Der Bausparkredit

Ein zuverlässiger Klassiker

Ein Bausparvertrag bietet Planungssicherheit: Schon beim Abschluss des Vertrags legt die Bausparkasse die Höhe der späteren Kreditzinsen fest, die unabhängig von der Entwicklung der Hypothekenzinsen bleiben.

Bauspardarlehen für die langfristige Planung.

Bausparen funktioniert nach dem Solidarprinzip: Viele Sparer zahlen in einen Topf. Wenn genug Geld in der Kasse ist und der Bausparer ein vorher festgelegtes Mindestguthaben eingezahlt hat, erwirbt er damit ein Anrecht auf ein zinsgünstiges Bausparkredit im Anschluss. Die Voraussetzung für den Kredit: Der Vertrag muss zuteilungsreif sein. Dies ist der Fall, wenn eine sogenannte Zielbewertungszahl erreicht ist, die aus der Höhe des angesparten Betrags und der Dauer der Sparzeit errechnet wird. Mit dem Bausparkredit erhält der Bauherr das von ihm angesparte Kapital plus Zinsen zurück. Anschließend tilgt er seinen Kredit nach und nach.

Magere Sparzinsen, aber günstiger Kredit

Zwar müssen sich Bausparer mit relativ niedrigen Sparzinsen von meist nur 0,5 bis 1,5 Prozent begnügen, dafür aber garantieren ihnen die Bausparkassen schon heute ein günstiges Bausparkredit für die Zukunft – unabhängig davon, wie sich die Zinsen am Kapitalmarkt in den nächsten Jahren entwickeln. Der Bausparer kennt bereits beim Vertragsabschluss die Höhe der künftigen Kreditzinsen. So kann er auch über einen langen Zeitraum verlässlich kalkulieren. Kommt es zu steigenden Hypothekenzinsen, sind Bausparer im Vorteil: Sie haben sich die niedrigen Zinsen schon zuvor für die gesamte Finanzierung gesichert. Falls die Hypothekenzinsen jedoch deutlich fallen, kann diese Festlegung im Vergleich zu anderen Kreditformen auch zum Nachteil werden.

Der Einstieg in einen Bausparvertrag ist jederzeit möglich: Bausparer müssen bei Sparbeginn kein Geld auf der hohen Kante haben. Theoretisch können sie sogar schon mit 16 Jahren einen Vertrag abschließen und bei regelmäßiger Sparleistung ihren Traum vom Eigenheim früher als andere realisieren.

Immobilien suchen in Österreich

Nichts für Kurzentschlossene

Allerdings ist ein Bausparvertrag nur sinnvoll für diejenigen, die erst in einigen Jahren Wohneigentum bauen oder kaufen wollen. Auch für langfristig geplante Modernisierungen, Instandsetzungen oder Reparaturen lässt sich ein solcher Vertrag verwenden. Wer dagegen kurz entschlossen ein Haus erwerben möchte und genug Eigenkapital angespart hat, sollte besser auf einen Bankkredit zurückgreifen oder über eine zeitsparende, aber etwas teurere Variante des Bausparens nachdenken: die Sofortfinanzierung über den Bausparsofortkredit. Hier kommt man schneller an seinen Kredit, muss es dann aber mit höheren Raten tilgen.

Die meisten Bausparer entscheiden sich aber für das klassische Bausparen. Dieses gliedert sich in drei Phasen: die Ansparphase, die Phase der Zuteilung sowie Auszahlung des Bausparkredits und die Kreditphase.

Mindestsparguthaben - die Hälfte ansparen

In der Regel müssen Kunden zunächst ein „Mindestguthaben“ von 40 bis 50 Prozent der Bausparsumme ansparen, bevor sie von der Bausparkasse ein Bausparkredit über den Restbetrag ausbezahlt bekommen. Die monatliche Sparleistung beträgt meist drei bis zehn Promille der vereinbarten Bausparsumme – bei 50.000 Euro also zwischen 150 und 500 Euro. Die Reihenfolge, in der Bausparer den Kredit erhalten, richtet sich nach ihrer jeweiligen Bewertungszahl. Diese wird von den Bausparkassen unter anderem auf Grundlage des Guthabens und der Wartezeit auf den Kredit errechnet. Übersteigt die Bewertungszahl die von der Bausparkasse festgelegte Mindestbewertungszahl, ist der Bausparkredit zuteilungsreif und kann an den Bausparer zusammen mit dem angesparten Bausparguthaben ausgezahlt werden.