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Bauordnung

Welche Vorschriften enthalten sind

Auch beim Bauen eines Hauses gibt es Regeln, an die sich die Eigentümer halten müssen. Sie sollten nicht als auferlegte Pflicht empfunden werden, sondern dienen in erster Linie dazu, den Bauherrn vor Pfusch und schlechten Bauergebnissen zu schützen.

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Welche Aspekte sind Bestandteile der Bauordnung?

Das Baurecht legt die normgerechte Errichtung oder Veränderung von Immobilien fest. Es beinhaltet Vorschriften zum Bauland, zur Bebauungsweise, Bauklasse, Bauhöhe, Bebauungsdichte und zu Straßenfluchtlinien, Baufluchtlinien sowie zu den relevanten Rechtsakten, wie z.B. dem Flächenwidmungsplan oder dem Bebauungsplan.

Laut Bauordnung muss bei der Bauverhandlung ein Bauplan vorgelegt werden, von dem der tatsächliche Bau ohne Genehmigung abgesehen von kleinen Details nicht abweichen darf. Dazu gehören der Lageplan, die Grundrisse des Gebäudes bzw. sämtlicher Stockwerke, ein Gebäudeschnitt und Ansichten zur äußeren Beurteilung der Gestaltung. Außerdem müssen Angaben zum Verwendungszweck, zur Bauhöhe, zur Ausführung von Brand-, Schall- und Wärmeschutz sowie statistische Berechnungen der Tragfähigkeit der Bauteile vorgelegt werden. Der Bauplan ist ein umfassendes Dokument, das über die Baubewilligung anhand der Bauordnung entscheidet. Der Bauherr verpflichtet sich dazu, sich an die Ordnung und an die Pläne zu halten, er geht gegenüber der Gemeinde oder Stadt, mit der die Bauverhandlung geführt wird, eine Verbindlichkeit ein.

Welche Vorschriften setzt die Bauordnung fest?

Eine allgemein gültige Angabe für Österreich zu machen ist nicht möglich. Die Bauordnung wird nämlich nicht auf Staatsebene, sondern auf Ebene der Bundesländer geregelt. Dementsprechend gibt es keine einheitlichen Gesetze, sondern neun verschiedene Ordnungen. Ausnahmen sind die technischen Vorschriften, die 2008 standardisiert wurden, und der Energieausweis, der 2012 gesetzlich verabschiedet wurde.

Die technischen Vorschriften werden vom Österreichischen Institut für Bautechnik festgelegt und umfassen die für Privatpersonen wichtigen Bereiche:

  • Mechanische Festigkeit und Standsicherheit,
  • Brandschutz,
  • Brandschutz bei Garagen und Parkdecks,
  • Hygiene, Gesundheit und Umweltschutz,
  • Schallschutz, Energieeinsparung und Wärmeschutz.

Diese Richtlinien wurden erst 2015 festgelegt, abgesehen vom Bundesland Salzburg sind sie in allen anderen acht Bundesländern bereits in Kraft.

Im Energieausweis wird vermerkt, wie energiesparend ein Haus ist. Je besser die Dämmung, umso besser die Kategorisierung. Der Energiesparausweis ist für Neubauten ab 2012 Pflicht, wird ein älteres Haus verkauft oder vermietet, muss auch hierfür ein Energiepickerl angefordert werden.

Welche Bauvorschriften gelten?

Die Bauordnungen in den Bundesländern ändern sich ständig, weshalb im Falle eines Bauvorhabens unbedingt die neueste Variante zur Grundlage gemacht werden sollte. Zuletzt hat Niederösterreich das Raumordnungsgesetz geändert. Seit 2015 gelten Neuregelungen in Bezug auf den Bebauungsplan, die Bebauung, die Verkehrserschließung, die Duldung von Vorarbeiten usw. Die älteste gültige Bauordnung ist jene von Kärnten aus dem Jahr 1995. Die jeweils geltenden Ordnungen werden beim Bundeskanzleramt oder auch bei den Arbeiterkammern veröffentlicht.

Was passiert bei einem Verstoß?

Die Bauordnung ist ein Gesetz, jeder, der in Österreich baut, muss sich deshalb daran halten. Kommt es zu Verstößen, folgen rechtliche Konsequenzen. Häufig stimmen die Pläne nicht mit den tatsächlichen baulichen Maßnahmen überein. Stellt die Baubehörde ein Abweichen, z.B. durch eine zu hohe Bauweise oder ein zu nahes Bauen am Nachbargrundstück, fest, wird der Bau sofort gestoppt. Ein Fortsetzen ist erst dann wieder möglich, wenn eine nachträgliche Genehmigung durch den Bauherrn eingeholt wurde. Im schlimmsten Fall kann ein Rückbau oder Abriss des neuen Gebäudes angeordnet werden.