zu wenig Platz für sich haben und sich zu oft "auf die Füße treten".
  • Gesundheitsschädliche Einflüsse: Gibt es Fabriken, Mülldeponien, Betriebe mit landwirtschaftlicher Massentierhaltung, Windparks oder Kläranlagen in der Gegend, die Gerüche oder gesundheitsschädliche Emissionen freisetzen?
  • Geologische Gegebenheiten: Liegt die Immobilie in einer Hochwasserzone? Wie sieht es mit Hangrutschungen und in alpinen Gegenden mit Lawinen aus? Darüber hinaus sollten man sich bei einem Grundstückskauf Gedanken machen, wie das Grundstück vorher genutzt wurde und ob es Altlasten (beispielsweise in Form von vergrabenem Industriemüll) gibt.  
  • Einfache Gegenden und soziale Brennpunkte: Auch wenn die Wohnung oder das Haus noch so groß ist, sollte man unbedingt darauf achten, ob man sich in einer Umgebung wohl fühlt. Es ergibt keinen Sinn, in einer Gegend zu wohnen, in der sich die Kinder nicht auf die Straße trauen oder in der man sich abends alleine nicht mehr sicher fühlt. Dazu kommt, dass die Immobilienpreise in sozialen Brennpunkten meist sinken - es sei denn, es gibt entsprechende Stadtentwicklungsprojekte, die wieder für mehr soziale Durchmischung sorgen.

An die Zukunft denken

Wer sich für eine Immobilie interessiert, sollte vor allem auch an die Zukunft denken und sich überlegen, wie sich eine Lage in den kommenden Jahren entwickeln könnte. Dabei geht es nicht ausschließlich darum, ob und wie auf benachbarten Grundstücken gebaut werden kann und wie dann die Aussicht ist. Es geht auch darum, wie sich die Infrastruktur sowie die Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten in einer Gegend entwickeln, wie es mit der medizinischen Versorgung aussieht und ob man dort bis ins hohe Alter wohnen möchte.