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Wie funktioniert die Gewerbeanmeldung?

Wer in Österreich einem Gewerbe nachgehen will, muss eine Gewerbeberechtigung erlangen. Erst nach der Gewerbeanmeldung darf die Tätigkeit als Gewerbe aufgenommen werden. Wie das geht und welche Unterlagen Sie benötigen, erfahren Sie hier.

Voraussetzungen und Ansprechpartner für die Gewerbeanmeldung

Sowohl natürliche wie juristische Personen können Gewerbe ausüben und anmelden. Bei natürlichen Personen ist die Eigenberechtigung vorausgesetzt. Diese tritt mit der Volljährigkeit ein. Die Gewerbeanmeldung ist als formlose Anmeldung bei der für Sie zuständigen Gewerbebehörde einzureichen und gilt als erlangt, sofern alle Voraussetzungen nachgewiesen werden. Die zuständige Gewerbebehörde richtet sich nach dem Standort des Gewerbes, es handelt sich somit um die Bezirkshauptmannschaft oder den Magistrat der Stadt. In der Hauptstadt ist das jeweilige Magistratische Bezirksamt zuständig. Die Gewerbeanmeldung muss die exakte Bezeichnung des Gewerbes und den geplanten Standort beinhalten. Ein Einzelunternehmer muss die folgenden Dokumente vorlegen:

  • gültiger Reisepass bzw. Nachweis über Staatsbürgerschaft und Geburtsurkunde
  • Befähigungsnachweis – bei reglementierten Gewerben
  • Heiratsurkunde – falls der Geburtsname vom derzeitigen Namen abweicht

Die Unterlagen für die Gewerbeanmeldung und die Anmeldung selbst können persönlich, per Fax oder elektronisch übermittelt werden. Ausnahmen und Sonderregelungen sind in der Gewerbeordnung (GewO), § 339, festgehalten.

Wer braucht einen Befähigungsnachweis bei der Gewerbeanmeldung?

Die österreichische Gewerbeordnung unterscheidet zwischen freien und reglementierten Gewerben. Ein großer Teil der Gewerbe fällt in die Gruppe der reglementierten Gewerbe, die genaue Auflistung nimmt § 94 der GewO vor. Betrifft die Gewerbeanmeldung ein reglementiertes Gewerbe, so muss ein Befähigungsnachweis vorgelegt werden. Je nach dem auszuübenden Gewerbe unterscheiden sich die Befähigungsnachweise.

In Betracht kommen beispielsweise Zeugnisse der erfolgreich abgeschlossenen Meisterprüfung, Unternehmerprüfung, Lehrabschlussprüfung, des abgeschlossenen Hochschulstudiums sowie Nachweise über fachliche Tätigkeiten. Alternativ ist es möglich, einen Antrag auf Feststellung der individuellen Befähigung zu stellen. Weiters gibt die GewO Sonderrichtlinien für bestimmte Gewerbe vor. Dazu gehören etwa Baumeister, Pyrotechnikunternehmen, Reisebüros oder Zimmermeister. In diesen und anderen Gewerben dient der Nachweis über die einwandfreie Gewerbeausübung als Bestätigung der Zuverlässigkeit.

Wie läuft die Anmeldung ab?

Die Gewerbeanmeldung kann überall in Österreich persönlich, postalisch und per Fax vorgenommen werden. In manchen Regionen ermöglichen Gewerbebehörden bereits die Anmeldung per E-Mail oder formulargestützt direkt auf ihrer Webseite. Sind die Unterlagen zur Gewerbeanmeldung vollständig eingereicht, kann bei Vorliegen aller Voraussetzungen sofort mit der Tätigkeit begonnen werden. Das gilt jedoch nicht, wenn es sich um ein reglementiertes Gewerbe mit einem sogenannten Rechtskraftvorbehalt handelt. In diesem Fall ist die Rechtskraft des Bescheides abzuwarten. Nach Eingang der Gewerbeanmeldung trägt die Behörde den angehenden Gewerbetreibenden in das zentrale Gewerberegister ein und verständigt ihn durch Übermittlung eines Gewerberegister-Auszuges davon. Das geschieht spätestens drei Monate nach Eingang der Gewerbeanmeldung.

So hilft die Förderung von Neugründungen bei der Gewerbeanmeldung

Das sogenannte Neugründungsförderungsgesetz (NeuFöG) unterstützt Existenzgründer und Start-ups bei der Gewerbeanmeldung, indem es sie unter anderem von bestimmten Gebühren und Abgaben befreit. Bei der Gewerbeanmeldung kann der Jungunternehmer so etwa 100 bis 150 Euro sparen. Um von der Förderung zu profitieren, muss der Interessierte seiner Gewerbeanmeldung eine NeuFöG-Bestätigung beifügen. Eine solche Bestätigung stellt die Wirtschaftskammer nach einem verpflichtenden Beratungsgespräch aus. Für Existenzgründer und junge Gewerbetreibende leistet die Wirtschaftskammer auch Hilfestellung bei der Anmeldung selbst.

So funktioniert die Gewerbeanmeldung bei juristischen Personen

Auch juristische Personen (z. B. eine GmbH, AG oder KG) sind zur Ausübung eines Gewerbes berechtigt. Das Verfahren zur Anmeldung unterscheidet sich dabei geringfügig. So gehört bei der Gesellschaft ein Auszug aus dem Firmenbuch zur Anmeldung. Der Auszug darf nicht älter als ein halbes Jahr sein. Bei juristischen Personen ohne Eintrag im Firmenbuch kann der Bestand anderweitig nachgewiesen werden, bei einem Verein etwa durch das Vereinsregister. Die Gewerbeanmeldung einer juristischen Person bringt mit sich, dass ein geeigneter gewerberechtlicher Geschäftsführer bestellt wird.

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