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Der Bausparvertrag

Staatliche Prämie für Bausparer

Der Bausparvertrag bietet österreichischen Sparern ein hohes Maß an Flexibilität - zusätzlich locken noch staatliche Zuschüsse. Beim Vertragsabschluss sollten Sie jedoch genau hinschauen.

Der Bausparvertrag zählt in Österreich zu den beliebtesten Anlageformen. Viele Sparer schließen nicht nur einen Vertrag mit Blick auf den Erwerb eines Eigenheims oder eine zukünftige Renovierung der Wohnung ab, sondern nutzen das Bausparen auch als Geldanlage für die Kinder oder Enkel. Insgesamt besitzen die Österreicher gut fünf Millionen Bausparverträge mit einem Gesamtguthaben von mehr als 20 Milliarden Euro.

Dass der Bausparvertrag bei österreichischen Sparern so hoch im Kurs steht, hat handfeste Gründe: Bei hoher Anlagesicherheit bietet das Bausparen nicht nur eine ordentliche Verzinsung, sondern auch Extrazahlungen in Form staatlicher Prämien.

Österreichisches Bausparsystem bietet Flexibilität

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Der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses kann flexibel gewählt werden, denn im Vergleich zu anderen Ländern bietet das österreichische Bausparsystem ein hohes Maß an Freiraum. So sind die Verträge zwar mit einer festen Laufzeit von mindestens sechs Jahren ausgestattet, doch Bauwillige können auch schon zu einem früheren Zeitpunkt ein Zwischendarlehen für die Baufinanzierung beantragen. Voraussetzung ist, dass der Bausparvertrag seit mindestens 18 Monaten bespart wird.

 

Was der Bausparvertrag im Vergleich bietet

Je nach Bausparkasse und Tarifmodell können die Verträge mit einer festen oder variablen Verzinsung ausgestattet werden. Zum Zins kommt noch die staatliche Bausparprämie hinzu, deren Höhe vom Kapitalmarktzins abhängt und Jahr für Jahr neu festgelegt wird. Für 2013 und 2014 betrug die Prämie 1,5 Prozent der jährlichen Sparleistung, in den vergangenen Jahren waren bis zu 4 Prozent möglich. Jeweils im Herbst des betreffenden Jahres entscheidet die Regierung über die Prämienhöhe, die Bausparprämie wird dann Ende Jänner des Folgejahres auf den Bausparkonten gutgeschrieben. Kleiner Zusatzbonus: Auf die Bausparprämie wird keine Kapitalertragssteuer (KESt) berechnet.

Grundsätzlich bieten alle vier österreichischen Bausparkassen solide Tarifmodelle mit guten Konditionen an. Die Zinnsätze unterscheiden sich nicht wesentlich, meist entscheidet die Wahl zwischen flexibler oder variabler Verzinsung. Doch auch ein Bauspargeschenk hat seinen Reiz. Die Banken haben zwar nur einen geringen Spielraum, bei den Geschenken sind sie jedoch großzügiger. Ein Willkommensbonus, eine gratis Vignette, Konzertkarten uvm. sollten sich Bausparer nicht entgehen lassen, auch wenn die Geschenke nicht das entscheidende Kriterium für die Auswahl sein sollten.

Der Bausparvertrag im Test

Was viele Kunden nicht wissen ist, dass eine Bausparkasse häufig zu Verhandlungen bereit ist. Zwar kann sie die Zinssätze nicht großartig ändern, dafür können aber unterschiedlich hohe Raten, Sondertilgungen, eine Anschlussfinanzierung usw. vereinbart werden. Deshalb lohnt es sich, mit einem Bausparrechner die Effektivverzinsung und die Konditionen der Anbieter miteinander zu vergleichen und die Ergebnisse zur Verhandlungsgrundlage bei der gewünschten Bank zu machen.

Rechtzeitig kündigen

Nach Ablauf der mindestens sechsjährigen Frist kann der Bausparvertrag regulär gekündigt und das Guthaben frei verwendet werden. Damit eignet sich Bausparen nicht nur für die Eigenkapitalbildung beim Wohnungskauf, sondern auch für die allgemeine Vermögensbildung.

Ungünstig wird es allerdings, wenn der Vertrag vorzeitig gekündigt wird oder aufgelöst werden soll, obwohl die vereinbarte Gesamtsparsumme noch nicht geleistet wurde. In diesem Fall müssen Bausparer nicht nur mit nachträglichen Zinskürzungen oder zusätzlichen Verwaltungsgebühren für die Kündigung rechnen, sondern unter Umständen auch bereits erhaltene Bausparprämien wieder zurückzahlen.

Wir der Bausparvertrag nicht gekündigt, läuft er nach Ende der Frist nicht einfach weiter. Für gewöhnlich wird im Vertrag vereinbart, dass die Bausparsumme auf einem Sparbuch geparkt und mit dem aktuellen Zinssatz verzinst wird. Eine Fortsetzung des Bausparvertrags bzw. ein neuer Vertrag kann sich lohnen, da oftmals an die letzten vereinbarten Zinssätze angeschlossen wird. Das Weitersparen ist eine häufige Variante, die Eltern für ihre Kinder wählen, um von klein auf eine möglichst hohe Bausparsumme anzuhäufen.

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Bausparkredit für berufliche Bildung

Das Bauspardarlehen kann in Österreich nicht nur für eine wohnwirtschaftliche Verwendung beantragt werden, sondern auch für die Finanzierung von beruflichen Aus- oder Weiterbildungsmaßnahmen. Dabei handelt es sich häufig um ein variables Darlehen, dessen Zins an den Euribor – das ist der Durchschnittszins an den Kapitalmärkten der Euro-Länder – gekoppelt ist. Das Gesetz begrenzt den jährlichen Zinssatz, der für Bauspardarlehen verlangt werden darf, auf sechs Prozent. Dabei gilt jedoch: Sollte diese Grenze irgendwann in der Zukunft angehoben werden, könnten davon auch laufende Bauspardarlehen betroffen sein.

Angesichts der staatlichen Förderung und den überschaubaren Einschränkungen bei der Flexibilität eignet sich das Bausparen für alle, die ohne Wertschwankungsrisiko mittelfristig Kapital ansparen wollen. Um spätere Nachteile zu vermeiden, sollten Bausparer beim Abschluss eine Vertragssumme wählen, die sie im Lauf der Sparphase mit hoher Wahrscheinlichkeit auch erreichen können.

Die erzielte Sparleistung muss auch nicht unbedingt für ein Bauvorhaben verwendet werden. Nach Ablauf des Vertrags kann der Sparer frei darüber verfügen, ohne bei der Verwendung für einen anderen Zweck die Prämie zurückzahlen zu müssen. Wer in naher Zukunft nicht auf das Geld angewiesen sein sollte, für den ist das Bausparen deshalb immer noch attraktiv. In solchen Fällen ist jedoch zu empfehlen, eine Einmaleinlage oder eine jährliche Zahlung zu tätigen. So wird die Übersicht besser behalten, und auf die Prämie hat es keinen Einfluss, ob monatlich oder jährlich gezahlt wird, da in allen Fällen maximal 1.200 Euro pro Jahr an Prämie vergeben werden.

Mit dem Rechner beim Bauvertrag Klarheit schaffen – Wie viel Sparen ist möglich?

Bei einem Bausparvertrag geht es nicht nur um die Sparleistung, sondern auch um die Aussicht auf einen fairen Kredit mit niedrigen Zinsen. Doch lohnt sich diese Sparvariante noch, wo die Zinsen aktuell ohnehin im Keller sind? Ja, es lohnt sich, denn die Sparzinsen werden durch die staatliche Prämie aufgepeppt und die Kreditzinsen werden auch in Zukunft relativ niedrig bleiben, was bei einem normalen Kredit nicht garantiert werden kann.

Aber Achtung! Der Bausparvertrag bedeutet nicht das Recht, sondern nur die Aussicht auf ein Bauspardarlehen. Das bedeutet, dass die Bank bei schlechter Bonität, fehlenden Sicherheiten oder nicht genug Eigenkapital einen Kreditantrag immer noch ablehnen kann.

Auch um den Eintrag der Bank ins Grundbuch werden die Kreditnehmer nicht herumkommen, was aber kein Problem darstellen sollte, sofern die Raten immer pünktlich zurückgezahlt werden. Das einzig wirklich Ärgerliche an einem solchen Eintrag sind die hohen Spesen, die dafür anfallen.